Skip to content

Dschungelfieber

4. Mai 2018

Dwayne Johnson baut sich seine Marke weiterhin gut aus. Ich habe letztens einen Artikel darüber gelesen, dass er wegen dem ursprünglichen (traurigen) Ende von „Rampage“ fast aus dem Film ausgestiegen wäre. Er begründete das damit, dass seine Fans eine gewisse Erwartung an seine Filme hätten. Sie wollen unterhalten werden und sie wollen ein Happy End, weil das in seinen Filmen nun einmal so ist. Die Marke Dwayne Johnson solle mit guten Gefühlen verbunden werden, traurige Enden haben da nichts zu suchen. Gut, die Marke Johnson funktioniert nicht immer wirklich gut (husthustBaywatchhusthust), aber immer besser und besser. Seinen letzten großen und vor allem komplett unerwarteten Erfolg feierte der mächtige Rock mit der Fortsetzung zu „Jumanji“: „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ (und ja, es ist wirklich eine Fortsetzung… das wurde ja irgendwie immer abgetan und irgendwie schön geredet, aber es ist eine ziemlich eindeutige Fortsetzung, in der kurz auch Robin Williams‘ Alan Parrish angesprochen wird).

Im Jahr 1996 verwandelt sich das Brettspiel Jumanji in ein Video-Spiel, 20 Jahre später trifft der „Breakfast Club“ des Jumanji-Universums auf das Spiel: da hätten wir den Nerd Spencer (Alex Wolff), den Sport-Star Fridge (Ser’Darius Blain), die Selfie süchtige Bethany (Madison Iseman) und die unauffällige Martha (Morgan Turner). Sie alle werden in das Spiel „Jumanji“ gesogen und müssen hier nun die Welt von Jumanji retten. Spencer wird dabei zum muskulösen Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Fridge zum kleinen und langsamen Franklin Finbar, der explodiert, wenn er Kuchen isst, Bethany wird zum dicken Sheldon Oberon (Jack Black) und Martha wird zum taffen Game-Babe Ruby Roundhouse (Karen Gillan).

The Rock – The Game

„Jumanji 2“ fängt wirklich wie eine aufgehübschte Version von „Breakfast Club“ an und würfelt eine bunt gemixte Gruppe klassischer Teenie-Klischees zusammen, bevor die dann im Spiel „Jumanji“ in Rollen geworfen werden, die ihrem eigentlichen Ich nicht unähnlicher sein könnten. Der Angsthase wird zum unbesiegbaren Hulk, der egoistische Athlet ist lahm und kann nicht laufen, die eingebildete Hübsche wird ein dicker, hässlicher Mann und das graue Entlein wird zum schönen Schwan. Und jeder von ihnen kann so Lehren aus seinem Spiele-Ich ziehen, die er im wahren Leben auch anwenden kann. Ich würde mal sagen, allein hier hat Johnson seinen Lehrauftrag dann mal auf unterhaltsame Art und Weise eingehalten und bringt uns bei, was wir schon lange wissen sollten: Man soll ein Buch nicht nach dem Einband bewerten, denn am Ende zählen die inneren Werte. Somit hat „Jumanji 2“ auch ein bisschen Tiefgang – die Betonung liegt auch „ein bisschen“, denn man darf jetzt kein Drama erwarten. In erster Linie möchte „Jumanji 2“ unterhalten und das funktioniert bestens. Nicht unbedingt wegen der Story oder der Action, sondern vielmehr wegen der Charaktere.

Die Story und die Action sind nicht einmal so aufregend, wenn ich ehrlich sein darf. Die CGI-Kreaturen sehen leider wirklich für die heutige Zeit recht „billig“ aus. Ob nun die Nashörner, die Nilpferde oder später auf die Jaguare, die unsern Spielern im Dschungel das Leben zur Hölle machen, sind alle nicht unbedingt von der feinsten Art. Auch die Action ist jetzt nicht soooo superduper wie man das vielleicht von einem Dwayne-Johnson-Film erwarten möchte. Natürlich sollte man jetzt kein „Fast 8“ oder sowas erwarten, aber Johnson kommt Action-technisch nicht so zur Geltung. Da stiehlt ihm dann doch jemand anderes die Show – nämlich Karen Gillan, die als Ruby Roundhouse wild Kampf-Tanz-Choreografien abliefert und den Affen mal ordentlich zeigt, wo die Banane hängt. Das wiederum sah alles verdammt cool aus.

Dafür punktet „Jumanji 2“ dann vor allem bei seinem wunderbaren Cast, der perfekt gegen den Strich besetzt wurde – mal abgesehen von Kevin Hart, der auch in diesem Film einfach nur Kevin Hart spielt: aufgedreht und Witze darüber machend, dass er klein ist. Yeah, Kevin Hart!!!! Dafür ist Dwayne Johnson echt gut – als schreckhafter Nerd im Körper eines Titan, der fasziniert seinen Bizeps anfässt und mit seiner unglaublichen Macht nicht so ganz klar kommt. Absolutes Highlight ist aber Jack Black als Insta-Bitch, die fasziniert vom männlichen Körper ist und ihre Oberflächlichkeiten nach und nach ablegt. Karen Gillan habe ich erst einmal gar nicht wieder erkannt, kenne ich sie doch eigentlich nur als blaue Nebula. Aber auch sie war verdammt witzig in ihrer Rolle.

„Jumanji 2“ hat Spaß gemacht, mehr Spaß, als ich erwartet habe. Ich hoffe, dass sie in weiteren Fortsetzungen, die ja nun mal kommen werden, es vielleicht auch noch schaffen, eine spannendere Story zu entwickeln. Denn nur von den Charakteren allein kann dieses neue Franchise auf Dauer auch nicht überleben.

Wertung: 8 von 10 Punkten (die digitale Variante von „Jumanji“ macht erstaunlich viel Spaß)

Advertisements
8 Kommentare leave one →
  1. dexterward64 permalink
    4. Mai 2018 18:59

    Ja, der hat mir auch gut gefallen, trotz Kevin Harts Dabeiseins :))
    Karen ist ne ganz possierliche was?
    Und ja Dwayne ist omnipräsent. Bin auf seine beiden nächsten Rampage und Skyscraper gespannt. Sehen beide trashig aus, aber was solls 🙂

    Warum ich hier zweimal bei gefällt mir auftauche verstehe ich nicht sorry (bastle gerade an meinem Blog).

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2018 17:45

      Possierlich ist ein nettes Wort für sie 😀 Aber ja, Johnson ist wirklich überall im Moment. Auf „Rampage“ hätte ich schon Bock, auf „Skyscraper“ irgendwie nicht so sehr.

  2. 4. Mai 2018 19:46

    Ich weigere mich noch immer zu glauben, dass der so gut sein soll… da muss ich wohl die Probe aufs Exempel machen

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2018 17:45

      Der ist tatsächlich ziemlich gut. Ich hätte es auch nicht geglaubt, aber es ist wirklich so. Es ist kein Meisterwerk, aber gutes Popcorn-Kino.

  3. 10. Mai 2018 16:46

    Karen Gillian = Amy Pond aus Doctor Who. Nicht nur Nebula…

  4. 23. Mai 2018 09:32

    Meine Erwartungen an den JUMANJI-Reboot waren relativ gering. Es ist ja leider so, dass Reboots meistens nicht an das Original herankommen (husthustDieMumiehusthustGhostbustershüstelhüstel 😉 ), aber ich war wirklich positiv überrascht. @ChristianNeffe, trau dich ruhig.

    Hier meine Überraschung in Worten: https://adoringaudience.de/jumanji-welcome-to-the-jungle-2017/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: