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Papa auf der Flucht

19. Januar 2018

Teil 1 war ein knallharter Rache-Thriller, der unerwartet sehr gut war und Liam Neeson als Action-Held etablierte. Teil 2 war ein Film, der erwartet nicht besonders gut war, weil niemand ihn gebraucht hat und der verzweifelt versuchte, Maggie Grace als Action-Heldin zu etablieren. Natürlich reden wir hier von der „Bryan Mills“-Saga, den „96 Hours – Taken“-Filmen. Und ja, ich habe jetzt endlich auch den dritten Teil gesehen und mich auch ein bisschen gefragt, warum überhaupt. Aber da bin ich dann zu eitel, ich will die „Reihe“ komplett gesehen haben, ich will da keine halben Sachen machen. Und deswegen kommt nun also „96 Hours – Taken 3“ (obwohl „Tak3n“ natürlich so viel cooler aussieht).

Bryan Mills (Neeson) hat ein Problem: Jemand hat seine Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) umgebracht und es so aussehen lassen, als wäre Mills selbst der Täter. Der flieht natürlich dank seiner besonderen Fähigkeiten geschickt vor der Polizei und versucht auf eigene Faust, den Mörder seiner Frau zu finden. Ihm dicht auf den Fersen ist Inspektor Franck Dolzer (Forest Whitaker).

Sie hat gerade „Taken 3“ gesehen…

Ich habe ein paar Fragen zu diesem Film und damit auch ein bisschen zur ganzen Reihe. Frage Nummer 1: Was ist eigentlich aus Kim (Maggie Grace) und ihrem Wunsch geworden, eine Sängerin zu werden? Immerhin verschaffte ihr Papa Mills im ersten Film Gesangsstunden bei einem Britney-Spears-ähnlichem Starlet. Da hätte doch eigentlich die Action-Musical-Variante von „Taken“ kommen können. Gut, kam aber nicht, stattdessen fuhr Kim erst Taxi und ist jetzt einfach nur noch so da. Nachdem sie in Teil 2 zur taffen Tochter gemacht wurde, wird sie in Teil 3 wieder zur ängstlichen Tochter gemacht, die sich fragt, wie sie Papa am besten erzählt, dass sie schwanger ist.

Frage Nummer 2: Haben die eigentlich wirklich geglaubt, dass wir Dougray Scott wirklich als Stuart annehmen. Der Typ sieht ja einfach mal gar nicht aus wie „The Walking Dead“-Ekel Gregory a.k.a. Xander Berkeley. Aber gut, wahrscheinlich haben sie sich gedacht, kein Mensch ist so dumm wie euer lieber Don und guckt sich diese Filme in einem Triple-Feature zuhause an und checkt erst einmal gar nicht, dass dieser Stuart der gleiche Stuart sein soll wie im ersten Teil. Was zur Hölle? Hätte man nicht einfach sagen können, sie hat noch einmal einen reichen Typen geheiratet? Merkwürdig, merkwürdig…

Tja und Frage Nummer 3 ist wohl am offensichtlichsten: Warum? Warum nur versaut man einen wirklich guten, sehenswerten Film mit zwei so unnützen Fortsetzungen? Obwohl ich ja auch gestehen muss, dass ich „Taken 3“ jetzt nicht ganz so schlimm fand wie „Taken 2“. Immerhin versuchen sie hier einen neuen Ansatz – und kopieren mal eben ganz dreist bei Harrison Ford und seinem „Auf der Flucht“ (sogar inklusive Flucht durch die Kanalisation).

Oliver Megatonne setzt jetzt auch wieder ein bisschen mehr Liam Neesons Bryan in den Vordergrund und gibt ihm schon ein paar coole Action-Sequenzen und Kampf-Szenen. Vorausgesetzt, man kommt nicht mit einem Schädeltrauma aus diesen Szenen. Meine Fresse… also es gibt ja schnell geschnittene Szenen und dann gibt es die Action-Szenen aus „Taken 3“. Wow, allein die erste Verfolgungsjagd, in der Mills vor der Polizei flieht, lässt ja kein Bild länger als eine Sekunde stehen – wenn überhaupt so lange. Das war schon etwas zu viel. Gut, wahrscheinlich musste man ein bisschen überdecken, dass Liam Neeson auch nicht mehr der Jüngste ist, aber so? Das war echt krass.

Ansonsten ist der Film so lala… das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Neeson und Whitaker kommt nie so wirklich in Schwung, weil Neesons Bryan Mills allen immer drei Schritte voraus ist und er es somit einem Forest Whitaker echt schwer macht, noch etwas aus dieser Rolle herauszuholen. Das Einzige, was an seinem Inspektor interessant ist, ist sein Fimmel, mit diesen Gummibändern herumzuspielen. Das war’s dann aber auch schon.

Die Story ist allgemein sehr an den Haaren herbeigezogen und versucht mit großen Wendungen zu punkten, die aber wirklich keine sind – vor allem, weil sie kompliziert lang erklärt werden müssen und selbst dann einfach nur öde sind.

Hoffen wir einfach mal, dass das jetzt wirklich der letzte Auftritt von Neeson als Bryan Mills ist – und nicht noch jemand auf die Idee kommt, eine Prequel-Reihe zu drehen, in der wir die Abenteuer des jungen Mills während seiner aktiven Zeit bei der CIA erleben dürfen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (nette Action, aber kein würdiger Abschluss für Bryan Mills, der bei seinem einen Film hätte bleiben sollen)

18 Kommentare leave one →
  1. 19. Januar 2018 08:15

    Yep, da bin ich ganz bei dir. Letztendlich ist nur der erste Teil wirklich relevant und gelungen. Eine TV-Serie rund um den jungen Mills wäre sooo typisch und garantiert der nächste Flop… 😉

    • donpozuelo permalink*
      19. Januar 2018 09:03

      Oh Gott, ist so eine Serie etwa geplant???

      Die sollen diese Reihe jetzt einfach für beendet erklären und gut ist. Es war wirklich nur der erste Teil richtig gut. Alles andere war ein lahmer Aufguß und überflüssig.

      • 19. Januar 2018 09:09

        Ich weiß nicht, aber du hattest es ja erwähnt und es würde so in die aktuelle Serienlandschaft passen… 😀

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2018 09:59

          Ach so… ja, das würde halt wirklich passen. Alles ausschlachten, was geht 🙂

        • 19. Januar 2018 11:34

          Leute, ich bitte euch. Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass die eine Serie planen. Das wäre doch absoluter Quatsch. Nein, nein, denn die Serie läuft bereits seit letztem Jahr und die zweite Staffel hat gerade angefangen.

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2018 12:03

          Zweite Staffel??? Ernsthaft??? Oh Gott… hast du mal ne Folge gesehen? Strecken die die Handlung eines Films auf eine Staffel?

          Klingt ja echt furcthbar….

        • 19. Januar 2018 18:28

          Ich hab nichtmal die Filme gesehen. Hatte das mit der Serie nur zufällig so nebenbei mitgekriegt, als vor 1 oder 2 Wochen die zweite Staffel startete.

        • donpozuelo permalink*
          22. Januar 2018 12:17

          Okay. Ist wahrscheinlich auch besser so 😉

  2. 19. Januar 2018 11:53

    Ist jetzt vielleicht eine unpopuläre Meinung, aber ich fand TAKEN 3 am besten. Vielleicht liegt es daran, dass Teil 2 einfach so grottenschlecht war und meine Erwartungshaltung dementsprechend niedrig war, aber ich fand den Abschluss eigentlich ganz gelungen.

    Hier nochmal in ausführlich: http://adoringaudience.de/taken-3-2014/

    @Filmschrott: Schau mal hier. Läuft momentan auf NBC. Es ist eine Serie. Und momentan läuft die zweite Staffel davon. http://www.imdb.com/title/tt5052460/

    • donpozuelo permalink*
      19. Januar 2018 12:04

      😀 Echt? Wow, nicht schlecht! Für mich bleibt Teil 1 der beste und danach geht’s einfach rapide bergab.

  3. 19. Januar 2018 16:52

    „Obwohl ich ja auch gestehen muss, dass ich „Taken 3“ jetzt nicht ganz so schlimm fand wie „Taken 2“.“

    WAAAAAS? 😀 Sorry, Dude. Aber der dritte Teil war so ziemlich mit das Schlechteste was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Ich erinner mich z.B. daran wie Megaton in einer Szene, in der Neeson über einen Zaun springt, sage und schreibe 1685 Schnitte unterbringt. Mindestens.

    Hier auch der Extended Cut 😀 😀 😀

    Unvergessen auch die Autoverfolgungsjagd für Fortgeschrittene:

    Tacho – vebissenes Neeson Gesicht – Außenaufnahme – Hubschrauber-Shot – verbissenes eeson Gesicht – Tacho – Außenaufnahme – Hubschrauber – Tacho – Neeson Gesicht – Tacho – Hubschrauer …

    Und am Ende klopft die Polizei Neeson, der gerade eine nicht zu verachtende Anzahl von Menschen getötet hat auf die Schulter und sagt lapidar: „Gut gemacht!“

    Oh Mann, ich hasse diesen Film 😛

    • donpozuelo permalink*
      19. Januar 2018 17:48

      Der Film ist wirklich nicht gut, aber immerhin versucht er wenigstens was Neues. Und das will ich ihm mal lassen. Es ist trotzdem immer noch ein unnötiger Streifen.

      Und ja, auf diese Schnitt-Frequenzen komme ich ja auch zu sprechen. Einfach nur furchtbar. Da kriegt man echt Kopfschmerzen von.

      • 20. Januar 2018 11:02

        Genau. Und deswegen finde ich Teil 3 auch schlimmer. Der zweite war wenigstens „nur“ langweilig und blöd. 😁 Aber man hat keine gesundheitlichen Schäden davon getragen.

  4. 20. Januar 2018 21:58

    Ich hab schon nach dem zweiten Film aufgegeben. Den hier kenne ich gar nicht und anscheinend hab ich auch nichts verpasst.

  5. 22. Januar 2018 14:41

    Teil 2 fand ich schon so grottig, dass ich mir Teil 3 erst gar nicht angetan habe. Anscheinend war das die richtige Entscheidung ^^

Trackbacks

  1. Ärger im Familien-Urlaub | Going To The Movies

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