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Projekt 314

9. April 2018

Ich schaue „Buffy“ ja mit einem ausgemachten (und selbst ernannten) Buffy-Experten, der mich schon zu Beginn dieses Slayer-Marathons darauf hinwies, dass wir etwas andere Wege gehen würden. Denn immerhin geht auch die Serie geht andere, neue Wege. Nicht nur ist die Highschool vorbei und Buffy und Co. gehen jetzt aufs College. Nein, auch Angel ist ja jetzt sein eigener Herr und hat sogar seine eigene Serie. Deswegen, so mein Buffy-Experte, war es wichtig, nicht einfach nur alle Buffy-Folgen zu gucken und danach das Spin-Off, sondern beide zusammen. Also immer eine Buffy-Folge und danach eine Angel-Episode… um bei den entscheidenden Cross-Over-Folgen auch immer noch den Überblick zu behalten. Ein Weg, der gerade bei den Crossovern wirklich Sinn gemacht hat, den ich aber beim Schreiben der Kritiken nicht eingehen werde. Das wäre zu kompliziert, weswegen ich mich jetzt erst einmal nur um die vierte Staffel von Buffy kümmere.

Wie schon erwähnt, ist die Scooby Gang jetzt am College… und gerade Buffy (Sarah Michelle Gellar) hat damit anfangs noch so ihre Probleme. Was ja ganz normal ist. Nur wenn man nebenbei noch allerlei Monster töten muss, ist das alles nicht so einfach. Willow (Alyson Hannigan) durchleidet vor allem die Trennung von Oz (Seth Green), findet aber später zu der zauberhaften Tara (Amber Benson), Xander (Nicholas Brendon) ist als einziger nicht am College und Giles (Anthony Stewart Head) muss damit klar kommen, dass er nach dem Ende der dritten Staffel keine Bibliothek mehr hat, deren Bibliothekar er sein kann. So hat jeder seinen eigenen Kram… bis erst Spike (James Marsters) zurückkehrt und auf einmal noch die mysteriöse Initiative auftaucht, die merkwürdige Experimente an Monster veranstaltet.

Staffel 4 hat wieder so viel zu bieten, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei dem wahrscheinlich interessantesten Streitthema der Staffel (soweit ich das feststellen konnte): Riley Finn, gespielt von Marc Blucas – Buffys neuer Freund und Mitglied der Initiative. Ein irgendwie nerviger Ken zur Dämonen tötenden Barbie. Ein Bubi, der irgendwie zu glatt war für die Scooby Gang. Ein Typ ohne Ecke und Kanten, der manchmal anstrengend war. Jetzt weiß ich von der Singenden Lehrerin, dass das wohl offensichtlich genau so von Joss Whedon beabsichtigt war. Wenn das stimmt, dann „Hut ab!“ Mission erfolgreich erfüllt. Blucas ist großartig darin, nervig zu sein. Nach Angel ist er ohnehin nicht der passende Typ für Buffy, aber das er dann doch so einen großen Teil in ihrem Leben einnimmt, wirkt irgendwie falsch. Und ich weiß, dass waren jetzt verdammt viele „Irgendwies“, aber so ist es nun mal. Ich konnte mich nie so ganz entscheiden, ob ich ihn nun mögen oder hassen soll. Meistens ging mir sein treu doofer Blick und seine komische Art einfach nur auf den Keks…

Die ganze Idee mit der Initiative dagegen fand ich ziemlich cool, wobei man jetzt auch merkt, woher die Idee zu „Cabin in the Woods“ stammte. Noch offensichtlicher hätte sich Whedon nicht an seiner eigenen Idee bedienen können. Gewöhnungsbedürftig fand ich dagegen Staffel-Bösewicht Adam (George Hertzberg): Dieses Frankenstein’sche Monster bestehend aus Dämonen-Teilen war mir erst sehr suspekt, zum Ende hin mochte ich ihn dann aber doch sehr. Gerade wenn er später Spike als seine Yoko Ono einsetzt, um Buffys Freunde auseinander zu treiben. Aber da (und natürlich auch schon weit vorher) zeigen sich die großen Vorzüge von James Marsters in dieser Serie. „Buffy“ wäre nicht das Gleiche ohne Spike.. und ein Spike, der durch einen Mikrochip nicht mehr in der Lage ist, Menschen zu verletzen, ist großartig. Staffel 4 ist definitiv eine großartige Spike-Staffel, die diesem Vampir viel zu tun gibt, um seinen Kultstatus weiter auszubauen – besonders die „Something Blue“-Folge, in der Willows Zauber schief geht und Buffy und Spike auf einmal ein Paar werden, ist super.

Neben der großen Story gibt es natürlich auch die einzelnen Episoden, von denen „Hush“ besonders hervorsticht, in der alle ihre Stimme verlieren und 30 Minuten von 45 keiner auch nur einen Mucks machen kann. Auch die allerletzte Folge, in denen wir in die Träume der Gruppe eindringen und die selbst einen David Lynch stolz machen sollte, war super. Das Verhältnis zwischen guten und schlechten Episoden schlägt eindeutig mehr zu den guten… auch wenn ich „Beer Bad“ (Buffy als Neanderthaler) schon jetzt mal zu den furchtbarsten Folgen stelle (noch vor die Hyänen-Folge aus Staffel 1).

Überhaupt war es recht interessant, dass das große Finale in der vorletzten Folge abgeht und die letzte Folge diese sehr surreale ist. Ich weiß noch nicht, ob das für später noch was zu bedeuten hat… aber es war interessant, das so auszustrahlen.

Alles in allem eine coole Staffel, die auch gut mit dem „Angel“-Spin-Off zusammenarbeitet, auch noch einmal Faith (Eliza Dushku) wiederholt, die mich hier aber teilweise mehr störte. Ich bin jetzt auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht… auch wenn der Wechsel zwischen Buffy und Angel für mich ein wenig belastend war – weil ich die erste Staffel von „Angel“ bei weitem nicht so stark fand, was mich dann immer wieder ein bisschen aus dem „Zauber“ herausgerissen hat.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Cabin in the Woods – die Serie)

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