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B-A-B-Y, Baby!

26. Juli 2017

Es gibt Filme mit einem großartigen Soundtrack, der einfach perfekt die ganze Stimmung des Films untermalt: „Die Reifeprüfung“ hatte zum Beispiel die ganzen tollen Songs von Simon and Garfunkel, Tarantino macht das ja eigentlich gefühlt mit jedem Film auf eine umwerfende Art und Weise – ob nun „Pulp Fiction“ oder zuletzt „The Hateful 8“ oder einer meiner jüngeren Favoriten „Guardians of the Galaxy“ (damals hatte ich den Soundtrack schon lange vor dem Film). Dann gibt es aber auch die Filme mit einem großartigen Soundtrack, der aber nie so wirklich zum Film passt: bestes Beispiel ist da immer noch „Suicide Squad“. Alles verdammt coole Songs, die aber einfach nur so clip-artig aneinander gereiht wurden. Hauptsache, es ist ein cooler Song, mit dem jeder irgendwas verbindet. Tja, und dann gibt es Filme, die scheinen direkt aus ihrem Soundtrack geboren worden zu sein. Da vermischt sich die Musik mit der Handlung. Ich sage Filme, aber so wirklich andere Beispiele fallen mir gerade nicht ein – außer halt Edgar Wrights neuester Streich „Baby Driver“.

Baby (Ansel Elgort) kämpft seit seiner Kindheit gegen fiesen Tinnitus an, weswegen er meistens / ständig mit Kopfhörern Musik hört. Baby ist zudem Fluchtwagenfahrer für Doc (Kevin Spacey), der ihn anheuert, sobald eine Crew für einen Banküberfall den perfekten Fahrer sucht. Babys Spezialität: Rasen nach seiner eigenen Musik. Stimmt der Song, funktioniert Baby und findet auch aus der irrwitzigsten Situation einen Weg heraus. Doch eines Tages lernt Baby die Kellnerin Debora (Lily James) kennen… verliebt sich natürlich und will aussteigen. Nur ist das Aussteigen nie so leicht wie das Einsteigen (und damit gehen fünf Euro in die Wortspiel-Kasse für diesen „grandiosen“ Autofahrer-Witz).

Musik laut, Motor an und los!

Die Geschichte ist nichts Besonderes. Kennt man schon. Das stimmt, aber Edgar Wright macht daraus trotzdem sein ganze eigenes Ding. Denn der Soundtrack wird zum Bestandteil der Geschichte, der Soundtrack wird zum Darsteller, zum Regisseur. Ohne die Musik läuft dieser Film nicht und so unterwirft sich Wright in allem der Musik. Es ist, als hätte er sich seine Lieblingsplaylist genommen und um sie herum einen Film gebaut. Was so gesehen, jetzt nicht aufregend klingt, wäre es doch in den Händen eines unfähigen Regisseurs einfach nur eine Aneinanderreihung von Songs zu Szenen. Doch Wright, darauf können wir uns nach Filmen wie „Shaun of the Dead“ oder „Scott Pilgrim“ wohl einigen, ist alles andere als ein unfähiger Regisseur. Und so gibt die Musik den Takt an und der Film ergibt sich diesem Takt.

Es ist einfach unglaublich großartig, was Wright hier macht. Es gibt Schußwechsel im perfekten Einklang mit der Musik, es gibt One-Takes, die aussehen wie aus einem Musical geklaut. Jede Bewegung der Darsteller, jeder Cut, jedes Türknallen, Klingeln – jedes Geräusch ist perfekt getimt zur Musik. Die ganze Handlung ist im Einklang mit der Musik… und man kann sich einfach mit diesem geilen Mix aus Disco, Funk, Jazz und Rock treiben. „Baby Driver“ ist ein Musik-Film, der grandiose Action-Szenen hat. „Baby Driver“ hätte so noch drei Stunden weitergehen können und es hätte mich nicht gestört.

Ich möchte mir nicht einmal vorstellen, wie penibel die Arbeit am Set und beim Schnitt gewesen sein muss, um so einen Film am Ende zu produzieren. Aber muss ich mir ja auch nicht, ich kann einfach „Baby Driver“ noch einmal gucken gehen. Neben Wrights grandioser Regie funktioniert „Baby Driver“ aber auch wegen seiner Darsteller: Bei Ansel Elgort hatte ich eigentlich die größten Bedenken. Kann „Fault in our Stars“-Schönling Elgort ein guter Baby Driver sein? Ja, er kann. Nicht nur hat er das perfekte Baby-Face zum Unterschätzen seiner Fähigkeiten, aber er hat auch den perfekten Groove. Lily James ist einfach nur zuckersüß. Ein Lächeln und man schmilzt schon dahin. Kevin Spacey ist Kevin Spacey, der kann auch nur in der Ecke stehen und fegen und wäre großartig. Dazu gibt es noch Jamie Foxx und Jon Hamm, die beide auch wunderbar sind. „Baby Driver“ hat sympathische und eklige Charaktere, die aber alle wunderbar ausgearbeitet worden sind und dem ganzen Soundtrack-Action-Anteil genau die richtige Würze geben, um am Ende wirklich mitzufiebern.

„Baby Driver“ ist ein Film, den man laut hören und dann sehen muss. „Baby Driver“ macht Spaß von der ersten bis zur letzten Minute – dank perfektem Soundtrack, perfekten Darstellern und perfekter Action. Einfach nur perfekt!

Wertung: 10 von 10 Punkten (einfach nur groovy, dieser Film)

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2 Kommentare leave one →
  1. 26. Juli 2017 09:22

    Rate mal, wer den in der Sneak letzte Woche verpasst hat :/

    • donpozuelo permalink*
      26. Juli 2017 22:04

      Hmm… keine Ahnung 😉

      Den solltest du auf jeden Fall nachholen.

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