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5 Liebesbriefe

27. August 2018

Es ist irgendwie echt schlimm geworden, was mich und Netflix angeht. Wenn ich da höre, das ein bestimmter Film gerade alle wahnsinnig interessiert, dann sträube ich mich eine Weile dagegen und gebe dann doch irgendwann nach. Was komisch ist, denn bei Serien passiert mir das weniger, sonst hätte ich „13 Reasons Why“ schon längst geguckt. Obwohl… was nicht ist, kann ja noch werden. Aber ich als alter Romanzen-Liebhaber kriege schon große Ohren, wenn plötzlich wieder gefühlt das halbe Internet einen ganz besonderen Film in alle Töne lobt… und natürlich habe ich deswegen auch „To all the boys I loved before“ geguckt.

Jedes Mal, wenn sich Lara Jean (Lana Condor) in einen Jungen verliebt, schreibt sie ihm einen Liebesbrief (ohne diesen jedoch je abzuschicken). In einer kleinen Schachtel in ihrem Schrank bewahrt sie fünf Briefe auf – darunter auch einen an den jetzt Ex-Freund Josh (Israel Broussard) ihrer Schwester. Doch gerade um ihre Schwester nicht zu verletzen, schweigt Lara Jean. Doch dann passiert, was passieren musste (zumindest in der Logik der Filmwelt bzw. Buchwelt, schließlich basiert der Film auf einem Buch): Alle fünf Briefe werden verschickt und Lara Jean hat ein Problem… vor allem, weil sie nicht will, dass Josh weiß, wie sie wirklich fühlt. Da kommt ihr Peter Kavinsky (Noah Centineo) gerade echt – er hat auch einen Brief von ihr bekommen und will seine Ex-Freundin eifersüchtig machen. Also schmieden die beiden einen verrückten Plan…

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Ich muss gestehen, so ganz verstehe ich den Hype nicht! Also naja, irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. „To all the boys…“ ist ein wirklich guter Film, aber erfindet jetzt das Rad auch nicht neu. Hier läuft alles genau so ab, wie man es von jeder anderen RomCom schon kennt. Es gibt keinen überraschenden Twist oder sonst irgendwelche großen Überraschungen. In diesem Sinne gibt es eigentlich nichts, was diesen plötzlichen Hype rechtfertigen würde.

Ja, es ist schon interessant, wie die Geschichte an sich aufgebaut ist – nämlich, das Lara Jean tatsächlich Schadensbegrenzung begeht und die Empfänger ihrer Briefe informiert, wann und wie sie diese Sachen geschrieben hat und das sie in den meisten Fällen nichts bedeuten. Es ist auch witzig, wie daraus diese kleine Allianz zwischen ihr und Peter entsteht – und was damit alles verbunden ist. Aber wie gesagt, es ist nichts, was man nicht schon tausendmal gesehen hat.

Und trotzdem ist „To all the boys I loved before“ wirklich ein charmanter, witziger und ja auch ein Herz erwärmender Film. Was an der locker leichten Art liegt, wie Regisseurin Susan Johnson das Ganze inszeniert. Man muss wirklich sagen, dass es in diesem Film keine langweilige oder überflüssige Szene gibt. Der Film hat einen guten „Flow“, wenn ich das mal so neudeutsch sagen darf. Das Tempo ist perfekt – und jedes Hoch und jedes Tief ist wunderbar in Szene gesetzt.

Was „To all the boy I love before“ aber wirklich gut macht, sind einfach die Darsteller. Lana Condor ist einfach nur zuckersüß. Sorry, dass ich das so oberflächlich sagen muss, aber mir fällt nichts besseres ein. Sie verleiht Lara Jean etwas Gravitas. Sie ist nicht das übliche hässliche Entlein, sie ist auch keine wirkliche Außenseiterin. Sie hat aber sympathische Ecken und Kanten, die der Film gut auslotet und dank Lana Condors großartiger Darstellung fiebert man einfach mit ihr mit. Zudem hat sie mit Noah Centineo einen tollen Co-Star, der den Spitzbuben Peter super spielt. Zusammen haben die beiden eine verdammt gute Chemie und liefern eine modernes Screwball-Team ab, das sich gekonnt die Bälle zuwirft. Man hat das Gefühl, Susan Johnson musste bei diesen beiden nicht viel „dirigieren“. Es wirkt alles sehr natürlich – und locker, so wie der ganze Film.

Aber auch der Rest des Casts passt perfekt zu dieser Teenie-Komödie. Auch hier sind dann aber wieder keine Überraschungen zu finden: es gibt die beste Freundin, es gibt den schwulen besten Freund, es gibt den verständnisvollen Vater, die witzige kleine Schwester und die Bitch. Alles bekannt und schon mal da gewesen, aber alle super besetzt.

Ihr merkt vielleicht, so ganz kann ich diesen Film nicht fassen: Ich habe ihn sehr gerne gesehen, einfach weil er wirklich locker-flockig ist und bestens unterhält – selbst, wenn er von Anfang bis Ende vorhersehbar ist. Aber gerade dank der lockeren Art und vor allem dank der tollen Darsteller ist „To all the boys I loved before“ wirklich verdammt sehenswert.

Wertung: 8 von 10 Punkten (ich frage mich nur, was das Gerede von einer Fortsetzung soll…)

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