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Mordsspiel

2. März 2018

Spieleabende… macht das heutzutage noch jemand? Nicht das ich das verurteilen würde, im Gegenteil. Es hat doch irgendwie was in diesem digitalen Zeitalter noch so klassische Brettspiele zu spielen. Ich glaube, mein letzter richtiger Spieleabend mit so richtig vielen Leuten liegt schon Jahre (und damit ist wahrscheinlich auch eine zweistellige Zahl gemeint) zurück. Früher haben wir in einem Spielzeugladen so Sachen wie „Siedler von Catan“ und sowas anspielen dürfen, ich habe auch mal „Risiko“ gespielt und ich hasse „Monopoly“ wie die Pest, aber dennoch hat so ein Spieleabend was. Ist halt nur schon zu lange her. Aber wozu gibt es die wunderbare Welt des Kinos, in der es einfach alles gibt? Und so durfte ich mit „Game Night“ endlich auch mal wieder einen Spieleabend erleben – einen Spieleabend der etwas anderen Art.

Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) sind leidenschaftliche Spieler, Brett-Spieler, die mit ihren Freunden Spieleabende veranstalten. Doch dann wird die Truppe von Max‘ Bruder Brooks (Kyle Chandler) eingeladen – Max beneidet seinen Bruder, der so ziemlich alles zu haben scheint, was man sich nur vorstellen kann. An dem Spieleabend bei Brooks verkündet der, dass sie ein ganz neues Spiel absolvieren werden: Das Ganze wird eine Art Rollenspiel, einer der Spieler wird entführt und die anderen müssen ihn finden. Der Sieger bekommt Brooks‘ Sportwagen. Anfangs ist auch noch alles toll, doch dann merken die Spieler schnell, dass Brooks‘ Spiel tödlicher Ernst wird.

Der Glastisch ist übrigens auch ein toller Running Gag im Film 😉

Ich habe wirklich nichts von diesem Film erwartet – außer eben einer etwas komischere Version von David Finchers „The Game„. Den habe ich ja vor gar nicht allzu langer Zeit noch einmal geschaut – und war nicht mehr so mega begeistert davon. Jetzt also „Game Night“, der in eine ähnliche Richtung geht… und das Ganze am Ende doch irgendwie runder und unterhaltsamer verpackt. Das liegt jetzt nicht unbedingt daran, dass man gespannt auf den nächsten Story-Twist wartet. Dazu kommt dieser Film zu einer Zeit, in der man eben genau solche Filme wie „The Game“ schon kennt. Dessen sind sich die Regisseure John Francis Daley und Jonathan Goldstein durchaus bewusst, weswegen sie es gar nicht so sehr darauf anlegen mit unerwarteten Wendungen zu punkten. Vielmehr nehmen sie das Ganze auf ironische Art und Weise auf die Schippe – und spielen gekonnt damit herum.

Überhaupt ist der Humor echt gut getroffen. „Game Night“ ist herrlich trocken und manchmal bissig böse. Das liegt vor allem aber auch daran, dass der Cast einfach mal durch die Bank wirklich großartig ist. Jason Bateman und Rachel McAdams liefern ein tolles, Wettbewerbssüchtiges Pärchen ab, bei dem die Chemie auf der Leinwand einfach stimmt. Doch es ist gerade auch der Rest des Casts, der super funktioniert – weil sie nicht nur zur Unterstützung dienen, sondern auch ihre eigenen gut ausgearbeiteten Geschichten erzählen: Da wäre zum Beispiel der sehr oberflächliche Ryan (Billy Magnussen), der zum Date mit der für ihn eigentlich viel zu „alten“ und zu „klugen“ Sarah (Sharon Horgan) auftaucht. Die beiden sind wirklich einfach nur spitze, eben weil sie so einen krassen Kontrast zu einander abliefern: aber naja… Gegensätze und so – ziehen sich nicht nur an, sondern funktionieren auf komische Weise perfekt miteinander. Dazu kommt dann noch das schon lang verheiratete Paar Kevin (Lamorne Morris) und Michelle (Kylie Bunbury), die ein plötzlich auftauchendes Ehe-Problem verarbeiten müssen. So kämpfen alle drei Parteien mit ihren eigenen Problemen, aber auch immer zusammen. Somit hat „Game Night“ für jedes Grüppchen eine tolle Story, aber auch für alle zusammen ein witziges Abenteuer.

Ein witziges Abenteuer, das auch nicht vor manchmal recht unerwarteten Gewalt-Exzessen nicht zurückschreckt. „Game Night“ ist jetzt kein ultra-brutaler Film, aber wenn mal was passiert, dann geht es doch ganz schön ordentlich zur Sache. Was aber auch wieder gut in die Handlung und zum allgemeinen Ton des Films passt. Ein Film, der mich wirklich mehr als nur positiv überrascht hat; ein Film, der keine perfekte Komödie ist, aber gerade dank seiner tollen Darsteller wirklich gut zu unterhalten weiß.

Wertung: 8 von 10 Punkten (so eine Game Night wünsche ich niemandem – nur im Kino 😉 )

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2 Kommentare leave one →
  1. 2. März 2018 16:51

    Ah, super, da freue ich mich schon drauf. Kann ich meine Tobis Freikarten endlich abarbeiten 🙂

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2018 16:17

      Kannst du auf jeden Fall machen. Ich fand den wirklich sehr unterhaltsam – dafür, dass ich nichts von dem Film erwartete habe.

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