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Alpträume von der Invasion

30. Juli 2018

Ich habe es ja zuletzt schon bei dem Martin-Freeman-Film „Cargo“ erwähnt, dass ich über diese Vorschlag-Funktion von Netflix eigentlich ganz happy bin. Denn hin und wieder gucke ich so einfach mal aus purer Laune heraus was, ohne irgendwas darüber zu wissen. Was jetzt wieder einmal geschehen ist und auch dieses Mal war es wieder der Darsteller, der mich zum Film gezogen hat. Dieses Mal war es nämlich Michael Pena, der mit „Extinction“ einen neuen Film auf unser aller Lieblingsstream-Seite hat. Und weil ich ihn ja immer noch sehr für seinen Auftritt in „Ant-Man and the Wasp“ feiere, wurde das Aussterben mal genauer unter die Lupe genommen.

Der Ingenieur Peter (Pena) träumt immer wieder davon, dass die Erde aus dem All aus angegriffen wird. Diese Träume stören den Alltag von Peter, der selbst auf Arbeit in Ohnmacht fällt, von den außerirdischen Invasoren träumt und dann zu spät zum Familien-Abend aufwacht, denn er Frau Alice (Lizzy Caplan) und den Töchtern Hanna (Amelia Crouch) und Lucy (Erica Tremblay) eigentlich so fest versprochen hat. Alle halten ihn ein wenig für verrückt… doch es kommt natürlich, wie es in solchen Filmen, in denen unser Hauptcharakter verrückte Träume, kommen muss: Peters Traum wird (leider) wahr. Die Invasoren aus dem All greifen die Erde an und fangen ohne Erbarmen an, alle Bewohner der Erde umzubringen.

Pena-Man und seine Wespe

Wie soll ich es nett formulieren? „Extinction“ wäre eine gute „Black Mirror“-Folge gewesen und hätte – in meinen Augen – die letzte von mir gesehen Staffel (Staffel 3) sehr aufgewertet. Denn wie ich schon zu bei „Black Mirror“ rumgenörgelt habe, so kann ich auch bei „Extinction“ rumnörgeln: Das Thema an sich ist interessant, die Umsetzung sehr platt. Dabei muss ich natürlich anmerken, dass „Extinction“ einen sehr interessanten Plottwist aufweist. Eine Wendung, die das bis dahin Gesehene auf spannende Art und Weise auf den Kopf stellt. Wie „Black Mirror“ auch beginnt damit ein nettes Gedankenexperiment. Problem ist halt nur, das ist eigentlich das Einzige, was „Extinction“ so halbwegs sehenswert macht. Letztendlich ist es aber auch was, das man in fünf Sätzen erzählen und sich dann danach drüber unterhalten kann.

Ansonsten ist die Story nämlich leider sehr vorhersehbar und leider auch nicht besonders stark inszeniert. Zu Beginn hatte ich noch gehofft, dass wir Pena dabei beobachten dürfen, wie seine merkwürdigen Visionen sein Leben mehr und mehr aus dem Ruder laufen lassen. Doch es gibt ein eine längere Diskussion mit seiner Frau, ein paar komische Blick von Mitarbeitern und Freunden und bumm… ist die Invasion Wirklichkeit. Mir wäre ehrlich gesagt lieber gewesen, man hätte den diesen Weg ein bisschen mehr ausgebaut – dann hätte man dem Zuschauer auch mehr Zeit geben können, sich für Peter zu interessieren. Stattdessen wird er viel zu schnell in so ein blödes Survival-Szenario geschmissen. Und in diesem Szenario kommt einfach so überhaupt keine Spannung auf. Stattdessen hat es mich nur geärgert… wegen der Invasoren.

Die haben das perfekte Ortungssystem, um ihre verlorene Waffe wiederzufinden (denn Peter stiehlt einem von denen die Waffe), aber rennen trotzdem wie blöd durch die Gegend und suchen die letzten Überlebenden zusammen. Da hat jemand von deren Technikern wirklich seine Prioritäten gesetzt. Das war schon mal eine dumme Sache, aber es geht mit dieser Waffe noch ewig weiter. Denn Peter kann sie erst gar nicht bedienen, doch als seine Familie kurz davor ist, von zwei Invasoren über den Haufen geschossen zu werden, fummelt er da kurz mal mit einem Kabel dran rum und auf einmal funktioniert das ganze Ding bestens.

Allgemein war dieser ganze Invasionsteil recht unspektakulär, was halt auch wieder daran lag, dass er a) recht vorhersehbar ist und b) die Charaktere einem vorher nicht wirklich näher gebracht werden. Was nicht besser gemacht wird durch die doch sehr hölzerne Darstellung aller Beteiligten. Es gibt eine Szene, da reagiert Pena auf seine Film-Frau Caplan mit gefühlt 5 Sekunden Verzögerung. Ich mag Pena ja wirklich sehr, aber „Extinction“ ist nicht so sein Film. Da ruht sich Regisseur Ben Young zu sehr auf seiner vermeintlich tollen Prämisse auf, anstatt sich wenigstens ein bisschen auf seine Darsteller und Charaktere zu konzentrieren. Somit ist „Extinction“ wirklich nur so viel wert wie der Plottwist. Der ist zwar cool, aber der Rest ist eher Durchschnittsware.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Invasionsthema mit interessantem Twist, mehr leider nicht)

4 Kommentare leave one →
  1. 30. Juli 2018 08:51

    Ich war auch überrascht, dass so viel Gejammer darum gemacht wurde, dass der Film nicht ins Kino kam. Ich bin ja ein ausgesprochener Pena-Fan, aber dieser Film war so lala und ist bei Netflix genau richtig aufgehoben.
    Das hölzerne Spiel erklärt sich zwar in Teilen, ist für mich also stimmig, dennoch bleibt für mich eine riesige Logiklüge, was die Protagonisten angeht.
    Die Idee der Geschichte fand ich aber grundsätzlich toll.

    • donpozuelo permalink*
      30. Juli 2018 18:00

      Da gab es echt Gejammer? Kann ich auch nicht verstehen. Wenn ich den Film im Kino gesehen hätte, hätte es mich ehrlich gesagt noch mehr geärgert. So als Netflix-Film für zwischendurch passt der echt gut. Da hätte ich dann doch lieber sowas optisch eindrucksvolles wie „Annihilation“ im Kino sehen wollen.

      Ja, die Idee war wirklich super, der Rest halt einfach nicht so sehr.

  2. 30. Juli 2018 18:28

    Uh, Lizzy Caplan. Vielleicht doch (mal) gucken.

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2018 00:11

      😀 Wo hat sie denn sonst noch so mitgespielt?

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