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Kaiju-Roboter

2. Mai 2018

Ich war einer der ersten, der damals geflucht hatte, als es so aussah, als ob Guillermo del Toros „Pacific Rim“ keine Fortsetzung bekommen würde. Ich mochte den Film sehr (und mag ihn immer noch): Das war wunderbares Monstergekloppe – riesige Roboter, die gegen riesige Viecher kämpfen. Das waren auch ziemlich coole Kämpfe – wenn die sich da mit Tankfrachtern prügeln. Da ging mein Monster-Herz schon sehr auf. Umso glücklicher war ich dann, als endlich bekannt wurde, dass es ein „Pacific Rim 2“ geben würde. Doch jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, weiß ich nicht mehr, ob man da wirklich noch von Glück reden kann.

Der Film spielt zehn Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils. Jake Pentecost (John Boyega), Sohn des verstorbenen Kriegshelden Stacker Pentecost, vertreibt sich seine Zeit damit, alte Jaeger-Teile zu verscherbeln. Dabei trifft er irgendwann auf die junge Amara (Cailee Spaeny), eine begabte Jaeger-Pilotin, die sich ihren eigenen Mini-Jaeger zusammengebaut hat. Beide werden jedoch erwischt und werden verhaftet. Statt Gefängnis erwartet Jake jedoch Arbeit in Papas altem Jaeger, gemeinsam mit seinem Kumpel Nate (Scott Eastwood), während Amara in die Ausbildung zur Pilotin geht. Eine Ausbildung, die bald hinfällig sein könnte, wird doch unter Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) daran gearbeitet, dass Jaeger ferngesteuert werden sollen. Doch dann geht alles schief – ein mysteriöser Jäger taucht auf und greift die Menschen an, die er eigentlich beschützen sollte.

Go go Power Rangers

Ganz ehrlich, „Pacific Rim 2“ ist doof. Doof und langweilig und wirklich so gar nicht mehr mit dem ersten Teil zu vergleichen. Was wohl auch wirklich sehr daran liegt, dass Guillermo del Toro sehr frühzeitig aus dem ganzen Projekt ausgestiegen ist (da hat sich dann jemand mit „Shape of Water“ vertröstet und seine Kaijus Kaijus sein lassen). Aber auch so… ich hatte echt das Gefühl, als wollten die eher einen Film für Kinder machen. Allein dieser Anfang, wenn Jake und Amara in ihrem selbstgebauten Jaeger fliehen… das war echt Kinderkram. Der kugelt sich lustig zusammen, springt hier hin und da hin. Der sah niedlich und witzig aus, aber deswegen wollte ich nicht einen zweiten Teil von „Pacific Rim“ sehen.

Der erste Teil hatte düstere Bilder, die Kämpfe waren brutal und lang und vor allem wusste del Toro, dass die Leute ordentliche Kämpfe sehen wollen. Teil 2 wirkt super bunt. Es gibt kaum eine Szene, die nachts oder im Dunkeln spielt. Ist jetzt vielleicht ein blöder Grund, aber irgendwie hat mich das genervt. In „Pacific Rim 2“ hat alles so eine „Power Rangers“ trifft „Transformers“-Optik. Auf einmal ist denen bewusst geworden, dass junge Menschen besser die Jaeger steuern können. Aha… um so einem jungen Publikum besser zu gefallen, packt man also jetzt einen Haufen unbekannter Jungdarsteller vor die Kamera und hofft mit „Star Wars“-Star John Boyega Leute davon zu überzeugen, diesen Film gucken zu müssen??? War ein blöder Move.

Dazu kommt dann einfach mal die Tatsache, dass dieser Film kaum nennenswerte Action zu bieten hat. Wenn ich sehen will, wie sich Riesenroboter mit Riesenrobotern prügeln, dann kann ich auch gleich bei Michael Bay bleiben. Der weiß wenigstens ganz genau, wie man das richtig in Szene zu setzen hat. In „Pacific Rim 2“ sieht das einfach ziemlich öde und leider sehr unspektakulär aus. Erst zum Ende hin bekommt man das, weswegen man eigentlich da ist – und selbst der Kampf zwischen diesen Kaijus kommt nicht einmal ansatzweise an die Sachen aus dem ersten Teil heran.

Man muss es einfach sagen: „Pacific Rim 2“ fehlt Guillermo del Toro. Es fehlen die wirklich coolen Monster-Designs, es fehlt einfach das Herz in einem platten Monster-Roboter-Streifen. Alles in allem war dieser Film für einen Bombast-Action-Film ziemlich öde – was vor allem auch an der Story lag. Ich will jetzt hier mal nichts spoiler – für den Fall, dass sich das jemand von euch noch antun möchte – aber die große Auflösung, warum dieser eine Jaeger plötzlich durchdreht und blablabla, ist zwar nicht unbedingt an den Haaren herbeigezogen, aber einfach ziemlich doof umgesetzt. Und dazu kommt dann noch dieses „Independence Day 2“-Ende, das einen weiteren Teil anteasert, der wie schon bei „ID2“ cooler klingt als der eigentliche Film.

Mir tut es ein wenig Leid um Guillermo del Toro, dessen Baby hier zugrunde gerichtet wird. Mir tut es ein wenig Leid um John Boyega, der lieber bei „Star Wars“ hätte bleiben sollen. Und mir tut es um mich Leid, weil ich doch so viel lieber ordentliche Monster-Action gesehen hätte. Ob ich mir da jetzt wirklich noch einen dritten Teil für antun muss???

Wertung: 3 von 10 Punkten (ein mehr als nur maues Sequel zu einem tollen Film)

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5 Kommentare leave one →
  1. 2. Mai 2018 08:51

    Ich muss ganz ehrlich sagen, mir persönlich hat der zweite Teil besser gefallen, weil ich ihn viel lockerer fand… ich glaube genau deine Kritikpunkte fand ich gut am Film.

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2018 17:44

      😀 Tja, so kann es laufen. Ich glaube, ich bin einfach zu großer Fan des ersten Teils. Da kann nichts mehr rankommen. Ich hätte mir einfach nur gewünscht, dass del Toro noch dabei gewesen wäre.

  2. 10. Mai 2018 14:38

    Jetzt tust du mir aber auch irgendwie leid. 😉

  3. 12. Mai 2018 09:10

    Hab ich auch so empfunden. Beim ersten Teil dachte ich wow, das ist ein Film für jemanden wie mich, Mittfünfziger die im Herzen noch zwölfjährige Kaiju-Fans sind. Teil 2 war dann eher etwas für Zwölfjährige, die anspruchsmäßig noch Sechsjährige sind. Im Vergleich zum Vorgänger irgendwie infantil und hanebüchen. Schade.

    • donpozuelo permalink*
      14. Mai 2018 21:12

      Sehr schön beschrieben. Genau so ist es. Ich fand es auch sehr schade… damit ist das dann auch eigentlich vorbei. Einen dritten Teil brauche ich jetzt auch nicht mehr…

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