Zum Inhalt springen

Der Kampf ums Wasser

6. August 2018

Wir haben so wenig Zeit auf dieser Erde, die sinnvoll genutzt werden möchte. Warum will mir das bloß nicht in den Kopf gehen? Schließlich haben wir mit dieser wenigen Zeit nur begrenzte Möglichkeiten, all die tollen Serien, die uns die Welt schenkt, zu gucken 😀 Und dennoch halte ich weiter daran fest, mir „Fear the Walking Dead“ anzuschauen… trotz fehlendem Enthusiasmus und eigentlich nur auf die Empfehlung eines Freundes hin. Aber eine Folge so dann und wann tut ja auch nicht weh… und nach dem durchwachsenen Erlebnis mit Staffel 2 hatte ich eigentlich große Hoffnung auf Staffel 3, die mir mehrfach als die bislang beste der Serie angepriesen wurde – und sie fing auch tatsächlich viel versprechend an.

Madison (Kim Dickens), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Nick (Frank Dillane) landen nach einem kurzen Intermezzo bei einer durchgeknallten Truppe der Army (und dem schweren Verlust von Travis) auf der Farm von Jeremiah Otto (Dayton Callie). Dort versuchen sie erneut, sich ein Leben aufzubauen. Doch Otto ist ein fragwürdiger Anführer, der zudem noch im Konflikt mit einem ansässigen Stamm ist, dessen Anführer Qaletaqa (Michael Greyeyes) sein Land wieder haben will, auf dem Otto seine Farm aufgebaut hat. Auf der anderen Seite kommt Victor Strand (Colman Domingo) an einem Staudamm an, der von einer Gruppe kontrolliert wird, unter denen sich auch wider Erwarten Daniel (Rubén Blades) wiederfindet.

Zombies sind nie die wirkliche Gefahr

Staffel 2 hat es vorgemacht, Staffel 3 macht es genau so weiter. Die erste Hälfte fand ich sehr schwach. Diese ganze Geschichte mit der Familie Otto und ihrer Farm war nichts, was wir nicht schon aus „The Walking Dead“ kennen und erst recht nicht aus „Fear the Walking Dead“. Selbst in Staffel 2 hatten sie ja schon diese kleine mexikanische Farm und haben das Thema zum Glück nach wenigen Episoden abgestempelt. Für Staffel 3 holen sie es aber noch einmal raus und nerven noch ein wenig länger mit einer Cowboy-und-Indianer-Story, die mich persönlich nur schwer mitreißen konnte. Ich mochte diese ganze Konstellation einfach nicht – das war so uninspiriert. Und damit trifft es „Fear the Walking Dead“ an vielen Stellen richtig gut.

Ich höre immer häufiger, dass „FTWD“ mittlerweile so viel besser sei als die Mutter-Serie, aber wenn ich ehrlich sein soll, finde ich das gar nicht. Es tauchen die gleichen Sachen auf, die auch schon Rick und Co. erleben mussten. Nach wie vor fehlt mir an diesem Spin-Off einfach das wirklich Neue. Nach wie vor wünsche ich mir, sie hätten wirklich mehr auf den Zerfall der Gesellschaft angespielt. Was macht die Regierung? Welche Pläne gibt es? Oder gar: Wie sieht es in anderen Teilen der Welt aus (denn immerhin wissen wir durch ein Gespräch zwischen Strand und einem russischen Astronauten, das wirklich überall auf der Welt die Lichter ausgegangen sind). Das sind die Dinge, die für mich „Fear the Walking Dead“ wirklich spannend gemacht hätte und das Ganze auch viel besser von der Mutter-Serie abgegrenzt hätte.

Dennoch ist jetzt nicht alles schlecht an Staffel 3. Die überraschende Rückkehr von Daniel Salazar ist auf jeden Fall gelungen. Seine Solo-Folge war das spannendste an der ersten Hälfte – und spätestens wenn die ganze Otto-Sache abgehakt ist und man sich auf den Damm konzentriert, wird „Fear the Walking Dead“ in seiner dritten Staffel auch wieder ein bisschen interessanter. Denn hier wird mal endlich ein Konflikt porträtiert, den selbst die Mutter-Serie noch nie thematisiert hat: Wasserknappheit. Hier entstehen dann Streitereien, die in so einer post-apokalyptischen Welt eher nachvollziehbar sind als der Streit zwischen zwei Familien um ein Stück Land, das so oder so verloren ist. Wasser ist Leben und dieser Kampf ums Wasser ist am Ende tausend mal aufregender als der Kampf um Land.

Habe ich damit nun endlich abgeschlossen mit „Fear the Walking Dead“? Leider immer noch nicht, denn tatsächlich ist das Finale ziemlich „explosiv“ und sehr, sehr offen. Zudem ist ein weiterer Grund, warum ich mit dieser Serie angefangen habe, die Tatsache, dass alles, was ich über Staffel 4 gehört habe, wirklich fantastisch klingt und ich die Hoffnung habe, dass ich nach drei sehr durchwachsenen Staffeln vielleicht doch noch mal was geboten bekomme. Sollte das nicht der Fall sein, sollte ich mein Serien-Guck-Stil wirklich gründlich überdenken 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (die erste Hälfte lahmt mal wieder sehr, zum Ende hin wird es aber besser und relevanter für die Welt der Untoten)

10 Kommentare leave one →
  1. 8. August 2018 18:24

    Ich verzichte auch weiterhin darauf – deine Reviews zu den Staffeln genügen mir 😅

    • donpozuelo permalink*
      9. August 2018 13:42

      Danke. Ich glaube aber, das mit der vierten Staffel dann wirklich Schluss ist. Da versuchen sie zwar ein paar neue Sachen, die jetzt aber auch nicht sooo überragend sind.

      Dafür gibt es dann einfach noch genügend andere Serien, die man gucken kann.

      • 9. August 2018 14:06

        Taucht da nicht eigentlich auf Morgan aus der Hauptserie aus?

        • donpozuelo permalink*
          9. August 2018 14:18

          Ja. Genau. Staffel 4 fühlt sich im Moment wie ein kleines Reboot der Serie an.

        • 9. August 2018 14:19

          Frage mich, was der da zu suchen hat. Spielt FTWD nicht an der Westküste?

        • donpozuelo permalink*
          9. August 2018 15:55

          Er haut ja bei TWD in dem Finale von Staffel 8 ab. In FTWD Staffel 4 Folge 1 sehen wir dann – in schnellen Schnitten – seine kleine Reise quer durch die USA, bis er dann auf andere Leute trifft, mit denen er dann zusammen auf die Gruppe aus FTWD trifft.

          Er wollte halt einfach abhauen, weil er immer wieder sagt: „I lose people, and then I lose myself!“

  2. 13. August 2018 00:50

    Also da stimme ich Dir wirklich zu. FTWD hat es zunehmend verpasst die Z-Apo aus einer anderen Perspektive zu zeigen, dabei waren Chancen da.
    Für mich krankt die Serie vor allem an seinen nervigen Charaktere, aber endlich bekommen wir in der vierten Staffel neue Leute, die auch was taugen, wirklich gut wird FTWD dadurch nicht, aber vielleicht ist es nun die letzte Staffel :))

    • donpozuelo permalink*
      13. August 2018 09:15

      Danke. Das ist echt wahr. Die Serie wird mehr und mehr wie ihre Mutterserie und hat wirklich viele Chancen verpasst. Die Charaktere sind durchwachsen, da geb ich dir auch recht.

      Die ersten paar Folgen von Staffel 4 sind interessant, aber hauen mich auch nicht so vom Hocker

Trackbacks

  1. Los Muertos | Going To The Movies
  2. Baby Angel | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: