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Draculas Fluch

9. August 2017

Wir hatten ja gefühlt schon seit Ewigkeiten darauf, dass irgendein Spiel mal eine würdige Verfilmung bekommt. Zuletzt scheiterte „Assassin’s Creed“ daran, das Spiel kinotauglich zu machen… und ich bleibe dabei, die einzige wirklich gute Verfilmung ist für mich immer noch „Silent Hill“. Da hat es atmosphärisch eigentlich verdammt gut geklappt, das Spiel umzusetzen. Doch heimlich still und leise kommt jetzt Netflix daher und präsentiert die nächste Spiel-Verfilmung als Serie: „Castlevania“. Ich habe keinen einzigen „Castlevania“-Teil der Reihe gespielt, kenne es eigentlich nur so vom Hören-Sagen und weil ich hier und da mal ein Video dazu gesehen habe, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass Netflix‘ „Castlevania“ eine wirklich gute Verfilmung des Spiels ist – zumal es ja im Spiel eh nur ums Draufkloppen geht und sich die Serie so eine eigene Geschichte ausdenken kann.

Als seine Frau als Hexe verbrannt wird, verflucht der Graf Vlad Tepes Dracula die Menschen der Walachei. Er gibt ihnen ein Jahr Zeit, dann würde er seine Horden von Dämonen auf die Menschen herablassen. Ein Jahr vergeht und Dracula hält Wort: Eine Armee aus Monstern und Dämonen taucht auf einmal auf und zerstört und tötet, was ihr im Weg steht. Scheinbar nur ein Mann hat die Fähigkeiten, gegen Dracula kämpfen zu können: der letzte Überlebende der Monster-Jäger-Familie Belmont, Trevor Belmont.

Indy wäre stolz

Ich wusste wirklich nicht, was ich von dieser Animationsserie erwarten sollte, aber allein die erste Folge hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Denn statt sich sofort auf den großen Helden der Serie zu stürzen, stellt die erste Folge niemand Geringeren als Dracula in den Vordergrund. Wir erfahren, wie er seine Frau kennenlernte, dann gibt es einen Zeitsprung und sie wird als Hexe verbrannt, woraufhin Draculas Fluch beginnt. Aber das Interessante daran ist, dass Dracula nachvollziehbar gemacht wird. Leider erfahren wir zu wenig über ihn und seine Frau und ihre gemeinsame Ehe – und ich hoffe, das kommt in Staffel 2 noch ein bisschen mehr in Rückblenden zur Geltung. Dennoch ist es ein faszinierender Anfangspunkt: Draculas Rache erscheint uns für einen kurzen Augenblick fast gerechtfertigt. Für einen Moment lang ist die Kirche der Walachei, deren Priester die Anordnung zur Verbrennung verkünden, die wahren Monster. Und sie sind es, die das Monster Dracula so erst heraufbeschwören. Wer weiß nämlich, ob er mit seiner Frau nicht irgendwann einfach der liebe, nette Graf von nebenan geworden wäre, der sich am Ende noch um das Wohl der Walachei und der Menschen kümmert?

Aber, wie es sich für ein Monster gehört, kennt Dracula keine Grenzen… und so verfliegt der Anflug an Sympathie dann auch schnell wieder, wenn man sieht, das seine Monster Frauen, Kinder und sogar Babys genüsslich verdrücken. Draculas Armee ist erbarmungslos und macht vor wirklich nichts Halt. Da kommt dann auch in der zweiten Folge endlich Trevor Belmont ins Spiel, ein versoffener, sarkastischer Typ in einer Bar, dem man im ersten Moment nicht wirklich zutrauen würde, eine Bastion gegen die Horden der Hölle zu sein. Doch in kurzer Zeit wächst auch er über sich hinaus.

Ich sage immer in „kurzer Zeit“, denn das wohl größte Problem an „Castlevania“ ist einfach mal die Laufzeit: 4 Folge a 25 Minuten. Das ist viel, viel, viel zu wenig, denn die Serie ist verdammt gut. Der Schurke wird, wie schon gesagt, gut aufgebaut und auch Trevor erlebt innerhalb dieser 4 Folgen eine gute Entwicklung vom Säufer zum wahrhaft letzten Kämpfer für das Gute. Ganz zum Ende, im großen Finale von Folge 4, hat er dann sogar noch den Sohn Draculas und eine Magierin an seiner Seite… und lässt hoffen, dass eine zweite Staffel nicht nur länger ist, sondern den hier gelegten Grundstein auch gut ausnutzen kann, um mehr zu erzählen. Denn ich würde schon gerne mehr davon sehen. Ich will mehr von Draculas Vergangenheit erfahren, ich will mehr über Trevor wissen (zum Beispiel, warum er der letzte seiner Familie ist), ich will mehr über seine Weggefährten erfahren, von denen ja einer Draculas Sohn ist.

Die erste Staffel „Castlevania“ liefert verdammt viel, was eine zweite Staffel in voller Länge gut ausbauen könnte. Ich hätte auch nichts gegen längere Folgen, denn „Castlevania“ hat echt das Zeug, eine richtig gute Serie zu werden. Ich will definitiv mehr und hoffe, dass Netflix auch brav damit weitermacht.

Wertung: 8 von 10 Punkten (4 Folgen sind viel zu wenig, aber es waren so viele gute Ansätze da, dass Staffel 2 nur besser werden kann)

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2 Kommentare leave one →
  1. 9. August 2017 09:06

    Ich mag die Serie auch sehr, obwohl ich das Spiel nicht kenne. Und was eine Fortsetzung angeht, kann ich Dich beruhigen. Die zweite Staffel ist für 2018 angekündigt und soll 8 Folgen haben

    • donpozuelo permalink*
      9. August 2017 09:13

      Sehr gut. 8 Folgen ist schon mal gut. Da bin ich echt sehr gespannt drauf.

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