Skip to content

Blutige Grubenopfer

11. Juni 2018

Ich wurde ja schon in den Kommentaren zu Alexandre Ajas „The Hills Have Eyes“ vorgewarnt… aber ich kann ja nur schlecht hören. Oder beziehungsweise kann ich gut hören, aber es ist da manchmal wie mit einem Kleinkind: Wenn mir jemand sagt, wie unterirdisch so ein Film ist, dann ist mein Interesse immer noch ein bisschen mehr geweckt. Im Nachhinein ärgere ich mich immer und wirklich immer und jedes Mal darüber, dass ich nie auf gut gemeinte Warnungen hören kann, aber so ist das mit Kleinkindern… irgendwann müssen sie es einfach selbst lernen. Also, was will ich damit sagen? Trotz eurer Warnungen habe ich mir „The Hills Have Eyes 2“ angeschaut… und mich danach geärgert. Wie immer halt…

Nach den Ereignissen vom ersten Teil gurken auf einmal Wissenschaftler in der Gegend, in der diese Menschenfleisch liebenden Mutanten hausen. Die bekommen so gleich mal wieder ordentliches Futter. Eine Gruppe von Frauen und Männern der National Guard sollen eigentlich nur ein paar Gerätschaften vor Ort abliefern, laufen aber auch den Mutanten in die Falle.

Sollten auch vor ihrem eigenen Film flüchten…

Ich habe jetzt mit Absicht einfach mal keine Darsteller oder Charakternamen erwähnt, denn irgendwie sind die dem deutschen Regisseur Martin Weisz auch zu keinem Zeitpunkt wirklich wichtig. Man könnte ihm jetzt vorwerfen, dass er sich nur noch um das Blut und das Gemetzel kümmert, aber tatsächlich würden wir ihm damit zum Teil Unrecht tun. Denn wider jeder Erwartung stammt das Drehbuch von Wes Craven selbst – zusammengeschrieben mit seinem Sohnemann Jonathan. Und wirklich viel Schlaues ist den beiden nicht eingefallen – und eben auch nichts zu den Charakteren. Das sind bis unter die Zähne bewaffnete Vollidioten, die austauschbarer nicht sein könnten. Anfangs wird man blödem Armee-Gelabere und dem typischen „Full Metal Jacket“-Klischee von Army-Gesang, wütenden Vorgesetzten und blöden Spitznamen gelangweilt. Schon hier wird ziemlich schnell klar, dass „The Hills Have Eyes 2“ nicht gut werden würde. Dann irgendwann stoßen die halt auf die Mutanten und werden nach und nach, und Stück für Stück wortwörtlich abgefrühstückt.

An dieser Stelle darf sich dann der gute Herr Weisz austoben, der ja sein Debüt mit dem zum größten Teil verbotenen Film „Rohtenburg“ drehte – ein Film über eine wahre Begebenheit in Rotenburg, wo ein Mann übers Internet einen gesucht hat, den er aufessen darf. Klingt unheimlich… und wenn ich mir Weisz‘ Vorliebe vor die Darstellung von Gewalt in „Hills 2“ anschaue, dann möchte ich „Rohtenburg“ wirklich nicht sehen.

Denn wo es diesem Film hier an jeglicher Story oder auch nur halbwegs interessanten Charakteren mangelt, fehlt es nicht an widerlicher Gewaltdarstellung, die den Vorgänger sogar noch übertrifft. Ich meine, gut… für Fans von „blood and gore“ dürfte selbst dieser Film noch recht harmlos daher kommen, aber mir hat das ehrlich gesagt schon gereicht. Zumal Weisz auch einfach zu viel zeigt, anstatt dem Kopfkino Platz zu lassen. Da wird gleich zu Beginn eine Frau entführt, die für den Nachwuchs der Mutanten sorgen soll – und eigentlich kann man sich hier jetzt schon den Rest denken. Aber nein… Weisz glaubt nicht daran, dass wir uns das denken können. Deswegen bekommen wir eine sehr unangenehme (die unangenehmste Szene des Films, möchte ich meinen) Darstellung von dem, was so ein Mutant mit einer jungen Frau macht. Vollkommen unnötig und vor allem auch vollkommen unnötig in die Länge gezogen.

Abgesehen davon „langweilt“ dieser Film einfach nur… wie gesagt, die National Guard rennt unüberlegt durch die Gegend. Die trennen sich bei jeder Gelegenheit, irgendeiner muss immer den Helden spielen und am Ende überlebt der Pazifist, der wegen dem Aufkleber „Konversation statt Konfrontation“ von seinem Vorgesetzten auf den Deckel bekommen hat. Da haben wir dann gleich noch unsere tiefere Botschaft für diesen Film. Oder auch nicht…

Diese Fortsetzung war unnötig. Sie ist schlecht geschrieben und führt diesen „Mythos“ der Mutanten nicht wirklich weiter. Statt in dieser atomaren Modell-Kleinstadt spielt sich alles unter Tage in irgendwelchen Minen ab. Panische Menschen tun dumme Dinge und werden Mutanten-Frühstück und das war’s dann auch schon. Der Film versucht nicht einmal, irgendwie dem Remake gerecht zu werden. Er will einfach nur sehr viel dümmer sein… kann man sich also wirklich sparen.

Demnächst werde ich dann aber noch mal Filmschrotts Vorschlag annehmen und mir das alte Wes Craven Original anschauen… aber ich denke, danach reicht es mir dann auch mit diesen Mutanten.

Wertung: 2 von 10 Punkten (billiges Gemetzel ohne Spannung, ohne Sinn, ohne alles…)

Advertisements
3 Kommentare leave one →
  1. 11. Juni 2018 14:36

    Wer nicht hören will, muss fühlen (=leiden)… 😉

    • donpozuelo permalink*
      11. Juni 2018 19:39

      Wie recht du hast… und wie sehr ich gelitten habe 😀

Trackbacks

  1. Kannibalen-Mutanten | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: