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Ashy Slashy

12. April 2017

Bei jeder Serie fragt man sich ja irgendwann mal, wie das enden soll. Oder besser gesagt: wann das enden soll. „The Walking Dead“ ist für mich nach wie vor so ein Fall, wo ich mich echt frage, ob sie das noch ewig auskosten wollen? Ich hoffe, das Robert Kirkman auch in den Comics irgendwann demnächst mal ein gutes Ende findet und es dann dabei bleiben lässt. Zu viel des Guten ist ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach zu viel. Deswegen mag ich Serien, die sich ganz offen ein Ende setzen: „LOST“, „Game Of Thrones“, etc. Das passt wenigstens, da kann man sich auf etwas freuen und die Macher können besser auf bestimmte Ereignisse hinarbeiten. Aber okay, warum komme ich jetzt auf Serien-Enden? Weil ich mich tatsächlich schon in der zweiten Staffel von „Ash vs. Evil Dead“ gefragt habe, wann sie damit aufhören wollen.

In der zweiten Staffel kehren Ash (Bruce Campbell), Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) in Ash‘ Heimatstadt Elk Grove. Hier wollen sie nun ein für alle Mal das Necronomicon zerstören. Was schwierig wird, als Baal (Joel Tobeck) plötzlich auftaucht, ein gefährlicher Dämon und Rubys (Lucy Lawless) Ex-Mann. Noch dazu muss sich Ash mit dem Hass seiner Leute herumschlagen, die ihn nach wie vor für einen Mörder hält – selbst sein eigener Vater Brock (Lee Majors) ist ihm da keine große Hilfe.

Ready for Round 2

Auch Staffel 2 von „Ash vs. Evil Dead“ hat viel Spaß gemacht. Es ist immer noch die ungeeignetste Serie, die man sich morgens zum Frühstück angucken könnte, denn noch immer beeindrucken die Macher durch ordentliche Splatter-Effekte, bei denen einem schon mal ein bisschen der Appetit vergehen kann / könnte. Aber gut, das ist es ja letztendlich auch, was diese Serie ausmacht. Und zum Glück kommt auf der Humor nicht zu kurz – gerade bei diesen Szenen. Von daher konnte ich es dann auch als Frühstücksserie ertragen. Aber wahrscheinlich  ist mein Magen von der ersten Staffel schon so abgehärtet, dass ich das einfach so gucken kann.

Witzig fand ich auch das ganze Thema der Rückkehr, Ashs alte Heimatstadt, sein Vater, seine alten Liebschaften. Das sind immerhin Themen, die dieses „Universum“ ein bisschen erweitern und sich so noch ein wenig mehr von den Film abheben können. Gerade Lee Majors als Ash‘ Vater ist tatsächlich verdammt cool. Hier treffen dann zwei viel zu große Egos auf einander: „Wie der Vater, so der Sohn“ passt nahezu perfekt auf die zweite Staffel.

Dennoch… und jetzt komme ich zu dem Punkt vom Anfang… dennoch war ich ziemlich schnell auch übersättigt. Und irgendwie hatte ich so das Gefühl, dass selbst die Macher übersättigt waren und verzweifelt nach Möglichkeiten gesucht haben, die Handlung der zweiten Staffel aufzupeppen. Dadurch entstanden aber ein paar sehr denkwürdig-großartige Folgen, an denen man dann schon noch merkte, dass Kreativität durch diese Serie sprudelt und sie einfach nur genutzt werden muss. Da dreht dann Ash‘ Wagen durch und killt in bester King’scher „Christine“-Manier ein paar Leute. Da dreht Ash selbst scheinbar durch und redet auf einmal mit einer Ash-Handpuppe (die ich unbedingt als Merchandise irgendwann einfach haben muss), während er in einem Irrenhaus eingesperrt ist (meine persönliche Lieblingsfolge aus dieser Staffel), da wird am Ende sogar ein bisschen durch die Zeit gereist – allerdings nur in die 80er Jahre und nicht, wie ich gehofft hatte, zurück ins Mittelalter wie bei „Armee der Finsternis“. Staffel 2 schwankt zwischen Genialität und Eintönigkeit, wobei es immer noch eher zu einer gewissen, kranken Art von Genialität neigt.

Ich hatte immer noch meinen Spaß mit der Serie, Bruce Campbell ist einfach nach wie vor der perfekte Ash Williams, aber schon jetzt merke ich einfach an mir, dass ich doch ein wenig mehr brauche. Wenn es nur so eine Staffel – als Mini-Serie – gewesen wäre, wäre alles gut gewesen. So braucht man jetzt langsam doch ein bisschen mehr Story, um das Ganze am Leben zu erhalten. Ich hoffe einfach mal, dass sie für Staffel 3 noch ein bisschen mehr rausholen – und ganz ehrlich, ich hoffe ja immer noch darauf, dass sie uns wirklich auf einen ähnlichen Trip mit nehmen wie im dritten Teil der Filme. Das war einfach zu geil, es kam so herrlich unerwartet und ich könnte mir das für die Serie extrem gut vorstellen.

Alles in allem bleibt „Ash vs Evil Dead“ gute Unterhaltung, die sich halt nur langsam zu sehr wiederholt und wiederholt. Da müssen die Macher jetzt echt ein bisschen Vorsicht walten lassen – sich nur auf Bruce Campbell auszuruhen, ist keine Lösung.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ich will die „Armee der Finsternis“-Staffel)

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8 Kommentare leave one →
  1. 12. April 2017 11:32

    „The Walking Dead“ wird 12 Staffeln haben. Was nebenbei ungefähr 10 zu viel sind, wenn man mich fragt.

    • donpozuelo permalink*
      12. April 2017 11:54

      Ist das sicher mit den 12 Staffeln? Und ja, ich mag die Serie zwar noch, aber sie streckt sich schon extrem.

      • 12. April 2017 11:58

        Soweit ich weiß ist das offiziell, ja. Ich mg die Serie auch noch. Trotzdem ist sie totale Scheiße. Eine Horde Affen kann spannender schreiben als die unfähigen Saftsäcke von der Serie. Eigentlich halten mich nur 2 Dinge dran. Die Hoffnung, dass das ganze in totalen Trash abdriftet (auf dem schmalen Grad wandelt man ja mittlerweile durchgehend) und die Hoffnung, dass Carl richtig übel draufgeht.

        • donpozuelo permalink*
          12. April 2017 13:42

          Hm… das mit dem Trash sehe ich noch nicht, was aber daran liegt, dass ich es noch sehr mag. Die Drehbücher selbst orientieren sich ja wieder stark an den Comics. Also wäre höchstens Kirkman ein Affe 😉

          Dass Carl allzu schnell draufgeht, glaube ich nicht, da er ja in den Comics für die Ära nach Negan noch wichtig wird.

        • 12. April 2017 21:01

          Ich glaube gar nicht, dass Carl draufgeht. Aber hoffen kann man ja mal.
          Okay, dann ist halt Kirkman ein Nixkönner. Macht es auch nicht besser.

          Ich denke mal, du bist auf dem neusten Stand. Also wenn ich da an solche Szenen denke, wo Rick da auf dem Jahrmarkt in die Zombies fällt, dann aus der Holzkiste kommt, megacool Micchone das Katana zuwirft und die beiden dann die Zombies schnetzeln, blitzt am Horizont ganz groß das Wort „TRASH!“ auf. Und auf solchen schmalen Pfaden wandelt man immer wieder. Der Schrottplatzstachelzombie, der von Müllsäcken begraben wird. Die Drahtschnetzelautobahnszene. Carls Auge. Darryls Bruder mit der Klingenhand. Man schafft es nur immer, den kompletten Übergang zum absoluten Bullshit zu umschiffen, indem man dann wieder irgendwelchen lahmarschigen Quark bringt. Aber die Trash-Gefahr schwebt hier über allem.

        • donpozuelo permalink*
          13. April 2017 12:15

          Okay… aber bis auf Carls Auge sind alle deine genannten Beispiele alles reine Serien-Neuerfindungen. Von daher will ich Kirkman nicht als Nixkönner bezeichnen. Ich lese die Comics nach wie vor sehr viel lieber als ich die Serie gucke. Von daher würde ich da gerne etwas Abstand von nehmen wollen 😉

          Aber ja, gerade die Jahrmarkt-Folge war wirklich großer Quatsch und auch sehr unnötig. Und ja, gerade alle Neuerfindungen sind immer eine Gefahr für Trash, aber sich nur auf die Comics zu konzentrieren, hätte wahrscheinlich bedeutet, dass sie viel weniger Zeit für mehr merkwürdige Folgen gehabt hätten.

        • 13. April 2017 17:26

          Ich ziehe aber nunmal solche Vergleiche nicht. Comic ist ein Medium. Film/Serie ein völlig anderes. (Zumal ich ohnehin keine Comics lese und das sowieso nicht miteinander vergleichen kann) Aber Kirkman sitzt ja mit im Team und schreibt nun mal mit bei dem lahmen Bullshit, den die da wöchentlich abliefern. Er ist sicher kein Nixkönner, aber was sie definitiv alle nicht können, ist Spannung erzeugen. Alles dümpelt halt dahin. Toll. Und das noch 5 Jahre lang. Yay!

Trackbacks

  1. Groovy again!!! | Going To The Movies

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