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Ein Sommer bei Kellerman’s

31. Juli 2017

Es gibt genau fünf Filme, die ich mit Patrick Swayze kenne: der wirklich großartige „Point Break“, der nicht weniger großartige „Road House“, der nicht weniger weniger großartige „Donnie Darko“… und dann halt so das übliche: „Ghost“ und „Dirty Dancing“. Letzterer ist ein Film, den ich vor allem durch meine allererste Freundin kennengelernt habe, die wie so viele Frauen, die ich kenne, extrem auf diesen Film steht. Jetzt habe ich mir „Dirty Dancing“ noch einmal angeschaut. Wirklich ein Fan werde ich von diesem Film aber mit großer Sicherheit nicht werden, denn das Phänomen „Dirty Dancing“ erschließt sich mir nach wie vor nicht so ganz.

Die Story dürfte ja eigentlich jedem ein Begriff sein: Baby (Jennifer Grey) verbringt mit ihrer Familie den Sommer im Ferien-Resort Kellerman’s. Hier lernt sie dann auch den heißen Hüfteschwinger Johnny (Patrick Swayze) kennen, der im Resort als Tanzlehrer arbeitet. Doch Johnny hat Sorgen: Seine beste Freundin und Tanzpartnerin Penny (Cynthia Rhodes) ist ungewollt schwanger vom blöden Medizin-Studenten Robbie, der sich kein Deut darum schert und stattdessen lieber mit Babys Schwester rum flirtet. Baby will helfen, besorgt Penny das Geld für eine Abtreibung bei ihrem Vater und übernimmt sogar Pennys Part, damit Johnny seinen wichtigen Tanzauftritt in einem anderen Hotel nicht sausen lassen muss. Nur muss Baby halt erst einmal fleißig üben. So kommen sich Romeo und Julia der Moderne dann nach und nach näher…

Sie kann fliegen…

„Nobody puts Baby in the corner!“, Wasser-Melonen und sexy Hüftschwünge: Das ist „Dirty Dancing“! Ich muss gestehen, ich hatte extrem viel von diesem Film ausgeblendet, weswegen mir gar nicht bewusst war, dass sich so viel in diesem Film um Abtreibung dreht. Überhaupt war mir nicht mehr klar, wie viel „Aufregung“ doch in diesem Film steckt: Familien-Drama, Coming-Of-Age-Story, Liebesschnulze, Tanz-Film, Sommer-Film. Irgendwie kein Wunder, dass dieser Film so zum Kult-Klassiker wurde, hat er doch eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann.

Bitte nicht wundern, ich habe wirklich das Gefühl gehabt, ich würde diesen Film noch einmal zum ersten Mal sehen. Ich habe vieles entdeckt (oder in Erinnerung gerufen), was mir nicht mehr so klar war… dennoch macht das für mich aus „Dirty Dancing“ jetzt nicht den Wahnsinnsfilm. Die Story ist immer noch sehr seicht, auch wenn sie versucht so Themen wie Klassenzugehörigkeit, Familie und Erwachsen-Werden anzusprechen. Es bleibt dennoch alles brav Schema F, ohne große Überraschungen. Es ist halt leichte Unterhaltung, da muss jetzt nicht zu viel darüber nachgedacht werden, warum zum Beispiels Babys Vater seine Arzttasche selbst im Urlaub griffbereit hat oder warum die komplette Belegschaft wirklich jede Nacht noch den Nerv hat, wilde Sex-Orgien zu feiern, die als Dirty Dancing getarnt sind und deswegen schön ihren Platz in diesem Film finden 😀 😀 😀

Letztendlich lebt „Dirty Dancing“ von zwei Dingen: der Tatsache, dass der Titel hält, was er verspricht und dem Pärchen Patrick Swayze und Jennifer Grey. Jetzt ist das Dancing nicht wirklich so dirty, aber für Ende der 80er Jahre war es das vielleicht doch. Aber die Leute können sich auch wirklich alle gut bewegen, die Tänze sehen heiß aus und die Musik, bestehend aus hauptsächlich guten alten Rock’n’Roll-Oldies, ist einfach nur umwerfend. Dazu kommen dann noch Swayze und Grey.

Mir wurde zwar gesagt, dass die sich beide nicht so richtig leiden konnten, was dann irgendwie noch mehr für ihre gute Leistung spricht, denn die Chemie zwischen den Beiden stimmt. Der gute Patrick hat die Coolnes ja sowieso in jeder Faser seines Körpers und schwebt auf einer Wolke von Männlichkeit und Sex-Appeal förmlich durch diesen Film, dass man sich schon auch ein bisschen fragen muss, warum dieser coole Typ ausgerechnet die kleine, unscheinbare Baby für sich entdeckt. Aber natürlich beantwortet uns auch das der Film. Immerhin meint sie es ja ernst mit ihm, will helfen. Sie ist die Weltenverbesserin, die irgendwann im Kreise ihrer schwerreichen Freundinnen ein bisschen wehmütig an dieses eine Mal im Sommer-Camp zurückdenken wird, während sie einen teuren Cocktail schlürft.

Man könnte natürlich viel über „Dirty Dancing“ rummotzen, dass das alles auch super platt und oberflächlich ist, aber hey, der Film will ja auch kein schweres Drama sein, sondern einfach nur mit guter Musik und tollen Tänzen unterhalten. An den erinnerungswürdigen Zitaten hätten sie zwar noch etwas arbeiten müssen, aber immerhin hat dieser Film jeder Abschlussfeier den perfekten Song geliefert…

Wertung: 7 von 10 Punkten (der Soundtrack ist super, Swayze und Grey funktionieren gut zusammen und tragen den Rest des Films)

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6 Kommentare leave one →
  1. 31. Juli 2017 07:03

    Zu Dirty Dancing empfehle ich die sehr gute Filmanalyse auf YouTube. Sicherlich etwas viel reingeschustert, aber im Kern trifft es zu.

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2017 21:27

      Ugh… den Typen kann ich gar nicht leiden. Ich weiß immer nicht, ob das Parodie sein soll oder ernst gemeint ist. 😀

  2. 31. Juli 2017 12:16

    Ich empfehle „11:14“.

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2017 21:26

      Schon viel von gehört. Den werde ich mir auf jeden Fall mal merken!

  3. 12. August 2017 14:13

    Ein echter amerikanischer Arzt, der was auf sich hält, hat auch im Urlaub die Arzttasche neben dem Bett stehen. IMMER WACHSAM!

    • donpozuelo permalink*
      12. August 2017 15:59

      Ach so. Das wusste ich nicht. Verstehe. Danke für die Aufklärung.

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