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Dimensionssalat

7. Februar 2018

Wer hätte 2008 gedacht, dass wir uns noch einmal mehr mit diesem komischen Monster aus dem damals erschienen Found-Footage-Film „Cloverfield“ beschäftigen müssen? Okay, blöde Frage! Hätte sich ja eigentlich jeder denken können, denn immerhin sind solche Filme irgendwie doch immer prädestiniert dafür, komische Fortsetzungen zu bekommen. Wider Erwarten kam erst einmal nichts. Das Monster schien tot und die Geschichte von „Cloverfield“ zu Ende erzählt. Doch ein J.J. Abrams hat sich da acht Jahre später was anderes gedacht… da erschien auf einmal „10 Cloverfield Lane“, schickte John Goodman und Mary Elizabeth Winstead erst in einen Bunker, bevor er deutlich machte, dass das auch noch Science-Fiction in der Welt von komischen Monstern a la „Cloverfield“ ist. Das Cloverfield-Franchise war geboren, das mit Filmen daher kommen sollte, die unterschiedlich sind und verschiedene Geschichten aus diesem Universum erzählen. Tja – und dann kam der Superbowl und auf einmal war da auf Netflix dieser Film namens „The Cloverfield Paradox“, ein Film, der uns Antworten zu den ganzen Monstern versprach… (aber bekommen wir auch wirklich welche???)

Im Jahr 2028 herrscht auf der Erde eine enorme Energie-Krise. Deswegen haben die verschiedenen Staaten eine riesige Raumstation gebaut, die einen Teilchen-Beschleuniger beinhaltet, mit dem das ganze Problem Energie gelöst werden soll. Natürlich haben ein paar Wissenschaftler Angst, das könnte schlimme Folgen haben (kennen wir ja selbst von aktuellen Diskussionen, ob bei solchen Experimenten nicht mal eben ein Schwarzes Loch auf der Erde entstehen und alles vernichten könnte), aber die Menschheit braucht Energie. Also fliegen da oben ein paar Wissenschaftler herum (alle gespielt von einem durchaus ansehnlichen Cast: Daniel Brühl, David Oyelowo, Elizabeth Debicki, Chris O’Dowd, Zhang Ziyi, Gugu Mbatha-Raw), um das Experiment durchzuführen… das auch kurz funktioniert und dann auf einmal nicht mehr. Als sich alle wieder beruhigt haben, müssen die Wissenschaftler erschreckt feststellen, dass die Erde weg und sie in einer anderen Dimension gelandet sind.

Ze Dschermäns are schuld…

Da ist das Ding also… Netflix zeigt mal wieder allen die lange Nase und haut mal eben so einen Film raus, von dem einige dann doch noch dachten, die könne man ja vielleicht im Kino gucken. Aber Pustekuchen, Kino ist von vorgestern, Netflix ist jetzt da. Aber gut, die Diskussion, wie gut das nun ist oder nicht, können wir vielleicht ein anderes Mal führen (ich schaue in deine Richtung Alex Garland und deinem kommenden „Annihilation“), „The Cloverfield Paradox“ hat für Netflix tatsächlich ausgereicht.

Der Film ist… okay. Er hat mich zu Anfang gut unterhalten, später dann nicht mehr so. Anfangs ist das Ganze irgendwo noch ein bisschen verrückt absurd und lustig-unterhaltsam. Zumal man da auch noch wunderschön Filme-Raten spielen kann: da bedient man sich ein bisschen an „Alien“, an „Event Horizon“. Da wirkt das Ganze ein wenig wie „Life“ trifft auf „Fringe“. Aber so richtig kommt der Film mit diesem Sammelsurium an verschiedensten Einflüssen nie so ganz zurecht. Da prallen viele, viele verrückte Ideen auf einander, die aber nie so richtig fesseln, weil es zu schnell zur nächsten geht und man sich ein bisschen veralbert vorkommt – und spätestens, wenn das eiskalte Händchen auch noch einen Gast-Auftritt bekommt, muss man schon sehr über „The Cloverfield Paradox“ schmunzeln. Und ja, das hat mich auf eine unsinnige Art und Weise schon auch unterhalten.

Blöd nur, dass die Darsteller ein bisschen verloren wirken. Es ist schon erstaunlich, dass Abrams so viele namenhafte, wenn nicht zumindest namentlich bekannte Schauspieler für diesen wirren Sci-Fi-Mix vor die Kamera locken konnte. Sie wirken mir alle ein bisschen verloren auf dieser Station und mit diesem Skript und versuchen dennoch tapfer, dagegen anzukämpfen. Nur leider kommt Spannung nie so wirklich auf. Da hätte ich mir wirklich fast ein bisschen mehr „Event Horizon“ gewünscht, ein bisschen mehr verrückte Dimensionen-Wirrwarr.

Dazu kommt dann noch eine Nebenhandlung auf der Erde, die halt versucht, den Bogen zum ersten „Cloverfield“ zu schließen. Aber gibt der Film damit nun wirklich Antworten? Tatsächlich ja, auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob die einige Leute zufrieden stellen wird, aber ja, es gibt Antworten. Allerdings muss man gleich zu Beginn höllisch aufpassen. Da verflucht ein Wissenschaftler dieses ganze Experiment und sagt, es könne das Raum-Zeit-Gefüge zerstören und sogar Monster und Dämonen hervorrufen. Da… das ist die Antwort und gleichzeitig die Eintrittskarte für die nächsten Filme. Von denen ja einer „Overlord“ sein wird, der dann zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt, was ja nach „The Cloverfield Paradox“ gut genug erklärt wird, warum das möglich ist. Und wer weiß, vielleicht verrät uns Teil 10 dieses Franchises ja auch noch die wahre Geschichte, woher die Monster kommen. Könnte ja sein, dass die einfach nur wütend sind, weil diese komischen Astronauten sie mit ihrem Experiment von Netflix-Gucken in ihrer Dimension abgehalten haben? Wer weiß, was da alles noch kommt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (dieser Film öffnet wortwörtlich die Tür zu verschiedenen Dimensionen und Filmen, die das Cloverfield-Universum bevölkern können)

6 Kommentare leave one →
  1. 10. Februar 2018 18:49

    Den hab ich eigentlich wirklich dieses Jahr im Kino erwartet und nun ist der so plötzlich bei Netflix gelandet. Geguckt wird der Film aber auf jeden Fall. Ich mag die Idee hinter dem „Cloverfield“-Universum, die Filme in diversen Genres zu verorten. Bin gespannt, wie der hier tatsächlich ist. Die ersten Kritiken sind ja eher nicht so berauschend…

    • donpozuelo permalink*
      11. Februar 2018 16:50

      Ich mag die Idee hinter dem Universum auch… und nach diesem dritten Teil können sie egeintlich wirklich alles machen – ich bin vor allem auf Teil 4 „Overlord“ gespannt, der ja dann wirklich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielen wird.

  2. 12. Februar 2018 00:04

    Also ich mag den Streifen, habe ihn sogar schon ein zweites Mai angesehen.
    Vor in paar Jahren konnte ich mir nicht vorstellen wie eine Cloverfield-Serie aussehen soll, aber mittlerweile bin ich mit den Ergebnissen zufrieden, auch wenn ich es vor 10 Cloverfield Lane so verstanden hatte, als stünden die Filme nicht in direktem Zusammenhang. Aber gut, sei es wie es wolle, ich bin Fan :))

    • donpozuelo permalink*
      12. Februar 2018 22:37

      Sie sollten ja schon alle irgendwie im gleichen Film-Universum spielen und auch durch Kleinigkeiten zusammenhängen. Das Konzept finde ich auf jeden Fall auch sehr spannend. Ist auf jeden Fall mal eine andere Herangehensweise. Ich bleibe durchaus auch Fan dieser Idee…

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