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Nieder mit dem Bürgermeister

4. April 2018

Seit nun mehr drei Staffeln wundere ich mich bei „Buffy“ über die Bibliothek der Sunnydale Highschool. Nie kommt da auch nur irgendein Mensch rein. Nie wundert sich jemand darüber, dass es da nur okkulte Bücher gibt (gut, es kommt ja auch nie jemand rein!). Diese Bibliothek ist ein wahres Phänomen: Batmans Bathöhle könnte sich von der Bibliothek noch etwas abgucken: hier wird trainiert, hier recherchiert. Hier werden Waffen ohne Ende gebunkert, hier werden die Planungstreffen durchgeführt – und in einer Highschool voller Leute kommt doch nie jemand darauf, dass hier etwas vielleicht merkwürdig abläuft. Vielleicht ist das auch wie mit Superman, der ja angeblich die Menschen unter Massenhypnose hält, damit sie ihn als Clark Kent nicht erkennen, auch wenn er sich einfach nur eine Brille aufsetzt.

Wie ich jetzt ausgerechnet auf die Bibliothek komme? Ganz einfach: In der ersten Folge der dritten Staffel von „Buffy“ ist die Bibliothek einfach mal richtig voll! Schüler rennen rein und raus, um sich die Bücher fürs nächste Schuljahr zu holen. Fand ich unheimlich faszinierend, dass sie offensichtlich auch noch für ihren eigentlichen Verwendungszweck genutzt werden kann 😉

Nach den tragischen Ereignissen von Staffel 2 (wir erinnern uns: Angel verlor seine Seele, wurde zum Riesenarsch, bekämpfte Buffy, die ihn am Ende – kurz nachdem Willow seine Seele wiederhergestellt hatte – töten und in die Hölle schicken musste) hat Buffy (Sarah Michelle Gellar) Sunnydale den Rücken gekehrt und trauert. Willow (Alysson Hannigan), Xander (Nicholas Brendon) und Oz (Seth Green) haben das „Slayen“ vorerst für sie übernommen. Doch irgenwann kehrt Buffy zurück (schon in Folge 2) und nach ein paar tiefgründigen Gesprächen scheint alles wieder beim Alten zu sein. Naja, nicht ganz… ein neuer Slayer, Faith (Eliza Dushku) taucht in Sunnydale auf. Wenig später dann sogar ein neuer Watcher, Wesley (Alexis Denisof). Und als wenn das alles nicht schon stressig genug wäre, versucht der Bürgermeister (Harry Groener) zum vollwertigen Dämon zu werden.

Nachdem Staffel 2 ja eine recht zusammenhängende Geschichte mit dem bösen Angel hatte, kehrt Staffel 3 mehr zu den „Monster-of-the-Week“-Episoden zurück. Was mich anfangs ein wenig störte, hatte ich doch gehofft, es würde jetzt weiterhin immer diese große Story geben. Doch mit der Zeit musste ich doch feststellen, dass „Buffy“ auch mit diesen Einzel-Episoden nach wie vor gut funktioniert… und in Staffel 3 sogar noch besser. Denn auch wenn sich alles sehr lose anfühlt, steuert jede Einzel-Episode etwas zum großen Ganzen bei.

Mein persönliches Highlight ist Folge 2, in der Buffy nach Sunnydale zurückkommt und sich den Fragen der anderen stellen muss. Jetzt wird diese Folge die ganze Zeit leider nur durch merkwürdige Zombie-Viecher unterbrochen… und lenkt so immer wieder von den wirklich sehr emotionalen Szenen zwischendurch ab. Aber letztendlich ist das Thema der zweiten Folge ausschlaggebend für den Ton der dritten Staffel… denn jetzt noch mehr lenkt Joss Whedon unser Augenmerk auf die Gefühlswelt seiner Protagonisten.

Bei Buffy ist das ja recht offensichtlich, trauert sich weiterhin um Angel. Als der dann wieder auftaucht, ist die Beziehung aber trotzdem sehr brüchig, wissen sie doch beide, dass sie nie wirklich zusammen sein können. Aber viel interessanter als die ganze Geschichte fand ich alles andere drumherum: Staffel 3 widmet sich mal mehr den Slayer-Helfern, der Scooby-Gang. Die Folge, in der sich Cordelia (Charisma Carpenter) wünscht, Buffy wäre nie nach Sunnydale gekommen, ist großartig. Die Folge, in der Xander auf sich allein gestellt ist und mit einer Gruppe von Untoten abhängt, während die anderen mal so nebenbei den Weltuntergang verhindern, war ebenfalls grandios. Das ist so die eine Folge über den einen Typen, der halt keine besonderen Fähigkeiten hat und dennoch enorm wichtig ist (das Ganze hat mich extrem an die Sokka-Folge aus „Der Herr der Elemente“ erinnert.

Mit Eliza Dushku als zweitem Slayer wird’s dann auch in der Gruppe ein wenig komplizierter. Wie ein Wirbelwind sorgt die Dame für ordentlich Chaos und beschert uns endlich mal die Frage, was passiert, wenn beim Kampf gegen Vampire und Co. aus Versehen mal ein Mensch getötet wird. Eine Frage, die man schon früher hätte angehen können, aber die jetzt in der gefühlslastigen Staffel sehr viel besser gebrauchen konnte, stellt es gerade Buffy vor ganz neue Probleme.

Der Bürgermeister war dann ein netter Schurke, aber nichts im Vergleich zu Angel in Staffel 2. Ich fand ihn trotzdem sehr cool, auch wenn das Finale mit ihm dann ein bisschen sehr over-the-top war.

Staffel 3 von „Buffy“ hat aber dennoch eine Menge zu bieten. So ziemlich alle „Nebencharaktere“ zu Buffy werden ausführlich beleuchtet. Wir bekommen einen stärkeren Einblick in die Gefühlswelt der einzelnen Charaktere. Der Kurzauftritt von Spike (James Marsden Marsters) erfreut ungemein… alles in allem auch wieder eine sehr unterhaltsame Staffel, die neue Wege einschlägt, das Angel-Spin-Off vorbereitet und uns auf ein Leben nach der Highschool lenkt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (mehr die Staffel über Buffys Gang, aber dennoch extrem gut)

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3 Kommentare leave one →
  1. 4. April 2018 08:20

    Ich mochte das Monster of the week Prinzip. Aber keine Angst, spätestens ab Staffel 5 hast du wieder die großen zusammenhängenden Folgen 😉
    (Oh und der gute Herr heißt Marsters… Marsden war jemand anders…)

    • donpozuelo permalink*
      12. April 2018 23:04

      Hahaha… stimmt. Oops. Fehler. Wird gleich korrigiert. James Marsden als Spike wäre einfach nicht das Gleiche gewesen.

Trackbacks

  1. Angel Investigations | Going To The Movies

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