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Königlicher Boden-Wischer

13. Dezember 2017

Was ist eigentlich aus Eddie Murphy geworden? Eddie Murphy war für mich, als ich noch ein kleiner Bub war, der Garant für Lacher. Obwohl… wenn ich es genau bedenke, kannte ich eigentlich nur wenig Filme mit. Dafür habe ich die damals oft rauf und runter geschaut – angefangen bei „Beverly Hills Cop“ bis zum weihnachtlichen „Die Glücksritter“ und eben „Der Prinz von Zamunda“, über den ich heute schreiben will. Das war damals Eddie Murphy für mich. Das Letzte, was ich von ihm gesehen habe, war tatsächlich „Shrek“ und der ist ja nun auch schon eine ganze Weile her. Also bleibe ich weiterhin bei den Murphy-Klassikern – und da gehört „Der Prinz von Zamunda“ einfach dazu.

Darin spielt Murphy den Prinz von Zamunda Akeem, der sich gegen die für ihn vorgesehene Ehefrau wehrt. Er möchte selber eine Frau finden, eine, die ihm nicht nach der Nase tanzt, sondern ihre eigene Meinung vertritt. Wo findet man eine solche Frau? In Amerika, genauer gesagt, in New York und noch genauer gesagt in Queens – sie soll ja schließlich die Frau des zukünftigen Königs werden. Also macht sich Akeem mit seinem treuen Diener Semmi (Arsenio Hall) auf nach Queens – in der „Verkleidung“ eines ganz normalen Menschen. Einen Job finden sie bei Mr. McDowell (John Amos), der ein Fast-Food-Restaurant führt. Warum ausgerechnet dieser Job? Nun, Akeem hat sich in McDowells Tochter Lisa (Shari Headley) verguckt und will sie nun von sich überzeugen.

Echte New Yorker Burschen

„Der Prinz von Zamunda“ ist so einer dieser Filme, den ich schon tausend Mal im Fernsehen gesehen habe. Das ist Teil meiner Kindheit – dieser Film hat Nostalgie-Wert ohne Gleichen. Deswegen kann ich eigentlich auch nicht allzu viel schlechtes über diesen Film sagen.

Ich mag „Der Prinz von Zamunda“ einfach. Es ist ein simples Filmchen. Vorhersehbar, aber sympathisch. Ein bisschen naiv, aber charmant. Es ist das Märchen vom Prinzen, der zum Stallburschen wird und so seine große Liebe findet. Nur halt in New York, nur halt mit Eddie Murphy.

Als Kind fand ich es immer saulustig, wenn Akeem in seinem Staat aufwacht, ein Orchester seinen Wecker spielt und der königliche Po-Abwischer gerufen wird oder der königliche Schniedel ordentlich unter Wasser gesäubert wird. Kindlich-stupider Humor, aber er funktioniert auch heute noch. Gleichzeitig habe ich so das Gefühl, dass ein Film wie „Der Prinz von Zamunda“ heute gedreht wahrscheinlich in der Luft zerrissen würde, wie doch so ein afrikanisches Königreich dargestellt würde. Aber das waren halt die guten 80er Jahre, da durfte man noch ein bisschen politisch unkorrekt sein, ohne das gleich die Welt zusammenbrach und deswegen kann man über Prinz Akeem auch noch lachen.

Immerhin ist er eine gute Seele, die aus diesem goldenen Käfig ausbrechen möchte, um eigenständig zu handeln und zu denken. Dabei trifft das Kind, das mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, natürlich auf die „normale“ Welt – und hat so seine Schwierigkeiten, sich hier zurecht zu finden. Auch das ist für ein Comedy-Ass wie Eddie Murphy (was er damals durchaus noch war) gefundenes Fressen. Dabei nimmt sich der Film nie zu ernst und hat einfach Spaß mit der Prämisse „Schnöseliger Prinz versucht sich als Normalo!“

Regisseur John Landis verbindet an einer Stelle sogar „Der Prinz von Zamunda“ mit seinem etwas besseren Film „Die Glücksritter“: In einer Einstellung schenkt Akeem einem Obdachlosen eine Menge Kohle und wenig später stellt sich heraus, dass der Obdachlose Randolph Duke ist. Derjenige, der gemeinsam mit Mortimer Duke in „Die Glücksritter“ das Leben von Dan Akroyd und Eddie Murphy ordentlich durcheinander bringt.

Ich habe jetzt gerade gelesen, dass womöglich ein „Prinz von Zamunda 2“ geplant ist. Aber ganz ehrlich, wer braucht das? Da kann man doch einfach bei diesem kleinen Filmchen bleiben, in dem Mr. Cuba Gooding Jr. seinen ersten Auftritt als „Junge beim Friseur“ hat und Samuel L. Jackson schon mal als Räuber für seine zukünftigen Tarantino-Auftritte übt 😉

Wie gesagt, der Prinz und ich sind nostalgisch verbunden. Es ist kein perfekter Film, aber er unterhält gut und das ist alles, was am Ende zählt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (der Prinz und das harte Leben treffen auf einander und haben es am Ende doch nicht so schwer mit einander)

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11 Kommentare leave one →
  1. 13. Dezember 2017 09:55

    Den mochte ich als Kind auch _richtig_ gerne. So ein typischer Film, den man eben immer mitgenommen hat. Neben „Beverly Hills Cop“ wohl auch mein meistgesehener Murphy.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2017 13:46

      Ja, absolut. „Beverly Hills Cop“ muss ich auch unbedingt mal wieder gucken. Ist einfach viel zu lange her.

  2. 13. Dezember 2017 10:33

    Welcher Film war das noch mal mit *Ich soll auf dem rechten Weg bleiben, aber hoffentlich bleibt der Weg unter mir!* (sinngemäß), als Murphy in einer riesigen Höhle balancierte?

    • 13. Dezember 2017 13:27

      Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ müsste das gewesen sein. Nebenbei eine der wenigen wirklich lustigen Stellen in dem Film. Aber immerhin ist sein Gegenspieler in dem Film der großartige Charles Dance.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2017 13:45

      Ich würde mich Filmschrott anschließen und auch sagen, dass das aus „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ stammt. Ein Film, den ich aber wirklich nur noch sehr wage im Kopf habe 😀

      • 13. Dezember 2017 14:08

        Ah danke. Den Film habe ich damals bruderbedingt ein paar Mal gesehen.

        • donpozuelo permalink*
          14. Dezember 2017 03:31

          Ich hab ihn, glaub ich, echt nur einmal gesehen.

        • 14. Dezember 2017 11:08

          Ich kann mich auch nur noch an diese eine Szene erinnern. Ich bin aber auch absolut kein Fan von den Murphy-Filmen und fand sie schon damals klamaukig.

        • donpozuelo permalink*
          14. Dezember 2017 20:34

          Die alten Sachen von ihm mochte ich schon. Aber da gibt es jetzt auch nicht sooo viele

        • 14. Dezember 2017 23:19

          Ich fand bei den schwarzen Schauspielern Denzel Washighton deutlich sympathischer, auch wenn er sich äußerlich nicht gerade vorteilhaft entwickelt hat. Auch die Filme mit ihm waren immer um Klassen besser.

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  1. Wetten, dass… | Going To The Movies

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