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Die schwarze Pyramide

22. Mai 2017

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich hier den Film „Baskin“ vorgestellt: ein türkischer Horror-Film, in dem ein paar Polizisten in einem Haus auf verrückte Typen im Keller stoßen. „Baskin“ war ein Film, der trotz interessanter Motive, eher eine ziemlich große Niete war. Dabei war der als Grundlage dienende Kurzfilm verdammt gut und der Trailer zum großen Film sah auch toll aus. Aber der Film schaffte es einfach nicht, dieses Stimmung aufrecht zu halten. Er hatte gute Effekte und interessante Ideen, die ihn vom üblichen Horror-Kram stark abgrenzten, doch am Ende kam nicht wirklich was dabei herum. Mit guten Effekten und einer interessanten Idee kommt auch „The Void“ daher – nur ähnlich wie „Baskin“ scheitert der Film an seinen Effekte-Ambitionen.

In „The Void“ lernen wir Sheriff Carter (Aaron Poole) kennen, der gerade einen jungen Mann ins örtliche Krankenhaus gefahren hat, wo seine Frau Allison (Kathleen Munroe) nach ihm sieht. Doch kaum ist Carter im Krankenhaus angekommen, lungern da auf einmal in merkwürdige Kutten gekleidete Menschen herum und lassen niemanden mehr aus dem Gebäude. Was zu schade ist, hat sich doch eine der Krankenschwestern gerade in ein ekliges Ekel-Monster verwandelt. Schnell wird den Menschen im Krankenhaus klar, dass dieser Ort schlimmer werden könnte als die Hölle.

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„The Void“ ist einer dieser Filme mit einem wunderschönen Trailer, der wunderschön zusammengeschnitten ist und wunderschön Lust auf mehr macht. Wenn man sich den ganzen Film dann anschaut, kommen wir wieder bei dem „Baskin“-Problem an. Die Story hält den Erwartungen einfach nicht Stand. Der ganze Film zieht sich ewig in die Länge (trotz einer Laufzeit von 90 Minuten), füttert uns mit Rätseln und gibt uns am Ende einen kurzen Erklär-Bär-Moment, der ausreichen muss, um die gröbsten Fragen irgendwie zu beantworten. Dabei haben die beiden Regisseure Steven Kostanski und Jeremy Gillespie eine interessante Idee, die sie wirklich verdammt gut anteasern: Da gibt es zwischendurch Alptraum-artige Bilder von einer anderen Welt, in der eine riesige schwarze Pyramide schwebt – und allein sowas mag ich ja immer total gerne, wenn sich Horror scheinbar mit Fantasy verknüpft. Auch die Kutten-Träger laufen mit dem Symbol der schwarzen Pyramide durch die Gegend… und natürlich ist die große Frage des Films: „Was ist die schwarze Pyramide?“ Im Erklär-Bär-Momennt bekommen wir so eine Art Ahnung davon, aber so richtig zufriedengestellt hat mich das nicht. Am Ende sind mir zu viele Fragen einfach offen geblieben, die gewollt oder ungewollt gestellt worden sind.

Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, die beiden Regisseure hatten eher eine bildliche Idee von ihrem Film und haben um diese Bilder ihre Geschichte gebaut – und ja, so eine schwarze Pyramide in einem unheilvoll dunklem Himmel sieht schon cool aus, aber ein bisschen mehr braucht es dann doch. Der Film fühlt sich an, als hätten die Beiden eine große Vorliebe für „Event Horizon“ und / oder „Hellraiser“ und wollten das Ganze selbst mal ausprobieren. Story-technisch ist das nicht wirklich gelungen, dazu bleiben auch die Charaktere einfach zu blass und der Bösewicht des Films zu unspektakulär. Am Ende will ich halt mehr zu seinen Beweggründen wissen, mehr zu dem Warum, mehr zu der Pyramide. Ganz ehrlich, würde es eine Fortsetzung zu „The Void“ geben, die mehr auf diese Fragen eingeht, ich würde sie gucken.

Großer Pluspunkt für „The Void“ ist – wie schon erwähnt – das Optische. Und ich rede jetzt nicht nur von der großen schwarzen Pyramide. Die Effekte und vor allem die Monster in diesem Film sind wirklich erste Sahne… sofern man Ekel-Monster als erste Sahne bezeichnen kann. Das Creature Design ist der Hammer. Hier fühlt man sich dann an „Das Ding aus einer anderen Welt“ zurück erinnert. Praktische Effekte sind halt doch – wenn gut gemacht – immer noch am Besten. „The Void“ zelebriert seine widerlichen Viecher, die wirklich, wirklich widerlich aussehen. Auf die Monster wurde auf jeden Fall mehr Zeit investiert als auf den Rest des Films.

„The Void“ ist – zum Glück – nicht ganz so schlimm wie „Baskin“. Die Ideen, die „The Void“ hat, sind spannend, die Effekte sind toll, aber die Story verliert sich zu sehr in ihren eigenen Rätseln.

Wertung: 6 von 10 Punkten (zu viele Rätsel, zu wenig Auflösung…)

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