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Mission: Komplett verrückt

3. August 2018

Tom Cruise ist mal ausnahmsweise nicht der Star von „Mission: Impossible – Fallout“, seinem sechsten Abenteuer als IMF-Agent Ethan Hunt. Also okay, er ist schon der Star, aber er wird ein wenig in den Schatten gestellt – vom berühmt-berüchtigten Schnauzer von Henry Cavill. Das muss man sich mal vorstellen, was so ein bisschen Gesichtshaar doch für Schlagzeilen machen kann. Da war Cavill mitten bei den Dreharbeiten zu „M:I 6“, da ruft die „Justice League“ ihren Superman zurück – um zahlreiche Nachdrehs zu machen. Doch Paramount weigerte sich, Cavill zu erlauben, den Schnauzer mal eben abzurasieren. Daraufhin musste die Gesichtsbehaarung aufwendig und leider doch viel zu erkennbar am Computer weggemacht werden – und die ganze Welt lachte über Supermans komisches Kinn. Das könnte vielleicht auch den ein oder anderen Neugierigen in „Mission: Impossible 6“ locken. Irgendwie will man ja schon sehen, worum es nun ging und ob es das alles wert war (und ganz ehrlich, Cavill hätte seinen Agenten sicherlich auch gut ohne Bart spielen können, aber das lässt sich nun nicht ändern). Abgesehen von der Bart-Affäre lohnt sich Teil 6 der Ethan-Hunt-Abenteuer aber auf jeden Fall!

Zwei Jahre, nachdem Ethan Hunt (Tom Cruise) den Anführer des Syndikats Solomon Lane (Sean Harris) gefangen hat, hat sich der Rest seiner Anhänger zu einer Terror-Gruppe namens „Die Apostel“ umgeformt und wollen nun mit Hilfe von drei Plutonium-Kernen eine neue Welt-Ordnung einleiten. Ethan soll das natürlich verhindern, bekommt aber dieses Mal den CIA-Agenten Walker (Henry Cavill) als Wachhund an die Seite gestellt – weil Hunt in Berlin nicht verhindern konnte, dass das Plutonium gestohlen wurde. Daraufhin muss er nach Paris – zur White Widow (Vanessa Kirby), um es zu bekommen. Doch die Witwe will nicht etwa Geld als Bezahlung, sie will Solomon Lane. Und als wenn das nicht schon kompliziert genug wäre, taucht auf einmal auch noch Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) wieder auf…

Tom Cruise hängt einfach mal ab

Ich sag es mal gleich: Für mich ist „Fallout“ der bisher beste Film der Reihe. Weil er wirklich alles am besten zusammenfügt, was diese Reihe ausmacht. Fangen wir mal bei der Story an: Ist ja mittlerweile eigentlich wie bei „Bond“: Agent muss die Welt retten, bekommt ein paar coole Gadgets und los geht’s. „Mission: Impossible 6“ ist da nicht anders, aber dann irgendwie auch doch. Zuallererst ist dieser Film tatsächlich eine richtige Fortsetzung zu „Rogue Nation“, sprich: Es ist nicht zu verkehrt, den Film vorher noch einmal gesehen zu haben – allein wegen Ilsa und Lane. Ist kein Muss, aber auf jeden Fall angenehmer, dem Ganzen zu folgen. Dazu kommt eine herrlich verwirrende Agenten-Story, die immer wieder für ein paar gut getimte Wendungen sorgt, die die ganze Geschichte noch einmal über den Haufen werfen. Das ist jetzt alles nicht überkompliziert, aber clever und spannend gemacht, so dass alle Charaktere auch gut zur Geltung kommen.

Doch spätestens seit „Phantom Protokoll“ gucken wir ja „Mission: Impossible“-Filme eh nur noch aus einem Grund: Weil Tom Cruise die verrücktesten Stunts macht und immer noch verrückter sein will. Da fing er noch „harmlos“ an – mit seiner Kletter-Aktion am Burj Khalifa. Im fünften Teil hing er dann an einem startenden Flugzeug und hielt für gefühlte tausend Stunden unter Wasser die Luft an. Da musste für Teil natürlich noch was viel krasseres her: Da springt er aus Flugzeugen, rennt in bester „Assassin’s Creed“-Manier durch London (bricht sein dabei den Fuß, aber das macht ja nichts, ist ja Tom Cruise – und deswegen jammert der nicht und die Szene landet sogar direkt so im Film), baumelt in Schwindel erregender Höhe von einem Hubschrauber und lernt auch noch selbst das Fliegen von so einem Ding, um halt wirklich alles selbst zu machen.

„Fallout“ ist Adrenalin pur, diese Stunts – und allein das Wissen, dass dieser „Verrückte“ die wirklich alle selbst gemacht hat – gehen unter die Haut. Das sieht atemberaubend aus – und da reden wir jetzt wirklich nur von den Schmuckstücken. Die „normalen“ Sachen sind ja auch der Hammer. Die Klo-Kampf-Szene mit dem Tier Cavill und einem dritten Typen zu Beginn des Films ist einfach nur der Hammer. Und ob Tom Cruise nun rennt wie ein Duracell-Hase oder Motorrad fährt oder was ein Tom Cruise sonst so in seinen Filmen gerne macht – es ist alles perfekt inszeniert.

„Mission: Impossible – Fallout“ liefert einfach Action hoch eine Million – und das nicht im „Fast and Furious“-over-the-top-scheiß-auf-Physik-Manier, sondern handgemacht und echt. Seit „Mad Max: Fury Road“ war Hollywood-Action nicht mehr so aufregend. Und dazu halt noch eine passende und vor allem packende Story mit guten Wendungen (die zwar auch manchmal vorhersehbar sind, aber hey…) und tollen Darstellern.

Wertung: 9 von 10 Punkten (für mich der beste Film der Reihe – bei Teil 7 muss Cruise dann aber wohl wirklich vom Mond auf die Erde springen oder irgendwas anderes verrücktes, um das alles noch zu toppen)

3 Kommentare leave one →
  1. 4. August 2018 09:58

    Diese unerträgliche Schnauzbartstory 😅
    Muss zugeben, dass mir das Justice League gar nicht aufgefallen ist

    • donpozuelo permalink*
      4. August 2018 14:06

      Mir ist es auch nicht aufgefallen 😉

      Ist aber trotzdem irgendwie auch echt witzig, wie so ein bisschen Bart für so viel Stress sorgen kann.

Trackbacks

  1. Nichts ist unmöglich | Going To The Movies

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