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Live long and prosper!

12. März 2018

Ich war nie ein Trekkie. Mein Wissen über „Star Trek“ fängt mit dem von mir gewählten Spruch als Titel an, geht über William Shattner und Patrick Stewart und endet damit, dass das Raumschiff Enterprise heißt. Als Kind habe ich mal ein, zwei Episoden der alten Serie gesehen, das war’s. Ich habe keinen der alten Filme gesehen, nur das neue Zeug, das J.J. Abrams aus dem Boden gestampft hat. Ich bin ein „Star Wars“-Kind durch und durch. Ich brauche ein bisschen Magie und Fantasy, der Realismus von „Star Trek“ hat mich dann doch nie so wirklich angesprochen… bis jetzt. Denn wider jeder Erwartung habe ich mir Netflix‘ „Star Trek Discovery“ angeschaut – und war eigentlich schon nach den ersten fünf Minuten verzaubert davon.

Sternenzeit weiß ich gerade nicht, aber wir befinden uns im All, wo die Föderation Probleme mit den Klingonen hat. Bei der Schlacht der Zwei Sterne löst Offizier Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) mal eben den Krieg zwischen Föderation und Klingonen aus. Sie wird wegen Meuterei und Kriegstreiberei angeklagt und soll eigentlich hinter Gitter wandern. Doch auf dem Weg in den Knast kommt sie an Bord der USS Discovery, wo Captain Lorca (Jason Isaac) Burnham an seiner Seite haben will. Gemeinsam mit der Crew der Discovery versucht Burnham diesen Krieg zu überstehen.

Keiner trägt wirklich rot…

Wie gesagt, ich wollte das alles gar nicht schauen. Von der Serie an sich wusste ich nur, weil Sonequa Martin-Green extra deswegen aus der siebten Staffel von „The Walking Dead“ herausgeschrieben wurde, um die Hauptrolle in „Discovery“ zu übernehmen. Doch irgendwann habe ich mich breit reden lassen (denn alle im Büro schwärmten förmlich von der Serie) und dachte mir: „Okay, guck dir die erste Folge an!“. Zwei Dinge passierten dann: 1) Der Look der Eröffnungssequenz allein hat mich echt aus den Socken gerissen. „Star Trek: Discovery“ sieht aber nicht nur zu Beginn einfach umwerfend aus, sondern eigentlich durch die Bank durch. Der Look der Serie ist großartig, die paar Planeten, die wir zu sehen bekommen, die Klingonen selbst und einige Kreaturen-Designs sind schon echt der Hammer. 2) Ich fand im Intro heraus, dass niemand geringeres als Bryan Fuller hinter der Serie steckt. Ein gutes und ein schlechtes Zeichen – das Gute daran ist, dass Fullers Serien immer großartig aussehen und es auch sind. Das Schlechte daran ist, dass Fuller-Serien keine lange Lebensdauer haben („Hannibal“ wurde nach drei Staffeln abgesetzt, „Pushing Daisies nach zwei und bei „American Gods“ ist er selbst gerade ausgestiegen), eine Tatsache, die mir etwas Sorgen bereitet. Schließlich bin ich langjähriger Star-Trek-Missachter gerade zu einem Trekkie im Training geworden.

Aber davon will ich mich nicht ärgern lassen, denn immerhin ist die erste Staffel so konzipiert, dass sie auch als Mini-Serie gut funktionieren könnte. Bis auf einen (wie ich finde, etwas albernen) Cliffhanger ist „Discovery“ in sich abgeschlossen. Mir hat das alles erstaunlich gut gefallen. Ich mochte die ganze Geschichte hinter Burnham und wie sie als Auslöser des Kriegs versucht, diesen zu beenden. Ich muss zwar auch sagen, dass ich ihre Liebesgeschichte etwas stark reingedoktort fand, aber alles in allem mochte ich Sonequa Martin-Green in der Rolle wirklich sehr.

Die Serie hat es dann auch geschafft, trotz zusammenhängender Geschichte coole Einzel-Episoden zu haben, von denen natürlich die „Täglich grüßt das Murmeltier“-Folge. Aber natürlich fand ich auch die Gesamt-Story echt ziemlich spannend; die Idee, dass irgendwelche Sporen als Antrieb genutzt werden; die ein, zwei, drei Wendungen, die Staffel 1 zu bieten hatte, waren auch nicht ohne.

Was mich am Ende dann doch ein wenig gestört hat, war einfach die Tatsache, dass „Discovery“ gar nicht so viel discovered, um es mal blöd und neudeutsch zu sagen. Die unendlichen Weiten des Alls wirken in dieser ersten Staffel noch erstaunlich endlich und sehr überschaubar. Gut, am Ende musste die Serie erst einmal ihre Charaktere etablieren, um gerade auch eben Leute wie mich abzuholen, die mit dieser Welt noch nichts am Hut haben. So gesehen funktioniert das gut, denn die Charaktere bekommen genügend Zeit, um sich zu entfalten und um einem richtig ans Herz zu wachsen. Aber wie gesagt, es bleibt im Universum dennoch alles sehr überschaubar. Ein paar mehr neue Welten, neue Wesen hätte ich mir dann doch gewünscht, um so wirklich den Untertitel „Discovery“ zu ehren. Bleibt halt nur zu hoffen, dass das in der zweiten Staffel ein wenig mehr im Vordergrund steht.

Alles in allem hat mich „Star Trek: Discovery“ aber doch gut abgeholt. Ich hatte meinen Spaß mit der ersten Staffel und freue mich auf mehr.

Wertung: 8 von 10 Punkten (dem Neu-Trekkie gefällt’s)

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6 Kommentare leave one →
  1. 12. März 2018 08:06

    Das ist der Beweis (wenn auch nicht repräsentativ), dass man als Neu-Einsteiger viel Spaß mit der Serie haben kann! Mir gefiel sie ja auch ganz gut und ich fand sie gut unterhaltsam, nur so manche Wendungen und Auflösungen im letzten Drittel fand ich nicht ganz gelungen. Und ja, der Cliffhanger war albern.

    Bryan Fuller kommt ja sogar von den älteren Trek-Serien – ich meine, er hätte hier sogar seine Karriere gestartet.

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2018 16:16

      Ja, zum Ende hin wurden sie ein wenig übermütig und haben viel zu viel rein geballert, was man sich hätte aufsparen können.

      Wenn Fuller sowieso von Star-Trek kommt, umso besser für ihn. Hoffen wir mal, dass es sich dann ein bisschen länger hält.

    • 12. März 2018 20:05

      Fuller hat Discovery nach den ersten paar Episoden bereits verlassen.

      • donpozuelo permalink*
        12. März 2018 20:43

        Ach echt? Hahaha… das hat ja nicht lange gehalten. 😀

  2. 12. März 2018 12:25

    Also wenn die Discovery nicht discovered weiß ich ja auch nicht :))
    Ein revolutionärer Antrieb, ein Paralleluniversum, Kronos (da war vorher ja auch niemand aus der Föderation), das ist schon ne Menge, aber gemessen an den Einzelepisodenabenteuern der älteren Staffeln natürlich weniger, dafür wesentlich schöner ausgearbeitet.
    Aber fein, dass sie Dir auch gefällt und drücken wir mal den Daumen, dass sie eine Weile läuft. (Pushing Daisies – kann ich bis heute nicht verstehen, dass die Serie nicht ankam)

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2018 16:17

      Hahaha… ja, ich hoffe auch, dass das hier länger geht. Pushin Daisies war viel zu schnell weg, Hannibal auch und so wie es im Moment aussieht, wird American Gods es schwer haben, eine zweite Staffel zusammen zu bekommen.

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