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Mamas kleine Agentin

1. September 2017

Zum Glück ist es mit Serien meist anders als mit Filmen. Geht ein Film in die Verlängerung (sprich: Fortsetzung), ist das meistens weniger gut. Geht eine Serie in die Verlängerung, kann da vieles noch besser gemacht werden. Halt wie bei einigen Video-Spielen auch: Die Macher lernen aus ihren „Fehlern“ und verbessern das Ganze noch einmal. J.J. Abrams‘ „Alias“ ist das ein verdammt gutes Beispiel für… und vor allem ein Beispiel dafür, wie man so verdammt hoch hinausschießen kann, dass ich es fragwürdig finde, ob das jemals noch getoppt werden kann.

CIA-Agentin Sidney Bristow (Jennifer Garner) arbeitet nach wie vor undercover für die Bösen: Arvin Sloane (Ron Rifkin) und SD-6. Die Jagd nach den Artefakten von Rambaldi geht nach wie vor weiter, doch das Leben unserer Lieblingsagentin wird ganz schön über den Haufen geworfen. Zuerst kehrt ihre totgeglaubte Mutter Irina (Lena Olin) zurück und stellt sich der CIA, denn immerhin ist sie ebenfalls eine ziemlich böse Verbrecherin, die nun auf einmal helfen möchte. Dazu erfährt Sidneys bester Freund Will (Bradley Cooper), dass sie für die CIA arbeitet. Und als wenn das noch nicht reicht, wird ein entscheidender Schlag gegen SD-6 und die gesamte Alliance ausgeführt; genetische veränderte Doppelgänger kommen auch noch dazu und ein Finale, dass es echt in sich hat.

Ready to fire…

Die zweite Staffel von „Alias“ fühlt sich an, als wollten die Macher den Laden dicht und vorher noch alle Fans halbwegs glücklich machen. Ich meine, in dieser Staffel passieren Sachen, die in anderen Serie über mehrere Staffeln verteilt werden würden. Hoffentlich hat Abrams – ähnlich wie bei „LOST“ – einen ordentlichen Masterplan für die Serie aufgestellt, denn das hat mich hier echt alles ziemlich vom Hocker gehauen. Aber der Hälfte hat diese Staffel auf einmal so ein rasantes Eigenleben entwickelt. Da kam ja mit jeder Folge gefühlt ein neuer Twist. Das war echt aufregend, das war wesentlich spannender als noch die erste Staffel. Ich hatte endlich das Gefühl, dass diese Serie wirklich Form annimmt – und vor allem sich endlich traut, sehr viel mehr aus dem ganzen Agenten-Verschwörungsthema zu machen.

Nichtsdestotrotz bleibt auch dieser gewisse Soap-Opera-Charakter schön erhalten. Es reicht nach wie vor, dass Jennifer Garner sich für Missionen super sexy verkleidet: Männer sind halt schwanzgesteuert, die sind dann relativ einfach zu überrumpeln. Danach gibt das übliche Technik-Spielzeug, das man einfach nur irgendwo ranhalten muss und schon geht der Safe auf. Vielleicht geht mal ein bisschen was schief, aber Sidney kann Karate und schnell rennen, damit sind dann auch diese Probleme schnell erledigt. Ganz ehrlich, manchmal musste ich auch hier noch extrem darüber lachen, mit welchen simplen Mitteln die einzelnen Aktion eigentlich erzählt werden. Das nimmt den Einzel-Mission von Sidney manchmal etwas die Spannung, weil man weiß, dass es sich eh wieder zum Guten ändert. Es bleibt halt auch ein bisschen eine Soap-Opera. Wenn es jetzt noch schlimm erscheint, wird es nach ein, zwei Folgen (oder auch ein paar mehr) wieder gut.

Das tut der Unterhaltung aber keinen Abbruch. „Alias“ hat mich wunderbar unterhalten. Ich mag nach wie vor Jennifer Garner, obwohl ich immer noch nicht weiß, ob ich sie wirklich ernst nehmen soll oder nicht. Ron Rifkin ist immer noch das größte Geschenk an diese Serie, obwohl Neuzugang Lena Olin das Ganze schön aufmischt. Bradley Cooper bekommt endlich mal ein bisschen mehr zu tun… und Michael Vartan darf als Vaughn endlich rumknutschen. So lange wie bei Mulder und Scully konnte man diese Beziehung einfach nicht warten lassen, aber auch das passt zur Serie und in Staffel 2 kriegen sie sich dann endlich auch (sorry, ist aber auch wirklich kein großer Spoiler, sondern ziemlich offensichtlich). David Sanders, ein weiterer erfrischender Neuzugang als Julian Sark, ist ein perfekter Handlanger, eine Art Anti-Bond: Er macht das, was Bond macht, nur halt für die Bösen. Und Sark ist toll. Ich mag Sark, mit seinen doppelten Spielen und seinem Grinsen (und seinen blonden Haaren – wir männlichen Blondinen müssen zusammenhalten).

Staffel 2 von „Alias“ war toll: viele neue Dinge sind passiert, die alle furchtbar spannend waren. Viele neue Charakter-Entwicklungen wurden vollzogen. Es ist eine Staffel, die von den Veränderungen lebt – Veränderungen allerdings, die so krass die Welt von „Alias“ umwerfen, dass ich mich wirklich frage, wie das noch weitergehen soll. Und dann dazu noch dieser Cliffhanger… mind blown, wie man so schön Neudeutsch sagt. Ich bin gespannt, was in Staffel 3 noch so auf mich zukommt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (alles Neu und anders macht die Staffel 2)

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3 Kommentare leave one →
  1. 1. September 2017 15:12

    Freut mich sehr, dass die Serie bei dir nun so richtig gezündet hat. Viel Spaß bei dem, was noch kommt… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      4. September 2017 06:36

      Danke. Bei den meisten älteren Serien ist es ja immer die zweite Staffel, die wirklich zeigt, was die Serie so kann.

Trackbacks

  1. Amnesie-Agentin | Going To The Movies

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