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Das Auge des Tigers

4. August 2017

„The Eye of the Tiger“ von Survivor – das ist der Song, bei dem man sofort ans Boxen denkt… und danach dann an „Rocky“. Ich dachte bisher ja immer, das wäre wirklich so der offizielle Theme-Song für die Rocky-Reihe. Doch dann fing ich ja mit dem ersten Teil an und wartete vergebens auf den Song. Zu hören war nur das klassische Rocky-Theme, auf „Eye of the Tiger“ musste ich dann tatsächlich bis „Rocky III – Das Auge des Tigers“ warten.

Nachdem Rocky (Sylvester Stallone) Apollo Creed (Carl Weathers) in „Rocky II“ den Weltmeistertitel abgenommen hat, ist er endgültig zum absoluten Box-Star geworden. Er verteidigt tapfer seinen Titel und haut jeden Gegner um, der ihn herausfordert… bis er auf den brutalen Clubber Lang (Mr. T) trifft. Der prügelt Rocky innerhalb kürzester Zeit aus dem Ring. Doch Rocky hat andere Sorgen, während dieses Kampfs stirbt sein langjähriger Trainer und Freund Mickey (Burgess Meredith). In dieser Zeit taucht Apollo auf und bietet sich Rocky als Trainer an. Apollo will Rocky für einen zweiten Kampf gegen Lang coachen – er will ihm das Auge des Tigers zurückgeben, die Kampflust und den Biss, um dieses Monster zu besiegen.

Er hat gehört, Rocky mag das A-Team nicht…

„Rocky III“, jetzt also mit einem merkwürdig klingenden Untertitel, ist ein guter Film. Das muss man einfach mal so einfach festhalten. Für einen dritten Teil einer Reihe hätte es auch wesentlich schlimmer kommen können, aber da immer noch alle Hauptcharaktere mit dabei sind, alle Schauspieler mitmachen und auch Stallone wieder für Drehbuch und Regie verantwortlich ist, ist aus „Rocky III“ ein guter Film geworden. Zugegebenermaßen springt der Film viel zwischen Themen hin und her und ist in gewisser Weise zugeballert mit verschiedenen kleinen Geschichten, aber Stallone bleibt dennoch immer am Ball. Dazu muss man auch sagen, dass jede dieser Geschichten hier wenigstens ein bisschen mehr Sinn macht als Adrians plötzliches Koma im zweiten Teil.

Ich mochte, dass Arschloch Paulie (Burt Young) mal wieder ein bisschen mehr Arschloch sein durfte. Jetzt versucht er schön die Milchkuh Rocky zu melken und ist eifersüchtig auf dessen Erfolg. Er ist der passende „Freund“ für so einen gutmütigen Kerl wie Rocky, der nie auch nur ein schlimmes Wort gegenüber diesem Schmarotzer sagen würde – sie haben ja schon so viel erlebt und immerhin ist er der Bruder von Rockys geliebter Adrian (Talia Shire).

Ich mochte auch den ersten Teil mit Clubber Lang, weil er so ein bisschen der Anti-Rocky ist. Der ganze Weg zum ersten Kampf zwischen den Beiden fühlt sich an wie „Rocky“, wenn Rocky ein Arsch gewesen wäre. Während Clubber allein für sich trainiert und in gewisser Weise der Underdog ist, lebt Rocky sein Leben in Saus und Braus – und bekommt dafür dann auch die Quittung. Wer hoch fliegt, fällt ja auch tief… so muss Rocky wieder von vorne anfangen.

Und ab diesem Zeitpunkt ist es dann wieder ein klassischer Rocky-Film nach dem gleichen alten Schema, das mal wieder ein bisschen umgeändert wurde. Es gibt wieder die typische Trainingsmontage, es wird wieder gerannt… aber oh weh, was war das für eine merkwürdige Laufszene. Ich dachte ja schon, die Kinder aus dem zweiten Teil waren komisch, aber das Zelebrieren von männlichen Muskeln in Anspannung, das Laufen in Zeitlupe und das anschließende Geplansche im Meer… tja, das ist mal was anderes 😉 Der anschließende zweite Kampf gegen Clubber Lang ist dann mal wieder das große Finale… und der erste Kampf, der mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen hat. Es ist ein toller Kampf, aber so richtig wie sonst bin ich nicht ins Kampffieber gekommen. Zu sehr lag mir der Fokus auf dem Auge des Tigers. Statt einfach nur zu kämpfen, ködert Rocky seinen Gegner mit dummen Sprüchen, lässt sich (angeblich alles Strategie) ordentlich vermöbeln. Das hat einfach nicht so ganz in mein Bild von Rocky Balboa gepasst.

Ansonsten ist es natürlich sehr traurig, dass wir uns von Burgess Meredith verabschieden müssen. Ich mochte seinen Mickey immer sehr. Das hat zu diesem Underdog-Image von Rocky gut gepasst, dass er einen alten, klapprigen Coach hat, der ihn in einem unscheinbaren Box-Club trainiert. Aber jetzt hat Rocky ja Apollo Creed. Und dieses Bündnis war ja auch notwendig, denn Mr. T als Clubber Lang war schon ein bissiger Hund, was ich aber auch mochte: das war ein brutaler Gegner, ein aufbrausender Typ, der gleich drei Augen des Tigers in sich hatte, so wie der immer wieder losging.

„Rocky III“ ist tatsächlich auch eine würdige Fortsetzung, die das übliche Schema brav beibehält und es diesem Mal so „aufbaut“, in dem es gleich zwei Kämpfe in einem Film gibt (fast so, als hätte man Rocky I und Rocky II in einen Film gepackt), aber hey… es ist ein „Rocky“-Film, viel mehr erwarte ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr. Wenn jetzt Schluss gewesen wäre, hätte Stallone wirklich eine tolle Boxer-Trilogie gehabt… aber es kommen ja noch drei Teile.

Wertung: 8 von 10 Punkten (It’s the eye of the tiger, it’s the thrill of the fight – der Thrill ist zwar ein bisschen raus, aber es ist immer noch ein verdammt guter Film und eine gute Fortsetzung)

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