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Voll durch die 8. Dimension!

31. März 2017

Wie fange ich jetzt nur an? Damit, dass ich gerne Klassiker gucke, die ich noch nie gesehen habe? War schon mal da! Damit, dass ich gerne Klassiker schaue und mich dann schlecht fühle, wenn ich sie nicht sonderlich mag? War mit Sicherheit schon mal da! Oder doch damit, dass ich es manchmal faszinierend finde, was so als Klassiker bezeichnet wird und wie sie so entstehen? War wahrscheinlich auch schon mal da! Da ich tatsächlich seit 15 Minuten jeden Satz, den ich schreibe wieder gelöscht habe, muss diese billige Einleitung einfach mal reichen. Für diejenigen, die den Film, um den es jetzt geht, schon kennen, werden vielleicht eh an der Überschrift schon erraten haben, um welchen Film es sich handelt. Ich habe mich mal an „The Adventures of Buckaroo Banzai Across the 8th Dimension“ gewagt – oder wie er ganz formlos bei uns heißt: „Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension“.

Dieser Film erzählt die Geschichte von dem Rockstar, Comic-Helden, Wissenschaftler, Neurochirurgen und Abenteurer Buckaroo Banzai (Peter Weller), dem es bei einer Testfahrt mit seinem Jet-Mobil gelingt, erfolgreich den Oszillations-Alpha-Laser zu testen: Mit dem Ding schafft es Banzai durch feste Materie zu fahren. Blöd nur, dass er dabei mit voller Wucht durch die 8. Dimension knallt, in der seit Jahren die roten Letroiden gefangen sind. Ihr Anführer, der sich im Geist des verrückten Wissenschaftlers Dr. Emilio Lizardo (JohnLithgow) befindet, erfährt von Banzais Erfolg und will nun natürlich alles daran setzen, den Laser zu bekommen, um seine Leute aus der 8. Dimension zu befreien.

Genau so muss man diesen Film gucken 😉

Oder irgendwie sowas… ganz ehrlich, „Buckaroo Banzai“ ist ein ziemlich wirres Irgendwas, bei dem ich zwei Dinge aber dennoch sehr gut verstehen kann: 1) warum der Film im Kino floppte und 2) warum der Film später dennoch ein Kultfilm wurde, der viele Fans vereint. Und um für beides eine Erklärung zu finden, muss man sich eigentlich nur den Film anschauen. Ich glaube selbst für die 80er Jahre war niemand so wirklich bereit, diese wilde Story mit irgendwelchen komischen Außerirdischen zu akzeptieren. Die Story ist zwar sehr fantasievoll, das Problem ist nur, dass es eine ganze Weile dauert, bevor uns mal jemand klarmacht, was es jetzt eigentlich mit den Außerirdischen auf sich hat. Bis der Punkt kommt, war ich schon gut verwirrt und ziemlich irritiert, was ich von diesem Film eigentlich halten soll. Immerhin ist die Auflösung dann so absurd, albern, an den Haaren herbeigezogen und komisch, dass ich wieder ein bisschen mehr Gefallen fand (nur so viel: Orson Welles ist nicht ganz unschuldig!)

Aber selbst mit der Auflösung wird der Film nicht sonderlich viel besser. Es bleibt ein irres Chaos aus einem Riesenhaufen merkwürdiger Gestalten, die zum Teil zu den guten Aliens, zum Teil zu den bösen Aliens und zum Teil zu Banzais Gruppe gehören (in der sich auch ein Jeff Goldblum als roter Cowboy befindet). Dass gerade die Leute aus Banzais Umfeld alle berühmte Menschen sind, dass Banzai selbst dieser Tony Stark der 80er Jahre ist, muss man dann einfach hinnehmen. Wahrscheinlich soll als Grund für all das, die Texttafel zu Beginn des Films ausreichen, die uns erklärt, dass Banzai der Sohn eines japanischen Physikers und einer texanischen Mathematikerin ist. Da vereint sich dann wohl das Beste zweier Kulturkreise zur perfekten Mischung aus James Bond, Einstein und Batman. Gut, mir fiel es ein bisschen schwer, das alles einfach so zu schlucken, aber gut…

Mein Problem mit „Buckaroo Banzai“ war wirklich in erster Linie eine Verständnissache. Ich war nicht wirklich auf so viel Humbug vorbereitet… dabei bin ich mir ziemlich, ziemlich, ziemlich sicher, dass mir der Film tierisch gefallen hätte, wenn ich ihn so mit zehn, elf, zwölf gesehen hätte. Dann hätte mich John Lithgows komischer Akzent nicht gestört oder diese merkwürdigen Aliens und ihre noch merkwürdiger aussehenden Raumschiffe. Dann hätte ich das cool gefunden, wenn auf einmal auch ein kleiner Junge mit Gewehr zu Banzais Gruppe im Kampf gegen die bösen Aliens gehört. Aber ich bin leider keine zwölf mehr und deswegen tue ich mich, bei aller Liebe zu Trash und albernen Filmen, ein bisschen schwer mit diesem Film. Vielleicht muss ich ihn irgendwann noch einmal schauen, jetzt wo ich Bescheid weiß, was mich wirklich erwartet, könnte er mir dann möglicherweise besser gefallen. Aber die Chancen, dass ich mir den Film so schnell noch einmal anschauen werde, sind im Moment eher gering. Dafür war mir das Ganze dann einfach zu chaotisch und hat mich mehr angestrengt, als das es mich wirklich belustigt hat. Dennoch kann ich durchaus verstehen, dass Menschen an diesem Film Gefallen gefunden haben und möglicherweise auch immer noch finden. Für mich ist „Buckaroo Banzai“ einer dieser „Klassiker“, der sich mir ein bisschen entzieht…

Wertung: 6 von 10 Punkten (wirres Chaos mit wirren Aliens und wirrem Allem-anderen)

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2 Kommentare leave one →
  1. 31. März 2017 09:43

    :)) tja, da hast Du aber auch ein Extrem89igertrashkultobjekt beim Wickel gehabt. Für mich spiegelte der Film natürlich unseren eigenen durchgedrehten Geschmack wieder und passte so gut zur Generation. Ich kann verstehen, dass so ein Jungspund da mit anderen Augen drauf sieht. Davon abgesehen war es seinerzeit schon nur was für Insider und Trashliebhaber :)) Es gab sogar mal eine tolle Website: das Buckaroo Banzai Institute oder so, aber ich glaube die ist mittlerweile offline.
    Mittlerweile vermeide ich es aber auch diese alten Lieblingsfilme noch mal zu sehen, um das Andenken daran nicht zu zerstören.

    • donpozuelo permalink*
      31. März 2017 12:42

      Ernest Cline hat doch voll auch ein Drehbuch für die Fortsetzung (als Fanprojekt) geschrieben. Vielleicht kommt da irgendwann noch was.

      Aber ja, manche Filme sollte man einfach in seiner Erinnerung behalten.

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