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Führ‘ mich zum Schotter!!!

4. Dezember 2017

Wenn ein Film gleich für mehrere Zitate bekannt ist – selbst wenn man den Film nicht gesehen hat – dann ist das schon ein gutes Zeichen dafür, dass es ein starker Film sein muss. Oder nur ein Zeichen dafür, dass sich Leute an diese Zitate erinnern. Aber wir sprechen hier von „Jerry Maguire“, einem Film von Cameron Crowe. Und der Mann kann starke Filme – und eben starke Zitate: von „Show me the money!“ (was mit „Führ mich zum Schotter!“ übersetzt wurde, wenn ich das richtig recherchiert habe) über „Help me help you!“ bis zu „You had me at ‚hello’“ und „You complete me!“. „Jerry Maguire“ scheint ein wahrer Fundus an würdigen Sprüchen zu sein, die man gerne und oft wiederholen kann. Aber taugt der Film darüber hinaus auch was? Ich darf die Frage stellen, denn zu meiner Schande muss ich auch bei diesem Klassiker gestehen, dass ich ihn jetzt zum ersten Mal gesehen habe.

Jerry Maguire (Tom Cruise) ist ein erfolgreicher Sport-Manager in einer erfolgreichen Agentur. Doch irgendwann kann er nachts nicht schlafen, überdenkt die Art und Weise, wie er und seine Kollegen arbeiten und veröffentlicht daraufhin ein 25 Seiten Aufsatz, in dem er seine Kollegen zu mehr Ehrlichkeit, zu mehr persönlicher Nähe mit ihren Klienten aufruft. Ein schöner Aufsatz, der Jerry den Job kostet. Einzig und allein die Buchhalterin Dorothy (Renèe Zellweger) schließt sich ihm an, als er eine neue Agentur ausruft. Die hat jedoch auch nur einen einzigen wirklichen Klienten: den noch unbekannten Football-Spieler Rod (Cuba Gooding Jr.). Jerry versucht nun alles, um sich wieder an die Spitze zu arbeiten und bändelt dabei auch noch mit Dorothy an.

Der Schotter ist am Telefon

„Jerry Maguire“ ist die perfekte Rolle für Tom Cruise. Hier darf der Strahlemann der Strahlemann sein und uns den amerikanischen Traum vorleben. Dieser Film ist ein einziger Motivationsfilm, der zeigt, dass Thomas Waynes Spruch an seinen Sohn aus „Batman Begins“ nur zu wahr ist, wenn man denn nur hart an sich arbeitet: „Warum fallen wir? Damit wir lernen, uns wieder aufzurappeln!“ Da habe ich dann mal spontan noch ein Zitat zu diesem Zitate-Film gefunden, das den Film perfekt umschreibt.

Cameron Crowe schickt Cuba Gooding Jr. und Tom Cruise auf eine Reise der Selbstfindung. Also eigentlich mehr Tom Cruises Jerry Maguire. Cuba Gooding Jr. ist da mehr wie die kleine Grille Jiminy aus „Pinocchio“: Er ist sein gutes Gewissen. Er ist derjenige, der Maguire auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Durch ihn lernt der ehrgeizige Manager, was es heißt zu leben. Mehr noch als durch seine Romanze mit Dorothy. Und da komme ich gleich noch drauf zu sprechen. Vorher will ich aber sagen, dass Cuba Gooding Jr. wirklich umwerfend in der Rolle von Rod ist. Dieser Typ ist wie auf Zucker – und das den ganzen Film durch. Er ist das passende Pendant zu dem grüblerischen Jerry: Er ist das Leben pur, ein ewiger Optimist, einer, der vor Energie nur so sprüht. Gooding Jr. ist wie ein kleines Kind, das zu viel Kaffee getrunken hat – aber auf eine gute Art und Weise. Er macht „Jerry Maguire“ wirklich zu einem absoluten Fest. Und dieses ewig Hin und Her zwischen ihm und Tom Cruise ist einfach super.

Kommen wir jetzt aber auf die Romanze zu sprechen, die ja „Jerry Maguire“ auch ein bisschen zu einer romantischen Komödie macht. Für mich ist sie allerdings das größte Manko an dem Film. Die wirkt so extrem konstruiert und reingewürgt in einen Film, der nur durch die Geschichte zwischen Jerry und Rod schon großartig gewesen wäre. Ich weiß auch nicht, diese ganze „Wir heiraten jetzt mal ganz spontan“-Nummer war so überflüssig. Die Geschichte mit Dorothy an sich hätte schöner sein können, wenn man es uns nicht so extrem aufgezwungen hätte. Interessanter hätte ich es gefunden, wenn sie sich erst am Ende so richtig kriegen, weil Jerry merkt, was ihm wirklich wichtig ist im Leben. So ist es scheinbar als Symbol für sein überhastetes Agieren zu sehen??? Keine Ahnung. Ich fand’s ein wenig platt, dabei ist der Rest so toll.

Aber gut… es macht „Jerry Maguire“ jetzt trotzdem nicht zu einem schlechten Film. Im Gegenteil, er ist toll. Tolle Darsteller, toller Soundtrack (wie fast immer bei einem Cameron Crowe) und natürlich die vielen tollen Zitate, mit denen man nach dem Film um sich werfen kann. Nur die romantische Schiene hat mich nicht so unbedingt abgeholt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (ein Film, in dem das kleine Kind tatsächlich mal richtig putzig ist 😉 )

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2 Kommentare leave one →
  1. 4. Dezember 2017 08:08

    Führ mich zum Schotter!! (und ist, wenn ich das richtig lese, in der Synchro das stärkere Zitat als das Original) Einer meiner Lieblingsfilme!

    • donpozuelo permalink*
      4. Dezember 2017 12:07

      Ich weiß noch nicht, ob mir „Show me the Money!“ besser gefällt als „Führ mich zum Schotter.“ 😀

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