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Und täglich grüßt der Mörder

13. April 2018

Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist ein zeitloser Klassiker darüber, wie man das Thema Zeitschleife auf die perfekteste und unterhaltsamste Art und Weise verfilmen kann. Der Film grast alle Möglichkeiten der Zeitschleife ab – wir dürfen mit erleben, wie Phil Connors erst verzweifelt, dann die guten Seiten der Situation erkennt, dann wieder so stark verzweifelt, dass er sich umbringen will und es einfach nicht schafft (weil ihn die Zeitschleife ja immer wieder am gleichen Tag aufwachen lässt) und am Ende wird er dadurch ein besserer Mensch und bricht den Kreislauf. Ein grandios guter Film, dem Regisseur Christopher Landon nun mit Hilfe von Meister-Produzent Jason Blum einen etwas anderen Anstrich verpassen möchte – mit seinem Film „Happy Deathday“, der halt wirklich einfach auch „Und täglich grüßt der Mörder“ hätte heißen können.

Die Studentin Tree (Jessica Rothe) wacht nach einer durchfeierten Nacht an ihrem Geburtstag in der Bude von ihrem Kommilitonen Carter (Israel Broussard). Angewidert von ihm verlässt sie seine Zimmer und stolziert durch ihren Tag: Wir lernen dabei, dass sie was mit einem verheirateten Dozenten hat, dass sie eigentlich eine ganz schöne Bitch ist, die selbst ihrer netten Mitbewohnerin nichts wirklich nettes sagen kann und dass sie das klassische Schwesternschaften-Miststück ist, die denkt, die Welt dreht sich nur um sie. Doch als sie sich abends auf den Weg zu ihrer Geburtstagsfeier macht, wird sie von einem maskierten Mann attackiert und umgebracht. Doch statt zu sterben, wacht sie wieder bei Carter auf – und muss ihren Geburtstag immer und immer wieder durchlaufen und versuchen rauszufinden, wer sie da jedes Mal tötet.

Eine Scream-Maske, aber ähnlich doof

„Happy Deathday“ ist wie eine etwas holprige Mischung aus dem schon erwähnten Meisterwerk von Harold Ramis und „Scream Queens Staffel 1“, nur das hier halt nur auf ein Mitglied einer Schwesternschaf Jagd gemacht wird. Holperig sage ich deshalb, weil der Film wirklich nur sehr schwer in die Gänge kommt. Denn erst versucht Regisseur Landon das Ganze sehr ernst und auch recht blutig darzustellen, dann auf einmal fällt ihm ein, dass er es ja auch lustig machen könnte, dann quetscht er eine mühsam zusammengebastelte Liebesgeschichte mit einzubinden, bevor er dann wieder auf Kurs kommt und am Ende mit ein paar netten Überraschungen punkten kann.

Wenn „Happy Deathday“ einfach nur Spaß mit dem Konzept Zeitschleife hat und sich selbst auch weniger als seriöser Horror-Film sieht, sondern vielmehr als Horror-Komödie, dann macht der Film durchaus auch echt Spaß. Dann geht es ähnlich wie bei Phil Connors zu und Tree nutzt ihre „Unsterblichkeit“ geschickt aus – um ein wenig Spaß zu haben und um mehr über mögliche Verdächtige zu lernen. Dabei kommt es dem Film echt zugute, dass Jessica Rothe den Wandel von der Bitch zum netten Mädchen mit Gewissen überzeugend rüber bringt und dennoch kann sie sich irgendwie nie so richtig ausleben – weder als Bitch noch als nettes Mädchen. Da wäre mir eine Emma Roberts aus „Scream Queens“ doch irgendwie lieber gewesen. Letztendlich liegt das aber wahrscheinlich auch daran, dass dieses ständige Hin und Her in der Story etwas unausgeglichen wirkt und sich so auch auf Rothe auswirkt.

Dennoch schafft es „Happy Deathday“, dass man dabei bleibt – immerhin geht er gut mit seinem Geheimnis um und führt uns an mehreren Stellen gekonnt in die Irre (auch wenn ein aufmerksamer und nicht leicht zu beeinflussender Zuschauer die Auflösung wahrscheinlich früher erkennen könnte… wahrscheinlich, vielleicht, keine Ahnung). Das Ende fand ich toll – und nicht nur, weil der Film dann vorbei war.

Wie gesagt, ein bisschen runder hätte „Happy Deathday“ in seinem kleinen Genre-Mix schon sein können, aber es ist dennoch ein unterhaltsamer Film geworden. Was mich allerdings ein wenig beunruhigt, ist die Tatsache, dass tatsächlich an einem „Happy Deathday 2“ gearbeitet wird, bei dem es darum gehen soll, warum Tree in dieser Zeitschleife landet. Das wäre ja so, als würde man „Groundhog Day 2“ drehen, um zu hinterfragen, warum Phil Connors passiert, was ihm passiert. Naja… mal gucken, ob ich mir das anschauen werde (sollte es denn wirklich in die Kinos kommen).

Wertung: 6 von 10 Punkten (unausgeglichener Genre-Mix, der einen aber gut bei Stange hält)

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