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Die Schwester der Agentin

6. Oktober 2017

Wir müssen mal wieder über das Intro von „Alias“ reden. Von Staffel 1 bis 3 gab’s ja nur den Schriftzug auf schwarzem Hintergrund zu grölender Techno-Musik. Für Staffel 4 haben sich die Macher dann mal was ganz Neues ausgedacht: Die Techno-Musik bleibt, dafür zeigen wir aber jede Menge Bilder von einer heißen Jennifer Garner in knappen Outfits, die sie ja so häufig für ihre Missionen tragen muss. Und als wenn das noch nicht reichen würde, um diese Serie mega krass zu über-sexualisieren, „verstecken“ wir hinter der Techno-Musik noch das Gestöhne einer Frau. Da fragt man sich doch, warum wurde diese Entscheidung getroffen. Nur vom Intro her wirkt die Serie nun extrem billig – obwohl sie da ja nicht allein steht. Joss Whedons „Dollhouse“ hatte ja immer ein ähnliches Problem: das Intro war auch immer so super-sexy auf Eliza Dushku geprägt, spiegelt aber nicht so wirklich die Serie wieder. Also J.J., Intros sind nach wie vor nicht so dein Fall und warum Staffel 4 nun ein neues brauchte, werde ich nie verstehen.

Aber Staffel 4 von „Alias“ macht ja vieles Neu: In Staffel 3 haben wir ja erfahren, dass Sidney (Jennifer Garner) eine Schwester namens Nadia (Mia Maestro) hat, die allerdings aus der Affäre zwischen Sidneys Mutter und Sloane (Ron Rifkin) entstanden ist. Und wir wissen auch, dass sie ebenfalls mit der Prophezeiung von Rambaldi zu tun hat. In Staffel 4 arbeiten ist das aber erst zum Ende hin wieder wichtig. Vorher arbeiten alle fröhlich in einer neuen CIA-Black-Ops-Abteilung namens APO zusammen… und jagen wieder die Bösen dieser Welt.

Stillleben mit Action

Die vierte Staffel „Alias“ ist ein krasser Schritt zurück. Nach all den Ereignissen in Staffel 2 und 3 fühlt sich die vierte Staffel an, als würde man ein Reboot der Serie starten – ohne das man es so nennt. Dazu wird dann das Charakter-Gefüge noch einmal neu strukturiert: alle arbeiten jetzt eigentlich irgendwie wieder für Sloane (wie damals bei SD-6), nur arbeiten sie jetzt scheinbar wirklich alle für die Guten. Dazu kommt dann halt noch Neu-Mitglied Nadia, die so ein bisschen mit Agent Eric Weiss (Greg Grunberg) anbändelt, was immerhin ihm die Möglichkeit gibt, ein bisschen mehr als nur der beste Freund von Michael Vaughn (Michael Vartan) zu sein. Für Grunberg hat mich diese neue Struktur noch gefreut, für den Rest eher nicht so.

Die Serie kehrt wieder extrem zu diesem Fall-der-Woche-Prinzip zurück und wirkt dadurch sehr schwerfällig. Ich hatte mich an eine übergeordnete Handlung schon so gewöhnt und dann das. Natürlich wird zwischendurch auch mal wieder Sloane beschuldigt, ein doppeltes Spiel zu führen, bla bla bla… so richtig fehlt der Serie in ihrer vierten Staffel der Wumms. Die Story plätschert so müde dahin und konzentriert sich noch viel mehr auf seine Soap-Opera-Aspekte, was die Vorhersehbarkeit der einzelnen Geschichten nur noch erhöht. Da tauchen dann auch wieder die Schwestern von Sidneys Mutter auf, da offenbart sich Jack Bristow (Victor Garber) als Mörder von Sidneys Mutter – und man weiß nach vier Staffeln sofort, dass das alles nur Gerede ist und am Ende doch wieder der Super-Plottwist um die Ecke kommt, um uns doch noch was anderes zu erzählen.

Wenn diese ganzen einzelnen Charakter-Geschichten wenigstens gut zusammengepasst hätten, hätte ich ja kein Problem gehabt. Aber so dieses neue „Alias“ gefiel mir so gar nicht. Es war einfach langweilig. Statt sich weiter zu entwickeln, wird dieser Schritt zurück gemacht – und der gute David Anders bekommt als Julian Sark gerade mal einen poppeligen Gast-Auftritt in einer Folge.

Es folgt dann zwar zum Ende der Versuch, das Ganze wieder ein bisschen mehr mit Rambaldi und Co. in Verbindung zu bringen, mutiert dann aber zum spektakulär unspektakulärstem Serien-Finale der Serie. Da will man uns die Gefahr der Apokalypse vorgaukeln, aber es funktionierte einfach nicht. „Alias“ ist einfach zu vorhersehbar geworden – selbst der letzte Twist mit Vaughn im Auto und seinem Geheimnis hat da nicht wirklich viel weiter geholfen.

Ich hoffe einfach mal, dass sich das in Staffel 5 wieder ein bisschen legt und ich vor allem ein zufriedenstellendes Finale zu der ganzen Rambaldi-Nummer bekomme, denn Staffel 4 war wirklich einfach mal nichts. Ich habe mich elendig gequält, die zu Ende zu schauen. Aber gut, wahrscheinlich war der gute Onkel Abrams zu diesem Zeitpunkt schon zu sehr mit „LOST“ beschäftigt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (es ist ein langweiliges Reboot der Serie, die so einen „Neustart“ gar nicht gebraucht hätte)

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5 Kommentare leave one →
  1. 6. Oktober 2017 07:49

    Für mich war es auch die schwächste Staffel der Serie, allerdings habe ich sie insgesamt doch deutlich besser bewertet. Genaue Argumente (außer die in meiner Besprechung genannten) dafür weiß ich aber nicht mehr, liegt die Sichtung doch schon ewig zurück.

    • donpozuelo permalink*
      10. Oktober 2017 08:18

      Das war für mich echt hart an der Grenze. Ich war kurz davor, aufzuhören. War echt anstrengend.

  2. 18. Oktober 2017 21:01

    Oh man, ich realisiere gerade, dass ich die Serie nicht mal bis dahin geschaut habe. Irgendwie schade, irgendwie auch nicht bei all dem was ich bei dir lese. Das mit dem Intro klingt schon ziemlich schlimm und trashig. :-/

    • donpozuelo permalink*
      19. Oktober 2017 21:13

      Das Intro ist wirklich übel. Hauptsache, jede Szene, in der Jennifer Garner halb nackt war, ist da zu sehen. Sehr merkwürdig… und ja, der Rest der Serie schwankt auch sehr stark zwischen unterhaltsam und furchtbar 😀

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