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Das Tor zur Wahrheit

16. Juli 2018

Zwei Serien, die mehr oder weniger die gleiche Geschichte erzählen – welche davon guckt man dann eigentlich? Von „Fullmetal Alchemist“ habe ich schon vor einiger Zeit die erste Serie geguckt, bis ich dann irgendwann mal mitbekam, dass es noch eine zweite Serie gibt: „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“. Das war aber keineswegs eine Fortsetzung der ersten Serie, sondern noch mal ein Neuanfang, eine neue Interpretation… und ein Wagnis, das meine Neugierde erweckte. Ich habe mich insgeheim immer gefragt, wo denn der Unterschied sein mag. Gut, ich hatte schon gelesen, dass „Brotherhood“ viel dichter am Manga sein sollte, aber lohnt sich deswegen (zumal ich die Comics nie gelesen habe) trotzdem ein Blick? Es hat jetzt drei Jahre gedauert, doch endlich habe ich mich dazu durchgerungen, mir „Brotherhood“ anzuschauen.

Die Story ist erst einmal die Alte: Die Brüder Edward und Alphonse Elric sind auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Weil sie mit Alchemie versuchten, ihre Mutter von den Toten auferstehen zu lassen, verlor Edward seinen rechten Arm und ein Bein und sein Bruder Al sogar seinen ganzen Körper. Nur seine Seele ist noch übrig, die Ed an eine schwere alte Rüstung gebunden hat. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen wird Ed zu einem staatlich anerkannten Alchemisten, um seine Forschung voranzutreiben. Dabei deckt er schon bald eine Verschwörung auf: Das Militär und die Regierung wird von so genannten Homunkuli unterwandert, künstlichen Wesen mit enormen Kräften, die von einer unbekannten Macht gesteuert werden – und Ed und Al erfahren auch, welche Opfer für einen Stein der Weisen gebracht werden müssen.

Alchemie 2.0

Die erste Serie zu „Fullmetal Alchemist“ hatte das Problem, dass der Manga noch nicht abgeschlossen war, als die Serie produziert wurde. Dementsprechend wurde nur ein Teil der Comics verfilmt und den Rest „erfand“ man dann quasi dazu – halt ein wenig wie „Game of Thrones“ das jetzt gerade macht. Ich bin ein großer Fan der ersten Serie, gerade diese Mischung aus Cyberpunk und Mittealter und dann am Ende noch diese verschiedenen Dimensionen waren schon echt ziemlich cool.

„Brotherhood“ und „FMA 1“ (wie ich es jetzt mal nennen will) beginnen sehr gleich. Die ersten 13, 14 Folgen kennt man theoretisch schon, was jemandem, der die alte Serie kennt, etwas Sitzfleisch und vor allem Geduld abverlangt. Erst danach spürt man dann langsam, dass hier doch einiges anders ist. Ganz klar im Vordergrund steht die Story. „FMA 1“ war mit seiner Thule-Organisation und den unterirdischen Stadt und dem ganzen Dimensionssprung (der ja dann auch für ein recht offenes Ende der Serie sorgte) sehr viel fantastischer, wenn man das über eine Serien-Welt, in der Alchemie an der Tagesordnung ist, so sagen kann. „Brotherhood“ fühlt sich da ein bisschen geerdet an, weil es am Ende viel „politischer“ ist. Es geht um die Verschwörung innerhalb der Regierung, es kommt zu einem riesigen Bürgerkrieg und zu zahlreichen Intrigen innerhalb des Staates. Das lässt die Serie gleich mal ein wenig erwachsener wirken – auch wenn es immer noch furchteinflößende Homunkuli gibt.

Man merkt „Brotherhood“ einfach an, dass es eine stabile und ausgearbeitete Grundlage gab, ein Ziel, auf das unerbittlich zugearbeitet wird. Das war leider das Problem von „FMA 1“, das fing gut an, suchte dann mitten drin einen neuen Weg, der dann erst zum Ende so richtig gefunden wurde. Dieses Problem hat „Brotherhood“ einfach nicht, sondern baut schön die Geschichte mit all ihren Verschwörungen sauber auf. Gleichzeitig ist das auch ein wenig das Problem von „Brotherhood“… es fühlt sich etwas gestreckt an. Ich bin mir sicher, diesen Bürgerkrieg und all das, was dazu gehört, hätte man sicherlich auch schneller erzählen können. Und ja, ein bisschen hat mir der Fantasy-Aspekt von „FMA 1“ auch gefehlt. Die Geschichte der Homunkuli wird aber stärker ausgebaut und gerade auch die von Ed und Al. Immerhin stehen die beiden Brüder auch hier im Zentrum und das Ganze wird im Gegensatz zu „FMA 1“ noch persönlicher.

Allerdings muss ich sagen, war ich dann ein wenig enttäuscht vom Finale. Nach dem langen Aufbau war das dann doch schnell vorbei und der große Kampf ist ziemlich schnell vorbei. Was schade ist, hatte ich doch gerade in dem Zusammenhang mehr erwartet. Immerhin ist „Brotherhood“ wirklich abgeschlossen, während „FMA 1“ ja sehr offen endete und eigentlich noch von seinen Zuschauern verlangte, noch einen Film als Epilog zu schauen (den ich aber nie gesehen habe).

Was ist also das große Fazit für beide Serien: „FMA 1“ hat mir insgesamt dann doch ein wenig besser gefallen, „Brotherhood“ ist dafür aber ausgereifter und runder. Jetzt werde ich mir irgendwann noch diesen Live-Action-Film dazu anschauen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

5 Kommentare leave one →
  1. 20. Juli 2018 13:12

    Eine ganz großartige Serie und meiner Meinung auch besser als die erste, weil ich das Finale tatsächlich runder und spektakulärer fand

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2018 16:09

      Ich mag beide Serien, aber ja, diese hier hat auf jeden Fall ein runderes Finale und fühlt sich insgesamt einfach besser strukturiert an.

  2. 24. Juli 2018 20:57

    Ui, das ist ja spannend. Ich kenne bisher auch nur FMA (1). Da die Serie sehr gehypt wurde, sie bei mir aber ein Auf-und-Ab war („Die Episode heute war guuuut“ – „Die Episode heute war so schlecht“), habe ich trotz des Lobes für Brotherhood beschlossen die Neuauflage nie zu schauen … bisschen radikal, aber vllt sollte ich auch nochmal darüber nachdenken. Klingt ja wirklich runder.

    • donpozuelo permalink*
      25. Juli 2018 14:45

      Sie ist auch wirklich sehr viel runder, liegt aber auch daran, dass der Manga da fertig war. FMA 1 musste sich halt viel selbst überlegen und dadurch war dieses Auf und Ab gegeben.

Trackbacks

  1. Grundlagen der Alchemie | Going To The Movies

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