Skip to content

Gefangene der Wüste

10. November 2017

Ana Lily Amirpour hat mit „A Girl Walks Home Alone At Night“ einen wundervollen Film gedreht – ein hypnotischer Film mit wundervollen Schwarz-Weiß-Bildern, einer Geschichte, die einen auch ohne viele Worte in ihren Bann zieht, eine faszinierende Protagonistin und ein Soundtrack, der noch lange im Ohr bleibt. „A Girl Walks Home Alone At Night“ ist für mich immer noch einer der besten Filme der letzten Jahre und gleichzeitig auch ein wundervoller Vampir-Film. Amirpour ist nun wieder zurück – auf Netflix mit einem merkwürdig-merkwürdigem Film namens „The Bad Batch“.

Die junge Arlen (Suki Waterhouse) wird zu Beginn des Films in ein eingezäuntes Gebiet gebracht, das – einem Schild zufolge – nicht mehr Teil der USA und somit nicht den Gesetzen der USA unterliegt. Warum sie dorthin gebracht wird, was es mit diesem „gesetzlosen Land“ auf sich hat, erfahren wir nicht. Hier aber muss sich Arlen nun gegen Kannibalen wehren, kommt später in einer merkwürdigen Kommune unter, in der Keanu Reeves zu Techno-Parties einlädt und findet ein junges Mädchen, dessen Vater Jason Momoa ist, der eigentlich zu den Kannibalen gehört.

Aquaman an Land

Ich habe keine Ahnung, was ich da geguckt habe. Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, dass dieser Film von der gleichen Frau ist, die auch „A Girl Walks Home Alone At Night“ gemacht hat. „The Bad Batch“ ist… ich habe wirklich keine Ahnung, was das ist. Ich kann immer noch nicht ganz nachvollziehen, dass ich es irgendwie durchgehalten habe, mir diese recht sinnfreien zwei Stunden anzuschauen. Es gab eigentlich nichts an diesem Film, was mich wirklich gefesselt hat, es wird nichts geben, an das ich mich noch wirklich erinnern werde.

Es gibt so den Ansatz einer Story – eine junge Frau streift durch die Wüste und lernt Leute kennen. Aber kein Charakter sticht wirklich heraus. Das Problem für mich war, dass ich zu keinem Punkt so wirklich wusste, was mir „The Bad Batch“ eigentlich vermitteln möchte. Was sind das für Figuren in der Wüste? Alles merkwürdige „schlechte“ Menschen, die merkwürdiges Zeug labern. „The Bad Batch“ ist so Pseudo-Hippie-Gedöhns ohne Tiefe, ohne eine Grundlage, ohne etwas, dass einen anziehen könnte. Ich meine, zum Ende gibt es eine merkwürdige Szene zwischen Waterhouse und Keanu Reeves, in der er einfach so pseudo-philosophischen Scheiß labert: „Life is the dream, the only dream“ und irgendwas von Tomaten und Mist. Dieser ganze Film wirkt, als hätte sich Amirpour ein paar Pilze eingeworfen, wäre durch die Wüste gelaufen und hat danach aufgeschrieben, was ihr so in den Sinn kam – nur dass es am Ende keinen Sinn ergibt, nur einen zwei Stunden langen ziemlich laaaaangsamen und unspektakulären Film.

Okay… ich gebe zu, der Film an sich sieht gut aus – sprich: Die Bilder sind toll. Die Einöde ist wunderschön in Szene gesetzt. George Miller könnte „The Bad Batch“ als Inspiration für seinen nächsten Mad-Max-Film nehmen: Wüste sieht auch bei Amirpour toll aus – und ein bisschen scheint sie sich ja auch an „Mad Max: Fury Road“ was abgeguckt zu haben. Nur halt nicht so cool, sondern eher ziemlich verschlafen und verstrahlt.

Vielleicht kann ja irgendjemand was an diesem Film finden, ich konnte rein gar nichts daran finden – und trotzdem habe ich ihm zwei Stunden meines Lebens geschenkt. Schöne Bilder und ein guter Soundtrack machen am Ende leider doch keinen guten Film. „The Bad Batch“ ist anderthalb Stunden zu lang für die „Story“. „The Bad Batch“ hat keine guten Charakter, da brechen sich „Aquaman“ Jason Momoa und Suki Waterhouse ordentlich einen ab, um irgendwas zu liefern. „The Bad Batch“ ist einfach nur – merkwürdig, lang und öde.

Wertung: 2 von 10 Punkten (da war der Druck, dem großartigen Vampir-Film einen ähnlich guten Film folgen zu lassen, wohl eindeutig zu groß)

Advertisements
6 Kommentare leave one →
  1. 10. November 2017 11:38

    Fand den auch enttäuschend. Die Atmosphäre gefiel mir ganz gut. Vor allem in der ersten Hälfte, wo kaum gesprochen wird. Aber wenn dann langsam die „Story“ beginnt, ist es irgendwie direkt vorbei. Momoa und Waterhouse sind auch einfach nicht gut genug, um so einen Film dann zu tragen. Und Reeves, Carrey und vor allem Ribisi (bei dem ich immer noch nicht weiß, warum er da überhaupt mitgemacht hat) haben einfach nix zu tun, um das dann aufzufangen.

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2017 16:11

      Danke.

      Ja, der Anfang war noch irgendwie ganz nett, aber da hat man ja auch noch was erwartet. Mit der Zeit hat man einfach gecheckt, dass da leider überhaupt nichts mehr kommt.

      Momoa und Waterhouse gehen unter wie jeder andere Darsteller in diesem Film auch. Ich weiß nach wie vor nicht wirklich, was dieser Film einem eigentlich erzählen wollte.

  2. dexterward64 permalink
    10. November 2017 17:57

    :)) Ich fand den Vampirfilm ja schon so lala, aber nun muss ich diesen hier wohl doch ansehen, wer weiß 😀

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2017 18:10

      Den Vampirfilm fand ich toll. Der hier war weniger als so lala 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: