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Es kann nur einen geben!

16. August 2017

Ich habe mal wieder Fernsehen geguckt. Nach Ewigkeiten. Ich weiß, dass ist jetzt nichts aufregendes, aber für mich irgendwo schon. Seit Netflix und amazon mein Leben mit Serien und Filmen befüllen, habe ich so gut wie nichts mehr im Fernsehen gesehen. Ich sehe genau zwei Sekunden Fernsehen pro Tag – nämlich immer genau in den Sekunden, die es braucht, um an meinem Fernseher vom normalen Programm auf den HD-2-Ausgang zu schalten, der mich auf meine PS4 und in die Welt von Netflix und Co. entführt. Doch jetzt ist es letztens dann doch passiert… denn in diesen 2 Sekunden Fernseh-Zeit sah ich, dass auf arte „Highlander“ lief. Und der kleine Junge in mir konnte nicht anders, der wollte „Highlander“ gucken, also habe ich „Highlander“ geguckt. Eine Erfahrung, die mal wieder gezeigt hat, wie schwer es doch manchmal sein kann, bestimmte Kindheitserinnerungen aufrecht zu erhalten.

Die Geschichte von „Highlander“ dürfte wohl noch jedem ein Begriff sein: Es ist die Geschichte des Schotten Connor MacLeod (Christopher Lambert), der eigentlich in einer großen Schlacht im Jahre 1536 hätte sterben müssen, es aber nicht tut. Er wird vertrieben, weil alle denken, er wäre mit dem Teufel im Bunde. So trifft er dann später auf Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez (Sean Connery), der Connor zu verstehen gibt, das er zu den Auserwählten gehört, die unsterblich sind und nur getötet werden können, wenn man ihnen den Kopf abschlägt. Ramirez trainiert Connor und bereitet ihn auf den ultimativen letzten Kampf vor, denn es gibt einen unter den Unsterblichen Kurgan (Clancy Brown), der alle anderen töten will, um den „Preis“ zu gewinnen. Sollte ihm dies gelingen, würde das die Menschheit ins Verderben stürzen. Im Jahr 1985 kämpft Connor immer noch gegen Kurgan… und der letzte große Kampf steht kurz bevor, denn: Es kann nur einen geben.

Es kann nur einen (Bond) geben…

Oh mein Gott, was habe ich „Highlander“ früher geliebt (dabei sollte ich gleich sagen, dass ich von den Fortsetzungen nie auch nur eine gesehen habe – was wohl, nach allem, was ich so gehört habe, etwas Gutes ist). „Highlander“ war cool, „Highlander“ war die Art von Film, die meine kindliche Fantasie sehr angeregt hat und zu wilden Schwert-Stock-Kämpfen mit Freunden führte, bei denen es auch nur einen geben konnte, der triumphieren würde. Das ganze Konzept der Unsterblichkeit war hier sogar noch cooler als bei Vampiren, die ja nur nachts raus konnten. „Highlander“ gehörte zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Wer „Highlander“ nicht mochte, war weg vom Fenster. Wie konnte man coole Schwertkämpfe in einem modernen Setting nicht mögen?

Kinder… die finden auch jeden Quatsch gut, nicht wahr? 😉 Aber ich will jetzt um Gottes Willen nicht sagen, dass „Highlander“ schlecht ist. Es ist immer noch ein toller Film, der meine Kindheit sehr bereichert hat. Es ist nur leider auch ein Film, der nicht ganz so gut gealtert ist. Und ich rede jetzt nicht von den Effekten, die sind okay für 1986. Was mir so ein bisschen den Zauber genommen hat, sind eigentlich zwei Dinge: die furchtbare deutsche Synchro und die Schwertkämpfe selbst.

Zum Thema Synchro: Die ist wirklich gruselig. Wenn die sich da vor Schmerz angrunzen oder wütend anschreien, klingt das so emotionslos, als hätten das irgendwelche Studenten aus Spaß an einem Nachmittag vertont. Aber gut… im Original klingt das mit all den schottischen Akzenten sicherlich sehr viel besser. „Highlander“ gehört zu den wenigen Filmen, die ich noch nie im Original gesehen habe.

Kommen wir aber zum Thema Schwertkampf: Ich hatte die absolut episch in Erinnerung und ja, der letzte große Kampf zwischen MacLeod und Kurgan hat ja auch was episches an sich, aber so im Allgemeinen bin ich wahrscheinlich einfach durch die besser und besser gewordenen Kampf-Choreografien der Filmgeschichte stark beeinflusst. Wenn jeder Schwertkampf eigentlich nur darin besteht, dass die Gegner mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen und nur die Schwerter aneinander hauen, wirkt das bei weitem nicht mehr so episch wie in meiner Erinnerung.

Ich mag „Highlander“ trotzdem, auch wenn die merkwürdige Liebesgeschichte und die dazugehörige 80er-Jahre-Sexszene mit schwummriger Soft-Porno-Musik echt deplaziert wirkt und ein Christopher Lambert jetzt auch nicht unbedingt durch große Schauspielkunst aufwartet. Es ist einfach ein wichtiger Film für das Kind in mir. Es ist aber auch einfach eine coole Story an sich, die mit den verschiedenen Flashbacks großartig funktioniert. Die Tatsache, dass der Film mit einem Schwertkampf in der Gegenwart anfängt, war schon ziemlich badass. Die Schwerter an sich fand ich auch einfach immer nur verdammt cool, aber das nur so als Randnotiz. „Highlander“ ist schon toll – nicht unbedingt gut gealtert, aber dank hohem Nostalgie-Wert immer noch sehenswert.

Wertung: 8 von 10 Punkten (irgendwann traue ich mich mal an die angeblich so furchtbaren Sequels – vielleicht)

9 Kommentare leave one →
  1. 16. August 2017 08:07

    Ich mag den auch ziemlich, speziell die erste Hälfte. Wenn es dann in die 80er geht, überwiegt der Trash-Faktor natürlich… 😉

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2017 09:06

      Ja. Die erste Hälfte ist toll. Die ganzen Rückblenden sind allgemein sehr cool. Der Trashfaktor ist schon hoch, aber irgendwo auch zu verschmerzen… weil es schon einfach coole Bilder ergibt, wenn die sich da mit ihren Schwertern kloppen.

  2. 16. August 2017 17:15

    Also es ist wohl klar, dass als er rauskam, ich hin und weg war. Gehört auch zu den von mir meist gesehenen Filmen und ja, ich kann mitsprechen 🙂
    Die Mankos hast Du ja angesprochen und ein paar Szenen vor allem mit Brenda zu Beginn waren total unlogisch, aber was solls, Schwerter, Sean Connery und einer der coolsten Bösewichte ever, zumindest sein zusammensteckbares Breitschwert.
    Die Fernsehversion ist natürlich für die Tonne, weil der halbe Film fehlt, aber ich denke, Du hattest die DVD oder Bluray.
    Die Fortsetzungen wie die Serie hingegen gingen gar nicht und sind eigentlich nur voller Fremdschämomente, auch wenn Joan Jett ne Rolle inne hatte.

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2017 17:24

      Ich hab den tatsächlich jetzt nur so im Fernsehen gesehen. Fehlt dann wahrscheinlich wirklich die Hälfte. Dann muss ich ihn nochmal ordentlich gucken und eine Stellungnahme schreiben.

      Ich mag den Film aber auch sehr. Mochte ihn schon immer. Er ist halt einfach cool… trotz kleiner Mängel.

      • 16. August 2017 17:27

        Im TV ist er sehr geschnitten, man sieht ja praktisch nur die gekürzten Kampfszenen und wenn ich mich recht erinnere rollen da nicht mal die Köpfe.

        • donpozuelo permalink*
          16. August 2017 17:38

          Doch. Es rollen Köpfe. Das sieht man auch im TV. Aber wahrscheinlich ist trotzdem noch so einiges geschnitten.

  3. 7. Januar 2018 20:28

    Interessanterweise hatte ich den relativ spät auch im Fernsehen mal mitgenommen und hatte mich dabei ertappt, wie ich den mit einer kindlichen Begeisterung geguckt habe und total darin aufgegangen bin.

    • donpozuelo permalink*
      9. Januar 2018 09:22

      😀 kann ich nachvollziehen, aber so ein bisschen merkwürdig fand ich ihn jetzt schon noch. Immer noch großartig, aber auch merkwürdig 😀

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