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(American) Ultra Langweilig

27. Juni 2018

Max Landis… ist nun wirklich kein Garant mehr für irgendwas. Ich weiß noch, wie ein Freund mir ein Video von Max Landis zeigte, in dem dieser einfach seine Idee von einem Superman-Film erzählt. Damals dachte ich nur: „Wow, dieser Typ hat’s drauf.“ Seine Idee für den Film war großartig und ich habe mir gedacht (mal wieder): „Wow, dieser Typ hat’s drauf!“ Und tatsächlich hat er es drauf… sein Comic „Superman: American Alien“ erzählt mehrere Superman-Geschichten, die wirklich super sind. Dann erfuhr ich auch noch, dass Landis für das Drehbuch von „Chronicle“ verantwortlich gewesen ist – auch ein sehr cooler Film. Doch wie sich für mich jetzt herausstellte, war es das eigentlich auch schon für Max Landis. Nach all diesen Dingen ist einfach nichts mehr gekommen. Das Skript zu „Victor Frankenstein“ stammte von ihm, und ohne Daniel Radcliffe und James McAvoy wäre dieser Film noch furchtbarer gewesen. Zuletzt hat er sich dann mit Netflix‘ „Bright“ nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Es scheint also fast so, als wäre Max Landis nur das sprichwörtliche blinde Huhn, das sein Korn leider schon viel zu früh gefunden hat. Denn ich bin über den nächsten Landis-Flop gestolpert: „American Ultra“.

Kiffer Mike (Jesse Eisenberg) lebt sein ruhiges Leben mitten im Nirgendwo der USA. Er lebt mit seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) zusammen, arbeitet in einem kleinen Supermarkt, zeichnet Comics von einem Affen-Astronauten und ist eigentlich ständig zugedröhnt. Bis auf einmal in seinem Laden CIA-Agentin Victoria Lasseter (Connie Britton) steht und ihn aktiviert: Auf einmal ist Mike die perfekte Tötungsmaschine, die vom Karriere geilen Adrian Yates (Topher Grace) gejagt wird. Denn Mike ist das einzige erfolgreiche Experiment im Ultra-Programm der CIA und das soll nun eigentlich bereinigt werden.

Jetzt würden sie gerne glitzernde Vampire sehen…

„American Ultra“ fühlt sich an wie etwas, dass Landis im gleichen Zustand zusammengeschrieben hat, in dem sein Hauptcharakter die ganze Zeit ist: total bekifft. Mit der richtigen Mischung an Drogen dürfte die Handlung von „American Ultra“ wie der geilste Scheiß auf der Welt klingen: „Höhöhö… da ist so ein Typ, der ist total normal und dann ist er ein CIA-Super-Agent und killt dann total viele Leute“. Fertig! Hätte mal lieber jemand, der nicht unter Drogen stand, das Ganze gegen gelesen. Dann wäre diesem Jemand vielleicht aufgefallen, was für ein absoluter Humbug dieser Film ist. Obwohl das ja nicht einmal schlimm wäre – zumal ich ohnehin die ganze Zeit das Gefühl hatte, „American Ultra“ würde als Comic besser funktionieren. Denn eine Humbug-Story kann man durch vieles aufwerten: in diesem Fall wäre eine ordentliche Ladung Komik und Action gut gewesen. Blöd nur, dass beides ziemlich beschissen ist.

„American Ultra“ wird als Action-Komödie verkauft, ist aber zu keinem Punkt auch nur ansatzweise witzig, ironisch, satirisch oder auch einfach nur albern. Der Film nimmt sich auf der einen Seite mit seinem CIA-Agenten-Programm super ernst, hat dann auf der anderen Seite den albernsten Bösewicht aller Zeiten. Ich weiß wirklich nicht, was Topher Grace da versucht hat zu spielen, aber das hat nicht gepasst. Wenn der Rest des Films auch so absurd überspitzt gewesen wäre wie Grace, dann wäre alles wunderbar gewesen. Aber so spielt Grace einen Schurken auf Drogen, die viel krasser sind als das Gras, das der Rest geraucht hat. Zudem kommt noch, dass man seine Motivation für all das nie wirklich nachvollziehen kann. Er macht eine Kleinstadt kaputt, um einen Typen zu fangen, der vorher nie Probleme gemacht hat, weil… ja, keine Ahnung, weil das Drehbuch es gesagt hat. Ansonsten wäre das nur ein Film über einen Kiffer in einem kleinen Ort und das war’s.

Die Action hätte es ja vielleicht noch retten können, aber statt auf Comic-hafte Innovationen zu setzen, gibt’s einfach nur handelsübliches Gemetzel. Mal in Zeitlupe, mal ganz schnell – Hauptsache mit schön viel Blut. Hätte Regisseur Nima Nourizadeh doch mal vielleicht ein paar coole Action-Shooter-Komödien geguckt – wie zum Beispiel „Shoot ‚Em Up“ oder „Free Fire“. Dann hätte die Action auch einfach ein bisschen mehr Spaß gemacht. So hangelt sich „American Ultra“ sehr gewollt von einer Gewaltorgie zur nächsten. Warum hat bei diesem Film niemand das Comic-hafte umarmt? Dieser Film hätte komplett over-the-top sein müssen. Stattdessen vergeudet er gutes Potenzial zu einer verdammt öden Story… mit Darstellern, die irgendwie auch einfach nicht passen. Ich weiß auch nicht… Jesse Eisenberg ging für mich so gar nicht und Kristen Stewart stand auch nur hübsch in der Gegend rum. Und auch bei Connie Britton fragt man sich, warum sie sich das überhaupt angetan hat.

„American Ultra“ mag vielleicht voll „american“ sein – wegen der Waffen und der Gewalt und so… aber „ultra“ ist an diesem Film nichts. Er ist nur wirklich ultra langweilig.

Wertung: 3 von 10 Punkten (als Comic, der wirklich allem freien Lauf lässt, könnte ich mir das noch vorstellen, aber der Film an sich ist einfach nur langweilig ohne Ende)

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9 Kommentare leave one →
  1. 27. Juni 2018 10:47

    Guck DIRK GENTLYS HOLISTIC DETECTIVE AGENCY. Da hat Landis seine Kreativität wieder gezeigt.

    • donpozuelo permalink*
      27. Juni 2018 12:39

      Ach echt? Das ist auch von Landis??? Die Serie wird mir ja immer wieder empfohlen, wusste nicht, dass er da mit drin steckt. Tja, dann wandert die auf meiner Prio-Liste vielleicht mal ein, zwei Plätze nach oben.

      Obwohl ich nach „American Ultra“ jetzt so gar keine Erwartungen mehr habe…

      • 27. Juni 2018 21:13

        Er ist zumindest Creator und hat wenn ich mich nicht irre auch das ein oder andere Drehbuch beigesteuert. Die Idee basiert sehr lose auf den Romanen von Douglas Adams. Vorkenntnisse sind aber nicht nötig, da die Serie eigentlich kaum noch etwas damit zu tun hat. Aber sie macht einfach nur jede Menge Spaß und ist teils schön abgedreht.

        • donpozuelo permalink*
          28. Juni 2018 07:45

          Douglas Adams… klingt gut. Ja, du bist jetzt nicht der erste, der mir die Serie empfiehlt und bei vorerst nur zwei Staffeln werde ich mir die mal bald vorknöpfen.

        • 28. Juni 2018 10:05

          Mehr Staffeln werden es leider auch nicht mehr werden.

        • donpozuelo permalink*
          28. Juni 2018 18:15

          Nicht? Das ist schade, aber dann ja noch mehr ein Grund, damit anzufangen. Ich hoffe, es endet dann aber nicht mit einem fiesen Cliffhanger oder so…

        • 28. Juni 2018 19:43

          Das kann ich im Großen und Ganzen verneinen. Ich glaube, die wussten schon, dass es vermutlich nicht weiter geht.

        • donpozuelo permalink*
          29. Juni 2018 11:39

          Gut zu wissen… also habe ich dann eine kleine Mini-Serie a zwei Staffeln. Ja, werde ich mir demnächst wirklich mal vorknöpfen.

Trackbacks

  1. Chat mit einem Unbekannten | Going To The Movies

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