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Die Mächte von Atlantis

23. Februar 2018

Ich hab’s für gewöhnlich nicht so mit Fortsetzungen zu Disney-Filmen – obwohl ich auch sagen muss, dass ich bislang kaum wirklich viele gesehen habe. Aber gerade bei den alten Disney-Klassikern sträuben sich bei mir alle Härchen, wenn ich nur daran denke, dass es dazu Teil 2, 3 und und und gibt. Doch ab und an muss man ja mal eine Ausnahme machen, weswegen ich mir dann auch die Fortsetzung zu Disneys Unterwasser-Abenteuer „Atlantis“ angeschaut habe: „Atlantis – Die Rückkehr“.

Kida ist mittlerweile die Königin von Atlantis und regiert mit Milo, der nach dem letzten Abenteuer in der Stadt geblieben ist, über das Königreich. Doch eines Tages tauchen seine Freunde wieder auf, denn sie brauchen seine Hilfe: Ein Kraken terrorisiert die Küste und es könnte gut sein, dass er aus Atlantis stammt. Danach geht es dann noch in die Wüste, wo ein Wirbelsturm aus Sand-Koyoten für Ärger sorgt und anschließend reist die Truppe noch nach Island, wo ein Typ denkt, er wäre Odin und will Ragnarok einleiten (und nein, es nicht ansatzweise so cool wie „Thor: Ragnarok“).

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„Atlantis – Die Rückkehr“ ist genau die Art von uninspirierter Fortsetzung, die man eigentlich lieber vermeiden sollte. Der Film hat nicht mehr viel von dem Charme des Originals, was aber sehr stark daran liegt, dass dieser Film einfach kein Konzept hat. Das Ganze fühlt sich mehr an, als hätte man drei Episoden für eine geplante „Atlantis“-Serie absolut lieblos aneinander geklatscht, damit man irgendwie auf 90 Minuten Film kommt. Und siehe da, wer sich die Mühe macht, findet tatsächlich heraus, dass ursprünglich eine Serie namens „Team Atlantis“ geplant war (klingt ein bisschen wie „Team Avatar“, aber gut… hoffentlich war „Team Atlantis“ nur ein Arbeitstitel). Und schaut man noch ein wenig weiter, dann wurden hier tatsächlich einfach nur drei geplante Episoden aneinander geklatscht. Nur halt wirklich verdammt lieblos

Die erste Geschichte mit dem Kraken war sogar noch halbwegs atmosphärisch und spannend und hatte so ein bisschen was von Lovecraft: ein einsames Fischerdorf an einer Klippe, das scheinbar einen Pakt mit einem Seemonster eingegangen ist. Doch schon an der Geschichte merkt man, dass sie nicht sonderlich stark ausgearbeitet ist, denn – Spoiler-Alarm – man ballert den Kraken ins Jenseits und alles ist wieder gut. Mit ein bisschen mehr Lovecraft-Recherche hätte man da noch mehr draus machen können (und Teil 2 hätte noch weniger wie Disney sein können als schon der erste Film).

Tja, dann kommt auf einmal wie aus dem Nichts diese zweite Story in der Wüste, die einfach nur furchtbar langweilig ist, auch wenn sie versucht uns zu verdeutlichen, wie viele Einflüsse die Kultur aus Atlantis auf die Menschheit hatte. Aber das Ganze Geister-Koyoten-Sand-Sturm-Debakel passt auch nicht so richtig zu einem Film, der „Atlantis“ im Namen trägt. Da war ja der Kraken noch passend, das schon gar nicht mehr.

Was dann aber auch ein gutes Stichwort für die letzte Episode ist, in der ein exzentrischer Millionär einen Speer aus Atlantis stiehlt, um den nordischen Weltuntergang heraufzubeschwören – mitsamt Feuerteufel und Eismonster. Auch eine Geschichte, die einen ziemlich kalt lässt.

Alles in allem ist „Atlantis – Die Rückkehr“ eine Rückkehr, die man sich getrost sparen kann – und wenn so die Serie ausgesehen hätte, dann auch die. Also bleibt lieber beim Original, das ist viel spannender und aufregender.

Wertung: 3 von 10 Punkten (die erste Episode hat seine Reize, danach fehlt dem Film alles, um auch nur halbwegs unterhaltsam zu sein)

2 Kommentare leave one →
  1. 23. Februar 2018 19:37

    Ich weiß schon warum ich um die Festsetzungen immer einen großen Bogen mache. Mulan und Pocahontas 2 haben mir damals schon gereicht…

    • donpozuelo permalink*
      26. Februar 2018 07:35

      Ja. Disney-Filme sollten Originale bleiben.

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