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Rettet die Dinos!

8. Juni 2018

Ich habe letztens noch mit einem Freund darüber gesprochen: die ganzen Blockbuster in diesem Jahr waren bisher alle nicht so besonders umwerfend. „Solo: A Star Wars Story“ kämpft gerade mit furchtbaren Zahlen (was ich, ehrlich gesagt, ganz gut finde, weil man sich dann vielleicht bei Disney mal wieder ein bisschen mehr um „Star Wars“ kümmert). „Tomb Raider“ hat auch irgendwie nicht abgeliefert… und von „Pacific Rim 2“ wollen wir mal gar nicht erst sprechen. Bislang hat mich Blockbuster-technisch nur „Infinity War“ wirklich begeistern können. Tja… und jetzt versuchen es also die Dinos, die bei mir sowieso einen schweren Stand haben, da ich jetzt nicht der größte Fan von „Jurassic World“ war. Der war aber trotzdem saumäßig erfolgreich, deswegen erwartet uns nun „Jurassic World: Das gefallene Königreich“. Ich muss leider sagen, der Film reiht sich für mich in die Enttäuschungen des Jahres mit ein. Dabei fing der gar nicht mal so schlecht an.

Drei Jahren sind nach dem katastrophalen Ereignissen mit dem Indominus Rex im Themenpark „Jurassic World“ vergangen. Der Park ist verlassen und die Isla Nublar gehört wieder ganz allein den Dinosauriern. Die frühere Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) setzt sich mittlerweile stark für den Schutz der Dinos ein, den der Vulkan auf der Insel droht alle Tiere zu töten. Sir Benjamin Lockwood (James Cromwell) und sein Mitarbeiter Eli Mills (Rafe Spall) wollen einige der Dinos retten und auf einer einsamen Insel sammeln. Claire ist sofort dabei… und kann auch Owen Grady (Chris Pratt) überzeugen. Doch kaum sind die beiden auf der Insel, müssen sie feststellen, dass Mills ganz andere Pläne mit den Dinos hat… und ach ja, einen neues Gen-Dino-Experiment gibt es auch: den Indoraptor.

Gleich wird geboxt

Ach „Jurassic World“… irgendwie kommst du nicht so wirklich aus dem Knick. Du lieferst zwar nach wie vor Dinos, aber wer zur Hölle segnet eigentlich deine Drehbücher ab??? Das ist leider auch bei „Jurassic World 2“ eine mittelschwere Katastrophe. Ich bin in diesen Film gegangen und habe gedacht, dass diese ganze Dino-Rettungsaktion den Hauptteil des Films ausmacht. Aber Pustekuchen… der noch interessanteste Teil von „Jurassic World 2“ ist gefühlt nach 30 Minuten auch schon wieder vorbei. Keine große Dino-Jagd nach all denen Dinos, die gerettet werden sollen. Selbst der Vulkanausbruch wird nie so richtig genutzt. Ich hatte mir einen Wettlauf gegen die Zeit vorgestellt… aber das liefert dieser Film einfach nicht. Stattdessen gibt es einen Dino-Fight, obwohl die Viecher eigentlich gerade in Panik weglaufen; es gibt eine tatsächlich sehr coole Szene, in der ein Riesendino durch einen Tunnel gestampft kommt. Wirklich beeindruckend.

Überhaupt liefert Regisseur J. A. Bayona immer mal wieder sehr aufregende Bilder ab. Allein die komplette Anfangsszene ist grandios und absolut unheimlich. Wenn so der komplette Film gewesen wäre, wäre „Jurassic World 2“ ein krasser Film geworden. Aber wir sprechen hier leider im Konjunktiv…

… denn viel zu schnell verlassen wir die Insel viel zu schnell wieder – und dann kommt ein Teil, der furchtbar langweilig ist. Ich will jetzt nichts spoilern, aber Bayona versucht hier verzweifelt, diesen Dinos einen Horror-Aspekt hinzuzufügen. Immerhin kommt Bayona ja mit „Das Waisenhaus“ aus diesem Genre – und in „Jurassic Park“ gab es ja auch genug „Horror“ mit Dinos. Aber in „Jurassic World 2“ wird das irgendwie sehr albern – nur um mal ein Beispiel zu nennen: wenn euch ein riesiger, gefrässiger Dino verfolgt, was macht ihr? Ja, natürlich versteckt ihr euch in eurem Bett und zieht die Decke über den Kopf. Logisch, oder nicht (zu diesem Punkt gibt es zwar auch wieder eine sehenswerte und auch schwindelerregende Kamerafahrt, aber mehr auch nicht).

Story-technisch ist „Jurassic World 2“ echt Mist. Rafe Spall muss so einen verkorksten Bond-Schurken-Verschnitt spielen, der plakativ seinen bösen Plan heraus posaunt und einfach nie wirklich nachdenkt. Furchtbar, aber leider passend zum Rest von diesem Mist.

Dino-Futter

Ich will jetzt aber auch nicht nur meckern. Chris Pratt und Bryce Dallas Howard waren super. Haben mir in diesem Teil sogar weitaus besser gefallen als noch im ersten. Die liefern sich hier einen sympathischen Schlagabtausch und funktionieren einfach super zusammen. Das war’s aber auch schon. Claires Mitarbeiter Zia (Daniella Pineda) und Franklin (Justice Smith) nerven dagegen extrem. Die hätte man sich sparen können. Dann lieber nur Pratt und Howard und vielleicht wenigstens einen Schurken, der gut geschrieben ist.

Aber weswegen gucken wir „Jurassic World 2“? Natürlich wegen der Dinos… und die waren in Teil 2 wirklich super. Selbst der Indoraptor sieht wesentlich besser aus als sein Vorgänger aus Teil 1. Es macht halt schon was aus, wenn man auch mal ein paar Dino-Puppen verwendet und nicht nur alles aus dem Computer holt.

„Jurassic World 2“ überzeugt in Punkto Dinosaurier und seinem Hauptdarsteller-Pärchen, aber das Drehbuch ist einfach nur eine Katastrophe – und was sie da alles für Teil 3 anteasern… oh Mann, eine Sache davon finde ich sehr dumm, die andere durchaus interessant. Schauen wir mal, was draus wird.

Wertung: 4 von 10 Punkten (bessere Dinos, aber blöde Story)

P.S.: Jeff Goldblum, alter „Jurassic Park“-Veteran, taucht leider wirklich nur für einen unnötigen Kurzauftritt auf. Nett, aber unnötig…

7 Kommentare leave one →
  1. 8. Juni 2018 10:44

    „Solo: A Star Wars Story“ kämpft gerade mit furchtbaren Zahlen (was ich, ehrlich gesagt, ganz gut finde, weil man sich dann vielleicht bei Disney mal wieder ein bisschen mehr um „Star Wars“ kümmert).

    Ganz sicher nicht. Das Einzige, was man machen wird, ist die Filme eben wieder Ende des Jahres ins Kino zu bringen, weil der Mai-Termin schlecht ankam in Augen von Disney. Ist aber letztlich ohnehin scheißegal, denn man kümmert sich um gar nix, außer seine Geldbörse und die wird durch den ganzen Blockbusterquark nun mal gefüllt. „Jurassic World 2“ klingt auch wieder nach einem ganz großen Spaß für den Filmschrottplatz. Aber wen wunderts. Teil 1 war schließlich auch schon saudoofe Scheiße, bei der ich einfach nicht nachvollziehen kann, wie irgendjemand sich davon unterhalten fühlen kann. Blockbuster sind tot, es lebe die Dummheit im CGI-Gewand.

    • donpozuelo permalink*
      10. Juni 2018 17:57

      Naja, ich hoffe, dass man jetzt doch ein bisschen mehr drauf achtet. Denn mit „Solo“ wird sich niemand so richtig die Geldbörse füllen. Vielleicht darf Madame Kathleen Kennedy, die sich ja einen Dreck um die Fans schert, bald gehen und es kommt jemand, der sich zumindest für Star Wars interessiert.

      Was „Jurassich World 2“ angeht… ja, der ist perfekt für den Schrottplatz… und dein letzter Satz ist wunderbar und trifft das Ganze perfekt!!!

      • 10. Juni 2018 20:03

        Mir ist „Star Wars“ ja relativ hupe, deshalb ist es mir auch recht egal, ob die da jetzt umdenken oder nicht. Ich habe aber einfach generell das Gefühl (nicht nur bei Disney, sondern Hollywood generell), dass man immer wieder nach anderen Ausreden sucht, wie eben falscher Starttermin, falsche Besetzung, falsches Marketing etc., aber nie auf die Idee zu kommen scheint, dass ein Film auch mal floppen kann, weil er einfach unnötig oder im schlimmsten Fall einfach komplette Scheiße ist.

        • donpozuelo permalink*
          11. Juni 2018 19:38

          Egal war mir „Star Wars“ nie. Deswegen nimmt mich das schon mit.

          Aber du hast Recht mit den billigen Ausreden. Und gerade in letzter Zeit kommt halt auch wirklich so viel unnötiger Müll. Ein bisschen mehr Neues wäre schon schön.

        • 11. Juni 2018 22:03

          Ich habe die Hoffnung zwar mittlerweile aufegeben, was das Neue angeht, aber um so überraschter werde ich sein, wenn es in 10+ Jahren dann vielleicht doch mal der Fall ist.

        • donpozuelo permalink*
          11. Juni 2018 22:45

          Ja… solange könnte es dann wahrscheinlich wirklich dauern…

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