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Das Baby der Agentin

8. November 2017

Es ist geschafft… ich habe „Alias“ durch. Nur im Gegensatz zu den bisherigen J.J. Abrams-Serien, deren finale Staffeln mir immer gut gefallen haben, hatte ich mit der letzten Staffel von „Alias“ so meine argen Schwierigkeiten. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass Staffel 4 jetzt eher ein Schritt zurück als ein Schritt nach vorne gewesen ist. Ich gebe auch gerne zu, dass ich mir von einer Abrams-Serie dann am Ende doch ein bisschen mehr erhofft hatte, allerdings verdrängte ich dabei scheinbar ganz gerne, dass „LOST“ und „Fringe“ ja erst nach „Alias“ kamen. „Alias“ wirkt daher für mich immer noch ein bisschen eher wie das Ausprobier-Projekt, dessen Resultate (gute wie schlechte) dann den Erfahrungsschatz für die kommenden Serien extrem bereichert haben.

Sidney (Jennifer Garner) und Vaughn (Michael Vartan) überleben den schweren Autounfall aus dem Finale von Staffel 4… und irgendwann verrät Vaughn ihr dann, dass er eigentlich Andre Michaux heißt und seit Jahren nach dem geheimnisvollen „Project Five“ forscht, in das selbst sein Vater involviert war. Doch bevor er das vertiefen kann, wird er ermordet – und hinterlässt eine schwangere Sidney mit gebrochenem Herzen und einer neuen Aufgabe: Project Five ist nämlich immer noch aktiv und nun auf einmal auch hinter Sidney und ihrem Baby her. Und natürlich steckt irgendwo auch wieder ein Sloane (Ron Rifkin) dahinter – der natürlich wie immer seine eigene Agenda verfolgt.

Ich sage es gleich vorweg, es wird einen kurzen Spoiler zum Thema Michael Vaughn geben – aber ganz ehrlich: jeder, der bis jetzt in der Serie durchgehalten hat, wird wissen, was mit ihm passiert. Ja, er kommt nämlich wieder zurück, er ist gar nicht tot. Aber genau an der Stelle hatte ich dann wirklich ein Problem mit der fünften Staffel. Es ist schon fast wie mit Comic-Büchern – niemand stirbt hier wirklich und es nimmt irgendwann die Furcht vor dem Tod (in der Serie). Sidneys Mutter (Lena Olin) war ja angeblich auch tot, lebte dann doch wieder und ja, Michael Vaughn ist auch wieder da. Wir sehen, wie er förmlich durchlöchert wird und am Ende wird uns die Erklärung untergejubelt, er hätte ein Serum gespritzt bekommen, das sein System komplett heruntergefahren hat. Wie er aber die Kugeln alle überlebt hat, wie er dann auf einmal nach Nepal kommt – ist für die Erzählung unwichtig. Dementsprechend wird das in der Serie auch nur so kurz erwähnt – und auch die Tatsache, dass Sidney davon wusste, um Michael vor Project Five zu schützen. Mir wäre irgendwie lieber gewesen, sie hätten ihn sterben lassen. Dann hätte man daraus eine persönliche Vendetta der schwangeren Sidney machen können, die ihren geliebten Michael Vaughn rächen will.

Aber gut, wie gesagt, kennt man die Serie, war das irgendwo klar, dass er auf die unmöglichste Art und Weise wiederkommen würde. Unmöglich – oder besser irrelevant – war auch der Versuch, in die letzte Staffel noch einmal zwei neue Charaktere einzufügen. Gut, geschuldet ist das wahrscheinlich der Tatsache, dass Jennnifer Garner in der letzten Staffel tatsächlich schwanger war. Dafür Hut ab, die gute Frau gibt sich da wirklich keine Pause und macht auch mit dicker Baby-Plautze so einiges mit. Für die Action fällt sie dann aber doch aus und in sexy Unterwäsche kann man sie so nun auch nicht mehr stecken. Also kommt eine Ersatz-Sidney in Form von Rachel Gibson (Rachel Nichols) und dazu noch gleich ein Ersatz-Vaughn in Form von Tom Grace (Balthazar Getty). Gibson bekommt haargenau die gleiche Story wie Sidney in Staffel 1. Bei Grace ist es nicht so wichtig, der ist einfach plötzlich da – und bekommt dann auch noch so eine traurige Vergangenheit wie einst Agent Doggett in „Akte X“. Doch sowohl Gibson als auch Grace leiden extrem unter der miserablen Einführung und kommen nie so richtig zur Geltung – zumal Balthazar Getty gefühlt auch nur einen Gesichtsausdruck drauf hat. Und damit kommt er einfach nicht gegen Victor Garber an, der für mich immer noch der König des grimmigen Blicks ist.

Natürlich darf ich nicht vergessen über das Finale an sich zu sprechen. Ich gehöre ja zu denjenigen, die das Finale von „LOST“ sehr mochten und auch „Fringe“ hat sich gut von seinen Fans verabschiedet. Bei „Alias“ ist das leider nicht so wirklich der Fall. Was ich gut finde, ist auch hier die Tatsache, dass es uns nicht so offensichtlich erklärt wird (anders als man das noch in Staffel 3 mit Sidneys „verlorenen“ Erinnerungen gemacht hat), aber so richtig zufriedenstellend fand ich das große Finale rund um Rambaldi jetzt irgendwie auch nicht. Dafür, dass er seit der ersten Staffel so eine große Rolle spielt, hatte ich mir dann doch ein bisschen mehr erhofft (und ich habe das Gefühl, dass Abrams das selbst auch gemerkt hat, weswegen Teile der Rambaldi-Story sich ja dann in der sehr viel interessanten „William Bell“-Story in „Fringe“ verstecken).

Alles in allem werden mir dann doch nur Staffel 2 und Staffel 3 so wirklich in Erinnerung bleiben. „Alias“ war eine nette Serie, doch gerade mit den letzten beiden Staffeln haben sich die Macher (meiner Meinung nach) wirklich keinen Gefallen getan. Dann hätte ich mir doch eher gewünscht, sie fahren die Rambaldi-Schiene noch ein bisschen verrückter auf. Naja, wie gesagt, ich glaube, das war für alle ein gutes Training für „LOST“ (für Komponist Michael Giacchino auf jeden Fall – schließt man bei „Alias“ die Augen, denkt man spätestens so richtig ab Staffel 3, man würde „LOST“ gucken)

Wertung: 5 von 10 Punkten (es schwankt extrem hin und her, aber es ist jetzt wenigstens zu Ende)

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2 Kommentare leave one →
  1. 8. November 2017 09:05

    Mir hat das Finale damals ja deutlich besser gefallen. Allerdings war es bei mir auch die Serien-Anfangsphase und ich hatte noch nicht viel gesehen (ich glaube nur „24“ und ein paar „Lost“-Staffeln). Heute mag das ganz anders wirken.

    • donpozuelo permalink*
      8. November 2017 20:22

      Ja… Das Finale war so lalala… Alias ist so eine Serie, die ich schnell nach dem Gucken wieder vergessen hatte.

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