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Finde den Delfin!

13. August 2018

Es gibt Filme, die ich als Kind geliebt habe und an denen ich nie auch nur einen Fehler finden konnte. Manchmal ist es schwierig, diese Filme heutzutage noch einmal zu gucken. Ein Kumpel von mir hat das mal gut auf den Punkt gebracht: Er guckt lieber erst gar nicht mehr die Filme, die er als Kind mochte, um sich die Erinnerung daran nicht zu versauen. Nostalgie ist schon eine merkwürdige Angelegenheit. Ich bin da anders, ich gucke mir gerade jetzt gerne die Filme an, die ich als Kind mochte… um zu sehen, ob sie immer noch „funktionieren“ oder ob sie wirklich nur für den kindlichen Humor gedacht sind. Deswegen habe ich mich mal an Jim Carreys „Ace Ventura“ gewagt, mein früherer Lach-Garant.

Ace Ventura (Jim Carrey) ist Privatdetektiv, der sich auf Fälle von vermissten Tieren spezialisiert hat. Ist Frauchen ihr Hundchen weggelaufen, kein Problem: Ace Ventura löst den Fall auf jeden Fall. Schon bald bekommt Ace aber einen richtig großen Fall: Der Delfin Snowflake, das Maskottchen der Miami Dolphins, wurde entführt – und das kurz vorm Super Bowl! Ace wird von Melissa Robinson (Courtney Cox) angeheuert, um den Delfin zu finden…

Black Swan für Komiker

„Ace Ventura“ ist so infantil, wie man es sich nur vorstellen kann… und in zahlreichen Kritiken, die ich mir zum Film mal durchgelesen habe, wird genau das bemängelt. Da haben wir dann auch den Grund, warum ich diesen Film als Kind so sehr mochte… aber auch den Grund, warum ich ihn immer noch sehr mag. Diese Komödie ist einfach von Anfang bis Ende komplett gaga. Im Normalfall hätte das tatsächlich ein spannender Krimi sein können, doch mit Jim Carrey in der Hauptrolle wird dieser Film zu einer absoluten Lachnummer – im positiven Sinne.

Carrey ist einfach nur großartig. Er ist infantil, aber auch höchst amüsante Art und Weise. Er ist so überspitzt, dass er zu einer Über-Karikatur wird. Er ist wunderbar albern und einfach nur verrückt. Carrey darf sich als Gesichtsakrobat beweisen und die merkwürdigsten Verrenkungen damit machen. Ich liebe es, dass Regisseur Tom Shadyac Carrey einfach freien Lauf lässt – und ich liebe die albernen Szenen, in denen er im rosa Kleidchen durch die Irrenanstalt hopst oder in bester „Mission: Impossible“-Manier auf einer Party nach Beweisen sucht. „Ace Ventura“ ist Quatsch mit Soße – aber guter Quatsch mit guter Soße.

Man merkt, dass Carrey zu jeder Zeit wahnsinnig viel Spaß gehabt haben muss, einfach mal komplett freizudrehen. Sein Ace Ventura ist irgendwo ein netter Kerl, aber ich glaube, würde ich diesen Typ im wahren Leben kennen, würde er mir nach nur wenigen Minuten tierisch auf den Sack gehen. Aber gerade diese Gratwanderung kriegt Carrey super hin – und in der kurzen Laufzeit des Films liefert jedweden Blödsinn ab, den man sich nur vorstellen kann.

Alle anderen sind dabei – leider – wirklich nur Statisten und tragen nicht wirklich sonderlich viel zum Film bei. Sie sind die Hintergrundfarbe für das riesengroße Jim-Carrey-Gemälde, das mit „Ace Ventura“ gezeichnet wird. Die ganze Story mit Courtney Cox ist lächerlich und albern. Mir ist das früher nie aufgefallen, aber wie kommt’s, dass die nach zwei Sekunden schon zusammen im Bett landen? Macht überhaupt kein Sinn – und so als Team werden die beiden eh nie aufgebaut. Das Gleiche trifft, wie schon gesagt, auch auf alle anderen zu.

Was mich jetzt so im Nachhinein ein wenig „gestört“ hat, sind die fehlenden Tiere. Irgendwie hätte ich es dann doch cooler gefunden, wenn Carrey wirklich noch so wie „Dr. Dolittle“ mehr mit Tieren agiert.

„Ace Ventura“ bringt mich immer noch zum Lachen – auf seine kindlich-dumme Art und Weise und das ist toll. Ich bin tatsächlich mal gespannt, wie Teil 2 so wird, denn an den kann ich mich so gar nicht mehr erinnern. Aber immerhin spielt Carrey da auch noch mit, von daher sollte das schon passen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Carrey übertrumpft alle – selbst das schwache Drehbuch)

5 Kommentare leave one →
  1. 13. August 2018 07:45

    Den fand ich früher auch großartig! Aber jetzt geht es mir so wie deinem Kumpel – ich trau mich nicht mehr ran

    • donpozuelo permalink*
      13. August 2018 09:09

      Der erste Teil ist noch gut. Schlimmer wurde es bei mir mit Teil 2. 😉

  2. 13. August 2018 17:12

    Das Problem mit den Filmen, die ich früher mochte, kenne ich auch nur zu gut. Auffällig oft sind Komödien davon betroffen. Ace Ventura habe ich schon Jahre nicht mehr gesehen. Bin aber froh, dass du ihm eine gewisse Zeitlosigkeit bescheinigst 😉
    Im zweiten Teil erinnere ich mich noch an die Szene, in der Ace sich aus dem Plastiknashorn befreien muss und eine Safarigruppe dies filmt, weil sie denkt, dass da ein putziges Nashornbaby zur Welt kommt. Tatsächlich ist es der nackte Jim Carrey 😀 😀 😀

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2018 20:32

      Die Kritik zum zweiten Teil kommt morgen und da gehe ich auch auf die Szene ein, die mir jetzt – so ein paar Jährchen später – so gar nicht mehr zugesagt hat. 🙂

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