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Der wahre Weltraum-Cowboy

9. Februar 2018

Netflix lässt ja wirklich keine Wünsche mehr übrig (und damit meine ich jetzt nicht die plötzlichen Überraschungen, die wir mal eben mit dem dritten Cloverfield bekommen haben ). Gerade wie stark die sich jetzt auch in den Anime-Bereich stürzen, ist gerade für mich ein echtes Fest. Wobei auch hier die übliche Netflix-Problematik aufkommt: Ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll und bräuchte drei Leben, um damit irgendwie klar zu kommen. Es gibt so viel und noch viel mehr. Doch das Schöne an dem Anime-Bereich von Netflix ist, dass es sowohl neue als auch alte Serien gibt. Und das auch noch, ohne das man die horrenden Summen zahlen muss, die normalerweise für die DVD-Boxen verlangt werden. So habe ich es dann endlich mal geschafft, mir „Cowboy Bebop“ komplett anzuschauen – eine Serie, von der ich schon so viel gehört und zu wenig gesehen hatte, die dann aber irgendwann plötzlich auf Netflix in meinen Empfehlungen auftauchte.

Wir schreiben das Jahr 2071. Die Menschheit hat sich im Weltall verteilt. Hier treffen wir auf die Bebop, das Schiff der beiden Kopfgeld-Jäger Jet Black und Spike Spiegel. Der junge Spike war einst ein Mitglied des berüchtigten Red-Dragon-Syndikats, der sich jetzt als Kopfgeld-Jäger verdingt. Im Laufe ihrer Reisen durchs All bekommen Jet und Spike noch Zuwachs: zum einen von der jungen Hackerin, die sich selbst Ed nennt und zum anderen Faye Valentine, eine Kopfgeld-Jägerin, die von der Gier nach Geld getrieben wird.

Echte Cowboys kommen auch ohne Hut klar

Wie gesagt, ich habe jetzt zum ersten Mal richtig „Cowboy Bebop“ geguckt, kannte vorher nur ein paar Episoden, aber nicht das große Ganze. Und das ist wirklich toll. Die Serie besteht aus 26 Folgen, die eigentlich alles Einzel-Episoden sind. Man könnte jede Folge losgelöst von den anderen schauen, ohne eine richtige Reihenfolge einhalten zu müssen. Auf den ersten Blick mag das nicht so verlockend klingen, aber „Cowboy Bebop“ weiß gut mit diesem Konzept umzugehen. Denn auch wenn hier kein großer roter Faden durch die Handlung führt, bleibt man doch wie gefangen von dieser Serie.

Das liegt zuallererst natürlich an den Charakteren. Auch wenn es keine übergeordnete große Story gibt, gibt es doch immer wieder Folgen, die den einzelnen Figuren gewidmet ist. Im Vordergrund steht natürlich unser Held Spike, der auch die aufregendste Hintergrund-Geschichte bekommt und dessen Syndikat-Vergangenheit es hier und da immer wieder schafft, ihn einzuholen. Das ist auch die weitläufigste Story, die uns in „Cowboy Bebop“ erwartet und die uns immer wieder in gefährliche Situationen bringt und für ein absolut herzerweichendes Finale sorgt. Also ich meine wirklich herzerweichend. Da merkt man halt auch wieder, dass man nicht einfach bloss 08-15-Kost schaut, sondern halt schon eine Serie, die ihre Charaktere immer wieder mit den harten Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert. Das ist besonders bei Spike der Fall, der aber – jetzt mal abgesehen von seiner dunklen, aber deswegen nicht weniger spannenden Geschichte – auch ein cooler Typ ist. Lässig die Zigarette im Mundwinkel, ein schlagfertiger Gegner – sowohl wörtlich als auch körperlich. Zu ihm passt einfach auch perfekt dieser coole Blues-Jazz-Soundtrack, der diese Serie sowieso einfach nur auf eine andere Ebene hebt.

Aber Spike ist natürlich nicht der Einzige. Sein etwas grummeliger, aber liebenswerter Partner Jet ist die Vater-Figur, die ein Spike hier und da mal braucht. Faye Valentine fand ich anfangs ein wenig nervig, aber auch sie bekommt mehr und mehr Tiefe, wenn ihre Geschichte weiter ausgeführt wird. Mit wem ich tatsächlich so gar nichts anfangen konnte, das war Ed. Der, die, ich konnte es immer nicht so ganz auseinander halten, ging mir wirklich auf den Sack. Sie war zwar hier und da schon hilfreich, aber die hat mir einfach von irrer quirrligen Gaga-Art nicht in diese Serie gepasst, die sich doch schon mehr mit ihrem Blues treiben lässt. Aber gut, einer von vieren – das ist noch eine gute Quote, oder nicht? Damit kann ich leben.

„Cowboy Bebop“ ist aber auch ansonsten einfach toll. Wie gesagt, die Charaktere sind stark, ihre Geschichten sind aufregend und bewegend und dann stimmt einfach auch dieses Cowboy-im-Weldall-Feeling mit der ganzen Action und überhaupt der allgemeinen Geschichte, was denn eigentlich mit der Erde passiert ist und sowas alles. Das ist definitiv eine Anime-Welt, in die man gerne auch mal wieder zurückkehren kann.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Ed sorgt für einen kleinen Abzug in der Bestnote, aber ansonsten eine tolle Cowboy-Space-Serie 😉 )

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