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Ein-Mann-Armee

3. November 2017

Ich war immer eher ein Schwarzenegger-Mann. Ich bin mit Arnie als „Conan“ aufgewachsen, habe ihn dann als Terminator (wohlgemerkt, zuerst als den guten Terminator in „Terminator 2“) kennengelernt und vor allem durch seine ganzen 80er Jahre Komödien. Ein wirklicher Stallone-Mann war ich nie. Erst durch „Rocky“ habe ich ein bisschen mehr Respekt für Stallone entwickelt… und kaum hatte ich „Rocky Balboa“ zu Ende geguckt, fing ich mit dem nächsten Stallone-Franchise an: „Rambo“!

Willkommen in Hope, steht da am Ortseingangsschild der kleinen Stadt Hope, als der Vietnam-Veteran John Rambo (Sylvester Stallone) auf der Suche nach den letzten Kameraden seiner alten Einheit dort vorbei kommt. Doch Sheriff Will Teasle (Brian Dennehy) hat etwas gegen Rocky und schiebt ihn schnell wieder ab, was Rocky sich nicht gefallen lässt. Kurzerhand nimmt Teasle den Veteran auf die Polizei-Station, wo der von den Plozisten so lange schikaniert wird, bis alte Kriegstraumata Rocky zum Ausrasten bringen. Er flieht in die Wälder und wird nun vom Sheriff und seinen Leuten gejagt. Doch haben die keine Chance gegen John Rambo, was sie sehr schnell lernen müssen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Ich habe „First Blood“, wie der Film ja eigentlich heißt, irgendwann mal vor Ewigkeiten gesehen und dann auch nie so richtig bis zum Schluss – also eigentlich nicht einmal bis zur Hälfte, wie ich jetzt erschreckend feststellen musste. Ich dachte bis heute, dass die Szene, in der Rambo von der Felswand in den Fluss fällt, die Schlussszene des Films ist. Und da geht es ja erst so richtig los.. So kann man sich täuschen…

„First Blood“ ist ein geiler Film… und der wortkarge Sylvester Stallone perfekt für die Rolle des schweigsamen John Rambo. Dieser Typ ist die perfekte Mischung aus Out-Door-MacGyver und dem „Predator“. Ich meine, was der Mann mit nur einem Messer alles anstellen kann, würde selbst den Predator neidisch machen (wenn Arnie damals gegen Stallone hätte kämpfen müssen, wäre das ein sehr schwerer Kampf geworden und ein bisschen Schlamm im Gesicht hätte nicht ausgereicht.) Die Action ist schon ziemlich cool, vor allem wenn man im Verlauf des Films mehr und mehr Leute auf Rambo los lässt und der trotzdem immer wieder als Sieger hervorgeht.

„First Blood“ hat aber mit Stallone nicht nur einen sehr stoischen Helden, sondern mit Brian Dennehy einen wunderbaren Antagonisten. Dessen Sheriff Teasle ist einfach mal das perfekte Beispiel für einen Typen mit so großem Ego, dass er blind vor Wut wird, wenn jemand daran kratzt.

Gleichzeitig zeigt sich in seinem Charakter aber auch ein bisschen die Absurdität von „First Blood“: ich meine, das Sprichwort „Aus einer Mücke einen Elefanten machen“ passt wohl perfekt zu diesem Film. Ich musste auch an „Anchorman“ und den Spruch: „That escalated quickly!“ denken. Das ist schon wirklich ein bisschen krass, wie dieser Film abgeht: da wird ein vermeintlicher Hippie von der örtlichen Polizei aufs Korn genommen und auf einmal herrscht Krieg. Auf einmal kommt eine ganze Armee auf einen einzigen Mann, der sie dann einfach so fertig macht. Da fragt man sich dann so ein bisschen, warum die USA in Vietnam so versagen konnte? Mit Typen wie Rambo hätten sie eigentlich die ganze Welt erobern müssen. Da erinnerte mich „First Blood“ ein bisschen an Schwarzeneggers „Phantom Kommando“ – nur halt mit dem Unterschied, dass sich Schwarzeneggers Film nicht ernst genommen hat, während „First Blood“ das schon sehr tut. Und trotzdem funktioniert der Film. Man hat irgendwann ziemlich schnell vergessen, dass eine vermeintliche Lappalie diesen Kleinkrieg auslöste und feiert einfach nur diesen Rambo ab, der alles und jeden vernichtet.

Erstaunlich fand ich dann aber auch seinen Zusammenbruch am Ende, wenn er in Tränen wie ein kleines Kind in den Armen von Colonel Trautman (Richard Crenna) liegt und von den schrecklichen Dingen erzählt, die er im Krieg erleben musste. Das gibt der Figur des John Rambo dann auf einmal ein ganz anderes Gesicht. Dieser Mann ging durch die Hölle und wurde wegen ein paar Hillbillie-Idioten gezwungen, es noch einmal zu durchleben. In dem Augenblick tut einem diese Tötungsmaschine extrem leid und man hasst Sheriff Teasle und seine Männer gleich noch ein bisschen mehr.

„Rambo: First Blood“ ist schon ein interessanter Action-Film – und ich bin vor allem gespannt, was mich noch so von den anderen Teilen her erwartet. Ich muss wohl nicht mit dem Rocky-Effekt rechnen, oder??? 😉

Wertung: 9 von 10 Punkten (that escalated quickly – „First Blood“ perfekt zusammengefasst)

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4 Kommentare leave one →
  1. 3. November 2017 18:45

    Ach lustig, den wollte ich gestern eigentlich auch schauen, hatte mich dann aber spontan für „WarGames“ entschieden. Mir fehlt ja bislang noch „Rocky“ und „Rambo“ komplett. Deine Besprechungen der beiden Reihen treiben mich nun dazu an, doch auch mal damit anzufangen.

    • donpozuelo permalink*
      8. November 2017 20:20

      Also bei Rocky solltest du wirklich die ganze Reihe anschauen. Teil 1 bis 6 sind wirklich gut. Der erste und der letzte sind die besten Filme. Dazwischen gibt es kleine Höhen und Tiefen, aber durchweg gute Unterhaltung.

      Bei Rambo bin ich mir noch nicht so sicher. Teil 2 hat mich etwas abgeschreckt. Teil 1 ist toll und muss man gesehen haben, die Fortsetzungen werden da wohl nicht rankommen.

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