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Ein Moment wahren Glücks

14. Februar 2018

Mir wurde am Anfang meiner Buffy-Odyssee versprochen, dass ich mich nur durch die erste Staffel etwas quälen müsste. Dass danach alles besser werden würde. Die zweite Staffel, so versprach man mir, wird mich dafür entschädigen, dass ich mich durch so manche lahme Folge in der ersten quälen musstest. Und ja, es würde auch einen besseren Bösewicht geben als den Master, der in der ersten Staffel versucht, Sunnydale in den Höllenschlund zu stoßen. Das alles wurde mir versprochen… und was kriege ich dann auf einmal? Dieses blöde Kind, das der Master um sich hatte – The Anointed One“ – ist immer noch. Da dachte ich schon: „Okay, wie gut kann die zweite Staffel schon werden, wenn das nervige Balg immer noch mit dabei ist?“ Wie sich herausstellte sehr gut, denn schon in der dritten Folge wird „The Annoying One“ mal eben in einer für mich sehr wohltuenden Aktion einfach mal dem Sonnenlicht ausgesetzt und wird zu Staub. „Buffy – Staffel 2“ hat mich spätestens ab dieser Folge überzeugt… doch damit war die Freude (und der Schmerz) noch lange nicht vorbei.

Staffel 2 zeigt uns Buffy (Sarah Michelle Gellar) nach dem Kampf gegen den Master, (in dem sie ja mal eben für ein paar Minuten tot war, weswegen in der zweiten Staffel mit Kendra (Bianca Lawson), ein „neuer“ Slayer auftaucht. Doch Ruhe gibt es für Buffy auch damit keine… denn zwei neue Vampire sind in der Stadt: der durchtriebene Spike (James Marsters) und seine leicht verrückte Freundin Drusilla (Juliet Landau), die durch Angel (David Boreanaz) überhaupt erst verrückt wurde. Ihn will Spike dann auch opfern, um Drusilla zu ihrer vollen Macht zurückzubringen. Das kann Buffy zwar verhindern, doch wird ihr ihre starke Verbindung und ihre Liebe zu Angel zum Verhängnis… denn der ist mit einem Fluch versehen: Verspürt er auch nur einen Moment wahren Glücks, verliert er seine Seele und wird zu dem Monster, das er früher war.

Auch ein Slayer hat Gefühle…

Ach ja, Staffel Zwei. Ich werde nicht lügen und frei zugeben, dass ich hier tatsächlich das ein oder andere Tränchen wegwischen musste. Staffel Zwei hat mich sehr oft ganz schön mitgenommen. War mir Angel in der ersten Staffel noch viel zu Emo und zu nervig, wurde seine Rolle in der zweiten Staffel extrem gut ausgebaut: Erst einmal die Liebe zwischen ihm und Buffy und dann die Transformation zum größten Arschloch von Sunnydale. Allein die Folge, nachdem er mit Buffy geschlafen hat und er sie danach so richtig psychisch fertig macht, wenn Buffy nicht versteht, warum er sich auf einmal so verändert, hat mich das echt mitgenommen. Weil man sich eben über die erste Hälfte der Staffel so gut an diese Beiden als Paar gewöhnt… und dann kommt diese Wendung und das Ganze ist wie ein Schlag ins Gesicht.

Überhaupt hat sich Joss Whedon nach der ersten Staffel extrem in seinem Erzählerischen gesteigert. Staffel Zwei fängt endlich an, die ganze Buffy-Mythologie so richtig zu umarmen. Selbst die „Monster of the Week“-Folgen wirken nicht mehr bloß wie Unterbrechungen, sondern führen die „Saga“ der Vampir-Jägerin weiter. Mit der Einführung von Spike und Drusilla kommen zudem zwei unglaublich starke Charaktere hinzu. James Marsters ist einfach nur spitze, ein geiler Schurke, ein charmanter Schurke – ein liebenswertes Arschloch, durch das wir dann auch mehr von Angels Vergangenheit erfahren.

Staffel 2 lebt von den großen Momenten, einer ausgefeilten Story, die ganz klar weiß, wo es hingehen soll. Im Gegensatz zur ersten Staffel gibt es endlich einen wirklichen Grund, Angst zu haben. Statt theatralischem Endgegner, zu dem wir so gut wie keine persönliche Verbindung haben, den wir kaum kennen, haut uns Staffel 2 wirklich um. Denn wir kennen Angel, wir haben ihn endlich auch zu schätzen gelernt, wir haben ihm vertraut… und dann wird er zu einem skrupellosen Wesen. Das ist großartig unheimlich und verstörend. Das ist packende Unterhaltung, die ein paar starke Wendungen aufzubringen weiß.

Daneben gibt es natürlich die schon angesprochenen „Monster of the Week“-Folgen, die aber auch sehr viel besser geworden sind. Natürlich gibt es ein paar faule Eier unter ihnen (was man durchaus auch wortwörtlich nehmen kann), aber es gibt auch viele gute Folgen – wie die Halloween-Folge, wenn alle die Persönlichkeit ihres Kostüms übernehmen oder wenn Xander (Nicholas Brendon) auf einmal von allen Frauen geliebt wird. Die Einführung von Oz (Seth Green) war auch super – ein Musiker mit Geheimnis, der endlich ein passender Freund für die liebe Willow (Alyson Hannigan) sein könnte.

Staffel 2 ist ein großer Sprung von der ersten Staffel – eine unheimlich starke Verbesserung, die die Charaktere ausbaut und mich mit einer ungewohnten Emotionalität beeindruckt hat. Aber das passiert, wenn man eine starke Story erzählt. Das Finale kann dann den starken Anfängen nicht so ganz gerecht werden, macht aber doch unheimlich neugierig auf Staffel 3.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Buffy & Angel – mein neues Traumpaar der Serien-Welt)

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2 Kommentare leave one →
  1. 14. Februar 2018 07:47

    Oh ja, wahrlich ein deutlicher Sprung – und das Beste: Die Serie kann das Niveau nun ziemlich durchgängig bis zum Schluss halten. Viel Spaß weiterhin mit den Scoobies… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      14. Februar 2018 22:54

      Da bin ich beruhigt. Nach Staffel 1 hätte ich wirklich nicht gedacht, dass es soooo gut wird.

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