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Kolossaler Zwilling

23. April 2018

Denke ich an Anne Hathaway, denke ich an RomComs. Und vielleicht noch daran, dass sie für 4 Minuten in die Kamera weinen, einen Oscar bekommen hat. Zugegeben waren das schon ziemlich gute 4 Minuten, war ihre Rolle in „Les Miserables“ doch schon ziemlich heftig, aber interessant finde ich es dann doch immer wieder, was manchmal für kleine Rollen nominiert werden (ich erinnere mich da nur an Robert De Niro in „Silver Linings“, das war ja eine noch kleinere Rolle, aber ich weiche vom Thema ab). Anne Hathaway kann aber natürlich auch anders, sie hat sich mal als Catwoman probiert und jetzt wurde mir letztens bei amazon ein Monster-Film mit ihr vorgeschlagen: „Colossal“. Ein Monster-Film mit Anne Hathaway, das klingt verrückt genug, als das ich mir das mal anschauen könnte.

Gloria (Hathaway) hat ein Alkoholproblem, weswegen ihr Freund Tim (Dan Stevens) sie kurzer Hand aus der gemeinsamen Wohnung schmeißt. Gloria kehrt darauf hin in ihre kleine Heimatstadt zurück, bezieht das leere Haus ihrer Eltern und freundet sich mit ihrem Freund aus Kindheitstagen Oscar (Jason Bateman Sudeikis) an, der ihr hilft, wo er nur kann. Irgendwann erschüttern Nachrichten aus Seoul die ganze Welt: ein riesiges Monster taucht immer wieder einfach so auf und terrorisiert die Stadt. Auch Gloria bekommt natürlich davon mit, bis sie eine erschreckende Entdeckung macht: Sie und das Monster sind irgendwie mit einander verbunden. Was Gloria macht, macht auch das Monster.

Hathaways Make-Up ist schon großartig 😉

„Colossal“ ist ein bisschen wie die Monster-Version von „Being John Malkovich“ – eine gescheiterte Persönlichkeit muss zu sich selbst finden und verliert sich ein wenig zu sehr in der Persönlichkeit eines anderen. Während „Being John Malkovich“ ein großartiges Skript von Charlie Kaufman hat, das wirklich die Untiefen jedes Charakters auslotet und einen tollen Regisseur mit Spike Jonze hat, der das Ganze gekonnt inszeniert, fehlt das bei „Colossal“ dann leider doch sehr.

Der Film kommt nie so richtig über die witzige Grundidee hinaus. Das Ganze wird zwar noch um eine interessante Komponente erweitert, jedoch wird das alles nie so richtig, richtig erklärt. „Colossal“ möchte gerne eine tiefere Ebene erreichen und mehr sein als nur ein normaler Monster-Film, nur gelingt das nicht so richtig.

Versteht mich nicht falsch, der Film ist schon anders. Es geht ja nicht nur um die Bedrohung des Monsters, es geht schon primär um Gloria und ihre eigene Selbstfindung. Aber Regisseur Nacho Vigalondo (cooler Name übrigens) schafft es nie so richtig, dass auch so zu inszenieren. Der Film plätschert so gemächlich vor sich hin, ist dabei weniger witzig als man es mit dieser Prämisse vielleicht hätte sein können. Und wie gesagt, auch die vermeintliche Sinnsuche kommt nie so richtig in Gang. Was eigentlich ziemlich ärgerlich ist, weil die Idee von „Colossal“ halt wirklich gut ist… und weil auch die Darsteller wirklich gut sind.

Anne Hathaway und Jason Bateman Sudeikis haben eine gute Chemie und so eine Oscar-Darstellerin wie Hathaway macht schon was her für so einen kleinen Film, der ohne Miss Hathaway wahrscheinlich komplett in der Filmwüste verschwunden wäre. Aber gute Darsteller allein reichen einfach nicht aus. Am Ende des Films saß ich ein wenig verloren vorm Fernseher und fragte mich, was mir dieser Film jetzt eigentlich sagen wollte.

„Colossal“ ist ein netter Versuch, das Monster-Genre mal zu erweitern, aber so ganz geklappt hat das leider nicht.

Wertung: 5 von 10 Punkten (coole Idee, die witziger und tiefgründiger hätte sein können)

2 Kommentare leave one →
  1. 23. April 2018 09:49

    Also mir hat er deutlich besser gefallen, vielleicht gerade weil Jason Bateman hier nicht mitgespielt hat :))

    • donpozuelo permalink*
      23. April 2018 23:32

      😀 😀 😀

      Scheiße, hab ich echt Jason Bateman geschrieben… oh Mann. Ich verwechsel die beiden aber irgendwie auch jedes Mal…

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