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Fürchtet die Heiligen!

5. April 2017

Das lange Warten auf die Auflösung eines des fiesesten Cliffhanger hat endlich ein Ende gefunden… und natürlich hatte ich aufgrund der Comics so meine Vermutungen, wen es zu Beginn von Staffel 7 bei „The Walking Dead“ treffen würde. Doch bei dieser Serie weiß man ja nie. Hin und wieder können sie einen dann doch überraschen. Und dann sterben ja in der ersten Folge gleich zwei Leute. Tod Nr. 1 habe ich als echte Beleidigung aufgefasst – zum einen weil es einfach ein Nebencharakter war und zum anderen, weil dass den großen Twist einfach nicht wert gewesen ist. Doch dann wurde ja auch der Comic-Fan in mir bedient mit Tod Nr. 2. Und damit war Negan für die siebte Staffel gebührend vorgestellt (und ich  habe das hier geschafft, ohne zu heftige Spoiler zu verbreiten – was auch  so bleiben wird!)

Die erste Hälfte von „The Walking Dead“-Staffel 7 untersteht dann auch vollkommen Negan (Jeffrey Dean Morgan), der Rick (Andrew Lincoln) zu seinem Sklaven macht, Daryl (Norman Reedus) entführt und dafür sorgt, dass die kleine Gemeinschaft aus Alexandria ab jetzt für ihn arbeitet. Irgendwann jedoch – passenderweise zum Midseason-Finale – entdeckt Rick, dass er doch noch ein übergroßes Paar Eier im Schrank hat und ist bereit für den Kampf gegen den Anführer der Saviors. Dafür braucht er jedoch eine kleine Armee – wie gut, dass es ja noch die Hilltop-Gemeinde gibt, in der sich Maggie (Lauren Cohan) versteckt hält, gibt. Und wie noch viel besser, als man plötzlich auf das Königreich von König Ezekiel (Khary Payton) stößt, der sich einen Tiger als Haustier hält und Carol (Melissa McBride) bei sich aufgenommen hat. Die Zeichen stehen also erst schlecht, dann irgendwie gut – auch wenn sie auf Krieg stehen.

Me Myself and Lucille

Nach dem Governor-Fiasko in Staffel 3 hatte ich ja echt Bedenken, ob sie diesen großartigen Comic-Negan auch wirklich gut hinbekommen. Aber schon die finalen 15 Minuten der sechsten Staffel ließen jeden Zweifel weichen. Und dann schenken die Macher einem wirklich, wirklich fabelhaften Jeffrey Dean Morgan auch noch die ersten 8 Folgen dieser Staffel, um einen der – wie ich finde – besten Serien-Bösewichte aller Zeiten zu erschaffen, der sich zudem extrem an den Comics orientiert. So sehr sogar, dass sie teilweise 1:1 seine Monologe aus den Comics übernehmen. Ich mochte diese ganze Negan-Lastigkeit der ersten Hälfte – das war auch notwendig. Nur so konnten wir besser verstehen, warum sich ihm einige beugen, andere ihm widersetzen. Ja, er ist ein Arschloch, doch er ist ein Arschloch, das seine eigenen Regeln befolgt – und dabei auch keine Ausnahmen macht (wie er uns oft genug in dieser Staffel beweist).

Als Fan der Comics war ich schwer begeistert, wie treu sie der Vorlage in so vielen Dingen, was die Saviors angeht, folgen. Das war wirklich toll… und gerade, weil ein Jeffrey Dean Morgan es so gut rüberbringt, gerade weil die Comics förmlich danach schreien, so dargestellt zu werden, war allein die ersten Hälfte der siebten Staffel ein wahres Fest. Ein Highlight (sowohl in den Comics als auch in der Staffel) ist für mich nach wie vor das Treffen zwischen Negan und Carl (Chandler Riggs) – eine Folge, in der man Negan dann irgendwo fast schon wieder mögen möchte, wäre er dann nicht doch so ein brutaler Diktator.

Die zweite Hälfte stellt Negan dann ein bisschen in den Hintergrund, was auch gut ist – wir wollen ja keine Übersättigung. Stattdessen treten mal wieder unsere geliebten Charaktere deutlicher in den Vordergrund – und gleichzeitig wird das Universum der Serie weiter ausgebaut. Besonders durch das Kingdom und die stärkere Einbindung der Hilltop-Gemeinde. Ich gebe zu, dass hier eher ein paar Folgen dabei waren, die nicht ganz so stark waren – die Tara-Folge, in der sie die Oceansider-Damen trifft zum Beispiel. Auch die Scavengers – eine neue Gruppe, die für die Serie erfunden wurde – fand ich eher langweilig. Besonders Pollyanna McIntosh als deren Anführerin war extrem öde und einfach auch Nichts sagend. Die hätte man sich sparen können.

Der Herr des Ricks

Allgemein muss auch ich mir – trotz aller Begeisterung – eingestehen, dass Jeffrey Dean Morgan schon ein bisschen sehr dominiert hat – der stellt wirklich alle in den Schatten, was die Macher bis zu einem gefährlichen Grad ausnutzen. Denn viele Charaktere, die wir über die Zeit kennen- und liebengelernt haben, kommen gar nicht so richtig zur Geltung. Jeder bekommt zwar mal so seinen Happen zugeworfen, so richtig heraus sticht aber niemand. Andrew Lincoln vielleicht noch, weil er die interessanteste Wandlung der Serie – vom Gepeinigten zum Rebellen – durchmacht, aber gerade eine Carol, ein Daryl, ja selbst ein Carl, der hier viele Chancen gehabt hätte, kommen nicht richtig zur Geltung. Staffel 7 ist halt tatsächlich eine Negan-Staffel, was ich aber dennoch okay finde. Ich hoffe einfach nur, dass sie für Staffel 8 dann ein besseres Gleichgewicht finden, aber noch einmal aus den (Comic-)Vollen schöpfen.

Das Finale der siebten Staffel hat das ja schon gut angedeutet, es erwarten uns noch tolle Sachen. Negan war ein Segen für die Comics und wird auch „The Walking Dead“ noch mehr bereichern. Staffel 7 ist wirklich ein Highlight der Serie – für mich die beste Staffel bisher.

Wertung: 10 von 10 Punkten (trotz kleiner Schwächen endlich mal wieder so richtig Feuer in der Serie – Jeffrey Dean Morgan sei Dank)

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11 Kommentare leave one →
  1. 5. April 2017 06:59

    Oh, das ist die erste positive Kritik der siebten Staffel, die ich bisher gelesen habe. Die Vorfreude wächst…

    • donpozuelo permalink*
      5. April 2017 07:05

      Wirklich? Die erste? Kann ich nicht nachvollziehen. Ich weiß zwar auch, dass viele sich über die Gewalt, etc. aufgeregt haben, aber es ist jetzt auch bicht krasser als in anderen Staffeln. Die Staffel war wirklich super…

  2. 5. April 2017 08:10

    Ja, die erste positive Kritik. Sicher war die Auftaktfolge ein Fest und ganz ganz großes Kino – der Rest plätscherte dann nur noch so dahin. Das konnte auch Negan nicht retten. Da war die Governor-Staffel deutlich besser.

    • donpozuelo permalink*
      5. April 2017 08:11

      Den Governor habe ich gehasst. Da ist mir Negan schon sehr viel lieber… und ich empfand die Staffel nicht plätschernd. Wie gesagt, sie haben sich extrem gut an die Vorlage gehalten.

  3. 5. April 2017 13:14

    Fand die Staffel auch recht stark, will mir aber nicht anmaßen, dieses Urteil ins Verhältnis mit den anderen Staffeln zu stellen. In meinem Kopf ist mittlerweile alles zu einem großen Mischmasch verkommen, generell kommt es mir aber so vor, als ob ein starker Staffelbeginn und ein ebenso starkes Finale stets einen ziemlich durchwachsenen Mittelteil umklammern.
    Negan ist aber natürlich großartig, was nicht zuletzt am Schauspieler liegt. Vielleicht kennst du es ja schon, aber es gibt ein schönes Video, das die Anziehungskraft dieses Schurken sehr gut zusammenfasst: https://www.youtube.com/watch?v=BYT5k_HmmFU

    • donpozuelo permalink*
      5. April 2017 14:30

      Danke. Das Video kenne ich noch nicht. Aber ja… ich verstehe, was du mit dem Aufbau meinst. So ging es mir bisher auch. Großer Knall am Anfang, großer Knall am Ende und zwischendurch nur so das leise Echo… bei dieser Staffel fand ich das echt besser gemacht.

      • 5. April 2017 14:38

        Aber verdammt noch eins, die haben es diesmal tatsächlich geschafft, dass ich – wie schon am Ende der sechsten Season – zitternd im Stuhl saß und innerlich darum gebettelt habe, dass diese Anspannung endlich aufgelöst wird! ^^

        • donpozuelo permalink*
          5. April 2017 14:41

          Hahaha… ja, so ging es mir auch. Das war echt krass. Ich hoffe, dass sie dieses Niveau auch halten können.

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