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Das kleine Übel

14. Mai 2018

Netflix und seine Filme – irgendwie werde ich da immer noch nicht so ganz warm mit. Dabei rede ich vor allem (und nach wie vor) von den tatsächlichen Eigenproduktionen (und nicht etwa gekauften Filmen wie „Annihilation“). „Bright“ und „Mute“ sind da auch nach wie vor meine Lieblingsbeispiele für – irgendwie alles interessante Themen für Filme, die aber leider keinen wirklich interessanten Film abgeliefert haben. Jetzt steuere ich meiner noch kurzen Liste einen weiteren Film zu: „Little Evil“ von Eli Craig.

Gary (Adam Scott) heiratet Samantha (Evangeline Lilly), die ihren kleinen Sohn Lucas (Owen Atlas) mit in die Beziehung bringt. Der jedoch mag Gary so überhaupt nicht und macht es diesem mehr als nur schwer, ein guter Stiefvater zu sein. Problem für Gary: der kleine Satansbraten entpuppt sich schon sehr bald tatsächlich als wahrhaftiger Satansbraten, sprich als Sohn des Teufels. Und so muss Gary nicht nur einen Weg finden, die Beziehung zu seinem neuen Sohn aufzubauen, sondern ihn auch noch vor einem Satanskult beschützen.

Ein Moment des Friedens…

Eli Craig hat sich mit „Tucker & Dale vs. Evil“ viele Freunde gemacht. Der Film erzählte einen klassischen Horror-Films aus der Sicht der vermeintlich bösen Hinterwäldler, die es auf eine Gruppe junger, attraktiver Menschen abgesehen haben – nur mit dem Twist, dass die Hinterwäldler eigentlich total liebe und nette Typen sind und die attraktiven Menschen einfach nur saudämlich. Das war ein toller Film, der gekonnt mit den Erwartungen spielte und das Horror-Genre an sich gekonnt gegen sich selbst ausspielte. Aber kann Eli Craig das wiederholen – mit einem Film über das Gruseligste, was es in Horror-Filmen gibt: Kinder?

Kinder in Horror-Filmen sind immer ein unheimliches Sinnbild dafür, wie das Böse das Unschuldige für sich einnehmen kann. Und im Fall von „Little Evil“ ist das vermeintliche Unschuldslamm eben mal dein Stiefsohn. Eine eigentlich witzige Idee – bei einem Eli Craig, der sich ja scheinbar mit so etwas auskennt (dem Spielen mit Genre-Erwartungen), eine eigentlich bestens aufgehobene Idee. Möchte man meinen… Problem ist nur, „Little Evil“ kommt nie so richtig in die Gänge.

Was ihm gut gelingt, ist ein witziger Blick darauf, wie schwer es sein kann, Vater zu werden. Auch ohne satanische Kräfte ist das sicherlich keine leichte Aufgabe. Das Kind misstraut dem neuen Mann ihrer Mutter, der neue Mann versucht aber alles, um es allen recht zu machen. Das ist sicherlich nie einfach und immer anstrengend – und „Little Evil“ zeigt uns mit Gary einen tapferen Mann, der alles auf sich nimmt für die Frau, die er liebt und den Sohn, den er gerne lieben möchte. In der Hinsicht ist die Komödie auf jeden Fall witzig – und es ist ja eigentlich auch gerade dieses Konzept, verbunden mit den Horror-Sachen, das eigentlich viel Potenzial hat.

Aber dieses Potenzial verpufft in den meisten Fällen im Film ungenutzt – oder es wird nur mal kurz angeschnitten. Da gibt es ein paar „Das Omen“-Anspielungen, einen „Shining“-Zwilling-Witz und noch ein paar kleine Easter-Eggs, aber so richtig viel das alles nie zünden. Owen Atlas ist zwar auf jeden Fall verdammt gut darin, ein unheimliches Kind zu spielen, aber irgendwie kriegt Eli Craig nie so ganz die Kurve, hier Familien-Komödie und Horror mit einander zu verbinden. Das schwächelt dann doch ganz schön – zumal zwar immer wieder, Lucas‘ Vater erwähnt wird und auch Gary bekommt eine schleierhafte Vergangenheit zugeschrieben, sodass man meinen könnte, da verbirgt sich hinter all dem noch viel mehr… aber es kommt einfach nicht. Zwischendurch hatte mich der Film halt schon so weit, dass ich dachte, Gary wäre irgendwie der Sohn eines Engels, der hier jetzt quasi gegen den Sohn des Teufels angehen muss – eben weil es immer wieder so merkwürdige Hinweise gibt, aber am Ende verpufft das Finale in schlechtem CGI und ein bisschen Feuer und das war dann alles.

„Little Evil“ ist nett. Ein Film, den man sich mal angucken kann, wenn man wirklich alle Netflix-Optionen durch hat (kann sowas überhaupt passieren). Aber ansonsten ist eigentlich nur die Prämisse cool, der Rest so lauer Durchschnitt.

Wertung: 5 von 10 Punkten (hätte man echt mehr draus machen können)

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