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Ärger mit der Ex

13. Juni 2018

Es ist nicht wirklich verwunderlich, wie viele Serien ab der zweiten Staffel erst so richtig ihren Groove finden. Ob das nun Sitcoms sind, die sich und ihren Humor erst einmal klar definieren müssen oder nun Drama-Serien, die erst in der zweiten Staffel so richtig loslegen… die erste Staffel darf man alten Serien immer nicht zu sehr übel nehmen. Mittlerweile hat sich das auch gelegt, weil man sich heutzutage viel mehr trauen kann, Serien-Macher scheinen risiko-freudiger, was aber auch daran liegt, dass der Zuschauer sich geändert hat. Alte Serien waren da noch zu sehr ans Fernsehen gebunden, mussten vor allem erst ihre Zuschauer finden… und brauchten so eine Weile. Das merke ich jetzt auch an „Angel“ Staffel 2. Während die erste Staffel versuchte, die Atmosphäre und vor allem das neue Setting für den Vampir mit Seele aufzubauen, geht Staffel 2 (zum Glück) ordentlich in die Vollen – was aber leider nicht ganz ohne Fehler ist.

Im Serien-Finale von Staffel 1 haben wir miterlebt, wie Wolfram & Hart Darla (Julie Benz) wieder auferstehen ließ. Und jetzt sorgt sie – mit Unterstützung der bösen Anwaltskanzlei und dem eifrigen Lindsey (Christian Kane) – bei Angel (David Boreanaz) für ordentliches Gefühlschaos. Das geht so weit, dass er mitten in der Staffel sogar sein Team um Cordelia (Charisma Carpenter), Wesley (Alexis Denisof) und Gunn (J. August Richards) feuert, um sich allein seinen Dämonen (in diesem Fall Darla) zu stellen.

Die beißt auch…

Staffel 1 lebte noch stark von Episode zu Episode, ohne wirklich einen starken Story-Rahmen zu liefern. Das ändert sich jetzt mit der ganzen Darla-Geschichte schlagartig. Auf einmal wird Angel noch interessanter, noch spannender und vor allem noch persönlicher. Statt einen auf Batman zu machen, erfindet sich der Charakter Angel in dieser Staffel noch einmal neu – einfach nur aus dem Grund, weil wir viel tiefer in sein Innenleben eintauchen. Wir erfahren mehr über Darlas Vergangenheit und somit auch über Angel selbst. Joss Whedon gibt dem Charakter sehr viel mehr Tiefgang – sehr viel mehr als der Emo-Vampir bei „Buffy“ jemals hätte erleben können. Ich mochte das sehr…

… und wie gesagt, allein die Tatsache, dass Darla nicht einfach nach zwei Folgen wieder weg ist, sondern fast die komplette Staffel hindurch Angel quält, war wirklich gut. „Angel“ ist noch mehr die Art Figur, die eine länger laufende Geschichte braucht. Die Einzel-Folgen sind zwar auch nett, aber insgesamt funktionieren die für mich nicht so. Dadurch das „Angel“, anders als „Buffy“, schon sehr viel erwachsener wirkt und sich auf erzählerisch sehr viel mehr auf den Vampir konzentriert, macht das auch Sinn. Bei „Buffy“ wachsen die Charaktere stärker und können auch mal ganze Handlungsstränge dominieren. Bei „Angel“ muss ich das nicht haben – auch wenn ich die Trennung von seinem Team gut fand (aber wiederum auch nur, weil es gut zu Angels Story gepasst hat).

Die Story wächst und mit ihr auch ein David Boreanaz… aber das habe ich ja schon ausführlich besprochen. Mittlerweile gut leben kann ich dann auch mit Neuzugang Gunn, von dem ich mir anfangs nicht sicher war, ob die Serie noch einen vierten brauchte. Immerhin war mir ein Wesley in Staffel 1 schon zu viel, aber auch das hat sich jetzt gelegt. Das Klamaukige hat er größtenteils abgelegt. Charisma Carpenter ist immer noch die Nummer 1 der Nebendarsteller. Die jedoch in meinen Augen von einem Neuzugang in Staffel 2 abgelöst wird: The Host oder, wie wir später erfahren, Lorne (Andy Hallett), der Besitzer einer Karaoke-Bar, der Dämon, der beim Singen die Aura anderer lesen kann, ist ein großer Gewinn für die Serie und von Sekunde 1 an ein gern gesehener Charakter.

Weniger gern gesehen habe ich die letzten vier Folgen von „Angel“ Staffel 2. Nach der wirklich starken, starken Staffel landen Angel und Co. in einer anderen Dimension und spielen Mittelalter. Das war so dermaßen albern, überzogen und unnötig, dass es die gute zweite Staffel ganz schön in den Dreck zieht. Wie kam man nur darauf, diese vier Folgen zu drehen? Was genau wollte man damit bezwecken? Ich habe mich arg da durch quälen müssen – und wären es nicht die letzten Folgen gewesen, hätte ich der Versuchung, einfach nicht mehr weiter zuschauen, fast nachgeben können. Aber na gut… vielleicht hat Joss Whedon zu dem Zeitpunkt einfach irgendwas ganz schlimmes geraucht. Wie diese Folgen jemals ihren Weg in die Produktion geschafft haben, werde ich nie verstehen (es sei denn, man brauchte einen Grund, um Charisma Carpenter vier Folgen lang in einem Nichts aus Kostüm herumlaufen zu lassen).

Wertung: 8 von 10 Punkten (die letzten vier Folgen machen wirklich viel von der ansonsten wirklich großartigen Staffel kaputt)

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6 Kommentare leave one →
  1. 13. Juni 2018 07:39

    Die Serien hatten früher wenigstens auch noch ihre Zeit, sich zu finden. Dazu haben sie heute ja fast keine Chance mehr.

    • donpozuelo permalink*
      13. Juni 2018 11:12

      Ja, das stimmt wohl auch wieder. Obwohl man ja heute froh ist, wenn eine Staffel nicht zu viele Folgen hat… dann schaftt man noch eine von den tausend anderen Serien, die es gibt 😉

  2. 13. Juni 2018 07:59

    Ich mochte ja die Episoden im Mittelalter sehr, sehr gerne. Einfach herrlicher Unfug und Whedon konnte seine Humor-Komponente komplett ausspielen… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      13. Juni 2018 11:11

      Wenn sie diese Episoden irgendwo mittendrin eingebaut hätten, hätte es mir vielleicht auch besser gefallen. Aber nach dieser krassen Darla-Story war das ein bisschen merkwürdig, diesen Fantasy-Klamauk zu sehen. Und ganz ehrlich, Fred hätte man auch anders einführen können 😀

      • 13. Juni 2018 12:39

        Da ich die Serie damals so in einem Rutsch gesehen hatte, ging es übergangslos mit der nächsten Staffel weiter und ich hatte gar nicht so das Staffelendegefühl… 😉

        • donpozuelo permalink*
          13. Juni 2018 22:51

          Ach… trotzdem… das hat sich für mich einfach nur komisch angefühlt. Sie waren nicht schlecht, nur haben sie für mich einfach nicht so zum Rest gepasst

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