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Auf der Thule Station

7. April 2017

Es gibt so Sachen, da fragt man sich doch immer wieder, warum es sie gibt. Nehmen wir zum Beispiel einen meiner Lieblingsfilme von John Carpenter „Das Ding aus einer anderen Welt“. Ein großartiger Film, der uns dabei zusehen lässt, wie eine Gruppe von Männern irgendwo im Eis langsam der Paranoia verfallen, weil sie davon ausgehen müssen, dass einer unter ihnen ein gefräßiges Aliens ist. Carpenters Film selbst ist ja nur ein Remake, aber gilt ja gemeinhin als ein Beispiel für ein gutes Remake (eine Tatsache, die ich nicht beurteilen kann, weil ich das Original nicht kenne). Ich frage mich allerdings nicht, warum es Carpenters „Das Ding“ gibt, denn der Film ist Kult. Vielmehr frage ich mich, warum es einen Film geben musste, der als Prequel zum Film fungiert.

Aber Regisseur Matthijs van Heijningen Jr. hielt die Idee von einer Art Prequel für eine gute und so kam 2011 „The Thing“ in die Kinos und erzählte uns eine Geschichte, die wir eigentlich schon kannten. „The Thing“ führt uns auf die Thule Station, in der ein norwegisches Team von Forschern einen unglaublichen Fund gemacht hat: sie finden ein seit über 100.000 Jahren im Eis gelagertes UFO und auch einen Außerirdischen. Die mit im Team befindliche Paläontologin Kate (Mary Elizabeth Winstead) soll das Ding untersuchen, doch schon kurze Zeit nachdem das Wesen in einem riesigen Eisblock auf die Station gebracht wird, kann es sich befreien und fängt an, sich fröhlich durch die Forscher zu fressen…

Das hätte sie mal mit dem Drehbuch machen sollen

Und blähhhh… ich habe mich ja wirklich lange gegen diesen Film gewehrt und wenn ich ehrlich sein darf, hätte ich mir gewünscht, meine Neugier hätte mich nicht besiegt. Denn jetzt, wo ich „The Thing“ gesehen habe, frage ich mich halt wirklich, warum ich mir das überhaupt angeguckt habe. Denn alles, was der Film mir erzählt, kenne ich aus dem „Original“ von Carpenter. Da gibt es ja eine kurze Sequenz, in der Kurt Russell und seine Burschen in der zerstörten Thule Station auf die Forschungsergebnisse der Norweger treffen. Wir sehen da den Block, aus dem das Alien stammt. Wir sehen, was es mit den Norwegern angestellt hat und das reicht. Wirklich was Neues hat „The Thing“ da nicht zu bieten.

Was man Regisseur Heijningen zumindest anrechnen sollte, ist die Tatsache, dass er bei seinen Sets der Station sehr penibel darauf geachtet hat, dass alles so aussieht wie bei Carpenter. Das war dann aber auch schon alles, was man ihm und seinem Film anrechnen kann. Der Rest ist zwar durchaus zu ertragen, aber in seiner Gänze komplett überflüssig.

Die Story unterscheidet sich größtenteils kaum von seiner Vorlage, nur fehlt „The Thing“ so wirklich dieser Schauer-Faktor… und die spannende Frage, wer denn jetzt als nächstes vom Alien „kopiert“ wurde. Stattdessen setzt Heijningen lieber voll und ganz auf ein ordentliches Splatter-Fest, in dem entweder Mary Elizabeth Winstead oder auch ein Joel Edgerton, der verzweifelt versucht, Kurt Russell zu kopieren, mit einem Flammenwerfer auf Alien-Monster-Jagd gehen.

Womit wir beim zweiten großen Problem des Films wären: das Alien selbst. Regisseur Heijningen und sein Team wollten von Anfang an praktische Effekte verwenden, um dem Original gerecht zu werden. Es entstanden dann wohl auch wunderbare Kreaturen… von denen wir im Film leider nichts zu sehen bekommen. Aus welchen Gründen auch immer verzichtete man letztendlich auf fast alle praktischen Effekte und serviert uns Monster aus dem Computer. Während die verschiedenen Monster-Designs zwar durchaus sehenswert und in ihrer Kreativität und Abartigkeit auch sehr bemerkenswert sind, verlieren sie viel von ihrer Faszination durch die wirklich, wirklich nicht schönen Computer-Effekte.

Insgesamt ist „The Thing“ ein Film, den die Welt wirklich nicht braucht. Der Film kann dem Kult des alten Originals nicht beisteuern… immerhin gibt’s am Ende noch die klassische Musik von Ennio Morricone zu hören, aber das hilft dann auch nicht wirklich weiter.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Neugier, manchmal hasse ich dich)

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4 Kommentare leave one →
  1. 7. April 2017 08:13

    Ich fand den durchaus unterhaltsam, braucht man natürlich nicht, doch mir hat die Rückkehr Spaß gemacht.

    • donpozuelo permalink*
      7. April 2017 08:37

      Da kehre ich dann doch lieber zum Original-Remake zurück. Der Film war echt unnötig.

  2. 7. April 2017 16:24

    Ich bleibe lieber bei meinen wohligen Erinnerungen an Carpenters Film 🙂

    • donpozuelo permalink*
      9. April 2017 20:23

      Ist auf jeden Fall besser und eher zu empfehlen 😉

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