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Der wahre König

3. Mai 2017

Demnächst kommt ja Guy Ritchies „King Arthur“ in die Kinos… und ich bin ehrlich, ich freue mich auf diesen Film. Ich weiß nicht so wirklich, woran es liegt – außer das ich die Trailer mag. Wer weiß, vielleicht erwartet mich eine große Enttäuschung, aber selbst darauf bin ich vorbereitet. Wozu mich „King Arthur“ eigentlich gebracht hat, ist ein Film, den ich als Kind extrem mochte – und da ich ja im Moment ein paar meiner persönlichen Klassiker auf ihre Qualitäten überprüfe, war es jetzt einfach mal Zeit, John Boormans „Excalibur“ zu gucken.Ein Film, den ich überall als meinen Lieblingsfilm über König Arthur bezeichne. Also wird es mal wieder Zeit, um zu sehen, ob alte Kindheitserinnerungen noch immer standhalten können. 😉

„Excalibur“ erzählt die komplette Saga rund um König Arthur – von der Geburt bis hin zu seinem Tod. Wir erfahren, wie der einstige König Uther (Gabriel Byrne) das magische Schwert Excalibur in den Stein rammte und Merlin (Nicol Williamson) verkündete, dass nur der wahre König das Schwert befreien wird. Wir sehen, wie der junge Arthur (Nigel Terry) das Schwert zieht und zum König wird, wie er das Land vereint und die Ritter der Tafelrunde gründet. Wir erleben den Verrat von seinem besten Freund Lanzelot (Nicholas Clay), der verliebt ist in die Königin Guenevere (Cherie Lunghi) und wir erleben, wie Merlin von Morgana (Helen Mirren) verführt wird, sie die Macht an sich reißt und Arthur beinah zerstört, der zu seinem Glück seine Ritter auf die Suche nach dem Heiligen Gral geschickt hat.

Wer’s gefunden hat, darf’s behalten.

John Boormans „Excalibur“ hat alles, was es zur Arthur-Sage zu erzählen gibt. Ich weiß noch, wie ich diesen Film in recht jungen Jahren gesehen habe und irgendwie schwer davon beeindruckt war, dass Gabriel Byrne als Uther nicht einmal zum Sex seine Rüstung aussieht. Okay, ich weiß, dass ist nichts, weswegen man beeindruckt sein muss, aber dieses Bild ist irgendwie hängen geblieben. Doch es sind zum Glück noch andere Bilder hängen geblieben… Boorman hat hier immerhin einnen sehr opulenten Fantasy-Film gedreht, der vor allem visuell stark beeindruckt. Das ist auch weiterhin eine der großen Stärken von „Excalibur“ und opulent ist schon das passende Attribut für diesen Film. Ich mag allein die Bilder, wenn die „Lady of the Lake“ Excalibur aus dem Wasser hält oder wenn die Ritter das erste Mal einen Kreis bilden oder oder oder. Boorman weiß, welche Bilder eng mit der Sage um Arthur verknüpft sind und arbeitet gekonnt daraufhin, sie dann auch so zu zeigen.

Aber tatsächlich hat sich auch der Rest des Films wacker geschlagen – und ich bleibe auch jetzt noch dabei: Das hier ist mein Lieblingsfilm zu König Arthur. Dadurch, dass Boorman wirklich alles über den sagenhaften König in seinen Film packt, gehen ein paar Sachen ein wenig unter. Die ganze Lanzelot-Geschichte wirkt etwas übereilt und passt nicht so wirklich in den Film. Auch die Gral-Suche wird etwas plump in die Handlung eingefügt – liefert am Ende aber auch noch ein paar der aufregendsten Bilder. Dennoch hält Boorman die Geschichte streng in seinen Zügeln und geht ohne große Umschweife die wichtigsten Punkte der Sage ab…

… im Nachhinein hätte ich allerdings cooler gefunden, wenn die Geschichte aus Merlins Perspektive erzählt worden wäre. Zu Beginn des Films hat man das Gefühl, genau das wäre der Fall, doch Boorman schien sich dann doch dagegen entschieden zu haben. Wäre auf jeden Fall ein stringentes Stilmittel gewesen – obwohl man dann vielleicht auch zu sehr den Erzähler Merlin im Film gehabt hätte.

Darstellerisch gibt’s eigentlich auch nicht viel an „Excalibur“ zu meckern. Nigel Terry erinnerte mich damals wie heute ein bisschen an einen jungen Mark Hamill (vielleicht auch ein Grund, warum ich diesen Film schon immer mochte). Terry macht seine Sache verdammt gut und gibt einen guten Arthur ab. Der Film selbst ist dazu gespickt mit vielen bekannten Gesichtern – da wäre zum Beispiel Helen Mirren als Morgana. Doch unter Arthurs Rittern verstecken sich zwei junge angehende Schauspieler namens Patrick Stewart und Liam Neeson.

Ich mochte „Excalibur“, weil es ein großer Ritter-Film war, in dem gekämpft wurde, in dem es Magie gab, in dem Kriege wegen hübschen Frauen angefangen wurden, in dem der Heilige Gral gesucht wurde (und „Der Letzte Kreuzzug“ war damals schon einer meiner Lieblingsfilme). Ich mag „Excalibur“ immer noch – aus den selben Gründen. Es ist ein großartiger Fantasy-Film, es ist ein toller Ritter-Film, es ist immer noch ein sehenswerter Film. Bin mal gespannt, was davon sich später über Guy Ritchies „King Arthur“ sagen lässt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (alles, was man über König Arthur wissen muss in knapp über zwei Stunden)

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15 Kommentare leave one →
  1. 3. Mai 2017 11:14

    Die Trailer zu „king Arthur“ sind so unglaublich scheiße, dass das richtig geiler Trash werden könnte … wenn es nicht aus Hoywood käme. So wird es halt mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach nur scheiße.

    • donpozuelo permalink*
      3. Mai 2017 11:18

      Ich habe irgendwie noch Hoffnung für den Film, werde aber auch keineswegs überrascht sein, wenn der Mist wird. 😉

      • 3. Mai 2017 11:26

        Guy Ritchie ist ja immerhin ein fähiger Mann. Aber da sehe ich keine Rettung mehr.

        • donpozuelo permalink*
          3. Mai 2017 11:30

          Ich bin trotzdem gespannt…

        • 3. Mai 2017 12:21

          Ist ja auch okay. Mich holt diese ganze Blockbustergrütze ja ohnehin nicht ab, also bin ich da auch kein Gradmesser.

  2. 3. Mai 2017 21:16

    Witziger Fakt: Das Schwert, das Arthur aus dem Stein zieht, ist gar nicht Excalibur, sondern Caliburn.
    Und die meiner Meinung nach beste Verfilmung des Arthus Sage ist noch immer „Ritter der Kokosnuss“ 😀

    • donpozuelo permalink*
      4. Mai 2017 08:49

      Okay… woher kommt dann das allgemein bekanntere Excalibur? Weißt du da was?

      Und ja, „Ritter der Kokusnuss“ ist super, ohne Frage. Ich mag „Excalibur“ trotzdem ein bisschen mehr.

      • 4. Mai 2017 18:33

        Das Schwert aus dem Stein ist wohl irgendwann zerbrochen, Ersatz gabs in Form von Excalibur von der Dame aus dem See.

        • donpozuelo permalink*
          4. Mai 2017 22:03

          Ja. Okay. So zeigen sie es ja auch in diesem Film. Arthur missbraucht die Macht des Schwertes zu seinen Gunsten und es zerbricht. Er wirft es ins Wasser und die Dame aus dem See gibt ihm dann das neue Schwert. Nur die Namensänderung wird in „Excalibur“ verschwiegen.

  3. 11. Mai 2017 20:37

    Mir gefällt der Trailer von King Arthur auch nicht. Da schau ich lieber noch einmal Excalibur 🙂

    • donpozuelo permalink*
      12. Mai 2017 08:36

      Mal schauen, Sonntag bin ich schlauer, was das angeht. Aber in jedem Fall lohnt sich „Excalibur“ immer mehr.

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