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Auf einen Sprung in die Quantendimension

27. Juli 2018

Ant-Man“ hat es wirklich nicht leicht. Sein erstes Abenteuer musste er nach dem großen Kampf der Avengers gegen Ultron bestreiten und bildete so zugleich auch den Abschluss von Marvels Phase 2. Für sein zweites Abenteuer hat es der Ameisen-Mann gleich doppelt schwer. Wegen der Fußball-WM wurde der Film mal eben um fast einen Monat nach hinten verlegt (ich als Nicht-Fußball-Gucker kann und will so etwas einfach nicht verstehen!) und dann muss „Ant-Man and the Wasp“ schon wieder nach einem Avengers-Film starten… und dieses Mal auch noch nach dem größten überhaupt, nämlich „Infinity War“. Und das obwohl Ant-Man gar nicht in „Infinity War“ aufgetaucht ist. UND spätestens jetzt weiß auch der Letzte, dass die Marvel-Zeitlinie ein bisschen merkwürdig ist. Aber egal, wir wollen uns jetzt mal über „Ant-Man and the Wasp“ unterhalten.

Kurze Eingliederung: Der Film spielt zwei Jahre nach „Civil War“ und wenige Tage vor „Infinity War“. Scott Lang (Paul Rudd) hat sich wegen seiner Vergehen im Kampf gegen Iron Man für Hausarrest entschieden, den er nun auch schon fast abgesessen hat. Doch genau in diesem Augenblick gibt es natürlich wieder Ärger. Zum einen wollen Hank Pym (Michael Douglas) und seine Tochter Hope (Evangeline Lilly) die in der Quantendimension verschollene Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer) retten. Dafür lassen sie sich auf Geschäfte mit dem schmierigen Sunny Burch (Walton Goggins), der natürlich Pyms Technologie für sich haben möchte. Zum anderen taucht auf einmal Ghost (Hannah John-Kamen) auf, die dank ihrer Fähigkeit mal eben durch feste Materie gehen zu können, zu einer harten Gegnerin wird, die ihre ganz eigene Agenda verfolgt.

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Ich war schon vom ersten „Ant-Man“ ein Fan, auch wenn der natürlich das schwere Los hatte, dass Edgar Wright aussteigen und Peyton Reed übernehmen musste („Ant-Man“ hat es wirklich nicht leicht). Ich mochte die ganze Schrumpf-Action und den Humor, den ja nicht nur Paul Rudd, sondern besonders auch Michael Pena als Luis rüberbrachte. „Ant-Man“ war wunderbares Pop-Corn-Kino mit all den üblichen Marvel-Klischees (inklusive Yellowjacket).

„Ant-Man and the Wasp“ macht eigentlich genau da weiter, verfeinert das bestehende Rezept einfach nur ein wenig ohne allzugroße Innovationen zu bieten. Das klingt jetzt sehr viel negativer als es gemeint ist, denn „Ant-Man and the Wasp“ macht unheimlich viel Spaß.

Zum einen gibt es wunderbare Action-Sequenzen, in denen Peyton Reed einmal mehr mit der Schrumpf-Technik spielen kann. Allein die Verfolgunsjagd, die man schon im Trailer sieht, macht unheimlich viel Spaß. Dabei punktet aber nicht nur Paul Rudd, sondern eben auch Evangeline Lilly, die zu Wasp wird. Beide liefern sich nicht nur einen tollen verbalen Schlagabtausch, sondern bestreiten auch tolle Kämpfe. In Sekundenschnelle wird hier von groß auf klein und wieder zurück geschrumpft, dass es nur so eine Freude ist. Allein was die Action-Set-Pieces angeht, hat „Ant-Man and the Wasp“ auf jeden Fall noch mal einen drauf gelegt. Der Ameisen-Mann und seine Wespen-Frau sind tolle MCU-Charaktere, die dringend mehr Screen-Time brauchen.

Und auch die Comedy funktioniert einmal mehr wirklich gut . Peyton Reed beschert uns eine rasante Action-Komödie, in der Paul Rudd einfach mal wieder zeigt, dass er den charmanten, etwas unwissenden Superhelden perfekt spielen kann. Evangeline Lilly ist das passende Ying zu seinem Yang und gibt ihm ordentliche Konter. Es hat was von einer Screwball-Komödie im Superheldengewand. Dazu kommt ein Michael Pena, dessen Rolle (im Gegensatz zum ersten Film) gerechterweise sehr viel stärker ausgebaut wurde. Michael Pena ist comic relief, hebt das aber auf eine ganz neue Stufe. Insgesamt könnte man „Ant-Man and the Wasp“ auf dem Level der Albernheiten auf eine Stufe mit „Thor 3“ setzen. Was wohl so viel heißt wie: einige werden es lieben (vor allem Fans des ersten Films), andere nicht so sehr.

Comedy und Action funktionieren in „Ant-Man and the Wasp“ so gut, dass man durchaus vernachlässigen kann, dass die Story nicht so super spannend ist. War Teil 1 noch Heist-Movie, ist Teil 2 wirklich einfach nur ein bisschen Verfolgungsjagd und Rettungsaktion. Dabei spielt Janet van Dyne nie eine so große Rolle, sondern ist immer nur Motivator für die Handlung. Walton Goggins‘ Sunny Burch ist ein 08-15-Bösewicht, der schnell wieder vergessen ist. Dafür ist Hannah John-Kamens Ghost durchaus ein interessanter Schurke, eben weil sie auf ihre eigene Art und Weise für eine Form von Gerechtigkeit kämpft. Damit spielt sie sich zwar nicht zu den besten Schurken im MCU auf (eine Liste, die nach 20 Filmen ohnehin erschreckend kurz ist), aber sie ist interessanter als viele andere. Eben auch, weil es hier (und bei „Ant-Man“ allgemein) nie darum geht, die ganze Welt zu retten. „Ant-Man and the Wasp“ bleibt da dem Schrumpf-Thema entsprechend eher „kleiner“ und das ist auch gut so.

Alles in allem ist das die richtige Art von Film nach „Infinity War“ – was zur Entspannung, was zum Lachen, einfach nur stimmiges Marvel-Kino ohne die Schwere eines Krieges.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Paul Rudd und Evangeline Lilly sind ein super Team und können ruhig öfter zusammen auftreten)

7 Kommentare leave one →
  1. 27. Juli 2018 17:21

    Auf den freue ich mich jetzt wirklich. Zuerst dachte ich: mäh, ein zweiter Teil und mit Frau…kann doch nicht funktionieren, aber nun habe ich so viel Gutes gehört, dass ich alle Bedenken beiseite geschoben habe 😀

    • donpozuelo permalink*
      27. Juli 2018 20:58

      Ja. Der ist gut. Und du warst doch auch Fan vom ersten Film, oder nicht?

      Aber gerade Evangeline Lilly passt so als Wasp wirklich gut in den Film.

      • 27. Juli 2018 21:00

        Absoluter Fan. Ja Evangeline passt schon 🙂

        • donpozuelo permalink*
          28. Juli 2018 17:33

          Das denke ich auch. Sie ist nicht so nervig wie zum Ende von LOST und nicht so fehl am Platz wie in DER HOBBIT 😀

  2. 27. Juli 2018 22:28

    Ich habe ja die Befürchtung, dass Walton Goggins so langsam in dieses „Der Böse der halt auch da ist“-Schema getypecastet wird. Ohne jetzt einen Film davon gesehen zu haben, war das ja scheinbar auch schon bei „Tomb Raider“ der Fall. Ich hoffe,der kriegt auch mal wieder gute Rollen, in denen er sein Talent zeigen kann. Wäre schade, wenn er mit der Zeit dadurch in der Versenkung verschwindet.

    • donpozuelo permalink*
      28. Juli 2018 17:34

      Da hast du absolut Recht. In Tomb Raider war er echt austauschbar hoch zehn und hier leider auch. Würde mir für ihn auch wünschen, dass er wieder bessere Rollen abstaubt.

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