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Rambo und die Leuchtstäbchen

13. November 2017

Ich bin froh, dass ich bei meiner Stallone-Findung mit „Rocky“ angefangen habe. Das sind sechs Filme, die alle ihren Reiz haben, die von dieser charismatischen Figur des Rocky leben und die insgesamt eine runde Geschichte erzählen – von einem Underdog, der mit der Zeit reifer wird, verschiedene Gegner hat, immer wieder die Trainingsmontage durchlaufen muss, aber auch nicht immer gewinnen kann. „Rocky“ ist eine Reihe, die mich wirklich sehr überrascht hat, weil Stallone es irgendwie geschafft hat, das Niveau gut zu halten (und ja, ich bleibe dabei, „Rocky 5“ ist nicht sooo schlecht). Ich glaube, wenn ich mit „Rambo“ angefangen hätte, hätte Stallone sehr schnell wieder aufgegeben. Teil 1 ist großartig und muss man einfach mal gesehen haben, Teil 2 ist dann schon etwas schwieriger und gefühlt meilenweit von ersten Teil entfernt. Tja… und jetzt also „Rambo 3“.

John Rambo (Sylvester Stallone) hat sich in Thailand versteckt, prügelt sich für Geld, um es an Mönche zu geben. Doch auch in Thailand holt ihn die Vergangenheit in Form von Col. Trautman (Richard Crenna) wieder ein: Rambo soll in Afghanistan aushelfen, doch er will nicht. Sein Krieg ist vorbei. Also geht Trautman allein, um gegen die bösen Sowjets in Afghanistan zu kämpfen und wird natürlich gefangengenommen. Das wiederum reicht Rambo dann doch aus, um doch noch mal in den Krieg zu ziehen. Wieder mal mehr oder weniger allein, aber immerhin hat er blaue Leuchtstäbchen.

Er wollte eigentlich ein Ninja-Turtle werden

Ganz ehrlich… diese Leuchtstäbchen sind echt merkwürdig und es tut mir auch ein bisschen Leid, dass ich da jetzt so drauf rumreite, aber Rambo bekommt am Anfang echt Dutzende und Aberdutzende davon. Die Leuchtstäbchen bekommen sogar eine eigene Szene und einen blöden Spruch. Was mir suggerierte, die Leuchtstäbchen werden irgendwann noch einmal von enormer Wichtigkeit in „Rambo 3“ sein. Pustekuchen, er braucht einmal kurz so ein Teil, das war’s. So viele, wie er eigentlich hatte, hätte er eine richtige Party schmeißen können.

Aber gut, reden wir nicht mehr von Leuchtstäbchen. Obwohl… eine Rambo-Detail-Frage habe ich noch: Kommt es nur mir so vor oder wird mit jedem Teil sein Messer größer? Und ich meine das jetzt nicht in einer Metapher oder sowas? Ich habe das Gefühl, in jedem Teil bekommt Rambo ein Messer, das noch größer ist als das vorherige. Theoretisch müsste er in Teil 4 dann wirklich mit einem Schwert durch die Gegend laufen.

Jetzt aber erst einmal genug von sowas… kommen wir zum Film „Rambo 3“. Der fängt etwas albern an, dann wird wieder versucht eine menschliche Geschichte daraus zu machen, wenn Rambo die Rebellen in Afghanistan trifft (was immer noch besser ist als die gezwungene Liebesgeschichte in „Rambo 2“), bevor Regisseur Peter MacDonald dann einfach alle Zügel loslässt und sein Rennpferd John Rambo komplett frei lässt. „Rambo 3“ besteht aus Tod und Explosionen und einem Sylvester Stallone, dessen Frisur auch in der schlimmsten Schlacht perfekt sitzt und der ballert, was das Zeug hält.

„Rambo 3“ ist eine Gewaltorgie vom Feinsten, over the top, total durchgeknallt und gaga. Da kommt mal wieder der gute Explosionspfeil aus dem zweiten Teil zur Geltung. Da rast Rambo im Finale mit einem Panzer gegen einen Hubschrauber, da fliegen die Körper durch die Gegend, da fliegen die Kugeln. „Rambo 3“ ist ein Action-Feuerwerk, bei dem man irgendwie nicht weiß, ob man es feiern soll oder nicht. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, ich mochte diesen dritten Teil tatsächlich ein bisschen mehr als den zweiten Teil. Teil 2 hat noch versucht, sich so super ernst zu nehmen. Gut, das macht Teil 3 auch, aber dann doch irgendwie nicht mehr – was man an den Action-Sequenzen gut erkennen kann. Da wird einfach auf alles gepfiffen, Hauptsache ist, Stallone sieht cool dabei aus, wenn er Ein-Mann-Armee spielt.

Gleichzeitig muss man sich aber auch an den Kopf fassen, wie weit sich diese Filme vom Original entfernt haben. Der war noch „subtil“ im Vergleich zu seinen Nachfolgern. Stallone hat mittlerweile so gut wie gar keinen Dialog mehr, der ganze Film hat kaum noch Dialog oder irgendwas. Die Story ist an den Haaren herbeigezogen ohne Ende und das Drehbuch war wahrscheinlich so drei Seiten lang. Mehr braucht’s da nicht, es muss nur ordentlich laut knallen, das passt schon. Das macht „Rambo 3“ dafür ziemlich gut und unterhaltsam. Unterhaltsam, weil es einfach so herrlich absurd und abgedreht aussieht.

„Rambo 3“, also… mit Leuchtstäbchen, einem Monster-Messer und jeder Menge Explosionsarbeit. Kann man gucken, muss man aber nicht. Ich bin jetzt nur noch gespannt, wie wohl Teil 4 wird… Rambo mit Schwert (und hoffentlich ganz vielen Leuchtstäbchen)

Wertung: 6 von 10 Punkten (doof, aber unterhaltsam)

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4 Kommentare leave one →
  1. 13. November 2017 10:34


    Sowas von blöde… .

  2. 13. November 2017 11:55

    Die Messer wurden ja tatsächlich für jeden Film von einem richtigen Messerhersteller kreiert. Vermutlich hat man da dann gedacht, wenn Rambo schon mehr schnetzeln muss, müssen auch die Messer größer werden. Im Endeeffekt hatte ja schon das erste Messer jede Menge Schnickschnack, den man aber wenigstens teilweise in den Film eingebaut hat. Ich glaube, ab Teil 2 häte er auch einfach einen Zahnstocher dabei haben können, da das Teil ohnehin nur noch Mordwaffe ist.

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2017 12:22

      Ein Zahnstocher wäre schon wieder sehr lustig gewesen 😀

      So ein ähnliches Messer wie er im ersten Teil hat, habe ich tatsächlich auch mal von meinem Opa geschenkt bekommen. Da war im Griff dann auch Schnur und Streichholz und sowas alles drin und im Knauf vom Griff war ein Kompass. Damals kannte ich nur Rambo noch nicht, sonst hätte ich das Ding gleich noch viel cooler gefunden 😀

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