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It’s Morphin‘ Time!

27. März 2017

Ich habe die „Power Rangers“ nie gemocht. Weswegen ich sie nie so wirklich verfolgt habe. Mein kleiner Bruder war ein großer Fan, da habe ich mal hier und da einen Blick drauf geworfen, war aber nie sonderlich von der absurden Kinder-Theatralik begeistert, mit der die Ranger ihre nicht weniger absurden Gegner bekämpften. „Power Rangers“ war einfach nie meins… und auch wenn ich es nicht geguckt habe, haben es andere geguckt. So entstanden dann wirklich mehr als 24 Staffeln der Serie (aufgeteilt in verschiedene Ableger, die aus der allerersten Serie „Mighty Morphin Power Rangers“ entstanden sind)… und weil wir ja noch nicht genug Superhelden im Kino haben und weil Hollywood ja sowieso gerade im Reboot-Rausch ist und alle Kindheitserinnerungen wiederbeleben muss, wundert es wohl tatsächlich nur, dass es so lange gedauert hat, bis die „Power Rangers“ auch ihr Kino-Revival erleben. Aber jetzt hat das Warten für alle Fans ja ein Ende…

Football-Star Jason (Dacre Mongomery) muss am Samstag nachsitzen… und lernt so den leicht autistischen Billy (RJ Cyler) kennen. Jason begleitet Billy eines Tages auf die alte Goldmine von Angel Grove, wo sie dann auch noch auf den gefallenen Mädels-Superstar Kimberly (Naomi Scott), die Außenseiterin Trini (Becky G) und Zack (Ludi Lin) treffen. Bei Billys Suche nach was auch immer stoßen die Fünf auf merkwürdige, farbige Münzen, die ihnen Superkräfte verleihen. Als sie dann im Raumschiff unter der Goldmine auch noch auf Zordon (Bryan Cranston) treffen, erfahren sie, dass sie jetzt „Power Rangers“ sind – sie müssen nun die Erde und alles Leben auf ihr vor der gefährlichen Rita Repulsa (Elizabeth Banks) schützen. Doch bevor sie das können, müssen sie lernen, was es heißt, „Power Rangers“ zu sein!

Sie warten noch auf den Texas Ranger

Wie gesagt, ich war nie Fan, weil ich es einfach nicht mochte… aber ich muss tatsächlich sagen, dass ich „Power Rangers“ extrem unterhaltsam fand. Sehr viel mehr, als ich eigentlich erwartet hätte. Ich glaube, es könnte zum größten Teil daran liegen, dass Regisseur Dean Israelite gekonnt „The Breakfast Club“ mit jeder Superhelden-Origin-Story der Welt verbindet (vor allem mit der von „Spider-Man“). Das mit dem „Breakfast Club“ ist besonders offensichtlich: sie treffen sich alle während des Samstag-Nachsitzens, sie sind alle Außenseiter und am Ende verraten sie sich auch ihre größten Geheimnisse und wachsen als Gruppe enger zusammen. Das Ganze wird dann halt noch gut vermischt mit dem Superhelden-Gedöhns, dem Israelite aber auch nicht viel Neues hinzufügt (außer einer 80er Jahre Trainingsmontage zu lauter Musik, die zeigt, wie unsere Helden langsam lernen, ihre Fähigkeiten zu meistern).

Was „Power Rangers“ in dieser ersten Zeit tatsächlich sehenswert macht, sind die Darsteller. Dacre Montgomery, den wir demnächst in der zweiten Staffel von „Stranger Things“ bewundern dürfen, ist der typische American Boy. Sorry, anders kann ich es nicht beschreiben. Der ist so amerikanisch wie man nur sein kann. Aber gerade deswegen passt er irgendwie auch in die Rolle. Jason ist der Anführer, der schon Anführer ist, bevor er überhaupt diesen Titel zugeteilt bekommt. Und letztendlich ist er ja auch unsere Leitfigur, die uns durch den Film führt. Am Ende hängt alles immer ein bisschen an ihm, was er gut macht. RJ Cylers Billy ist ein wenig autistisch veranlagt, was sich aber auch irgendwie nur darin äußert, dass er ein bisschen schüchtern und intelligenter ist, als alle anderen. Aber Cyler, der schon in „Me and Earl and The Dying Girl“ super war, schafft es auch, dieses Comic-Relief-Charakter so viel Sympathie zu verleihen, dass man Billy einfach von Anfang an mögen muss. Viel liest man dann auch dieser Tag von Becky G, deren Trini die erste homosexuelle Superheldin im Kino ist. Find ich gut, wenn es sich nicht auch so rein gestreut anfühlen würde. Es wird einmal kurz in einem Nebensatz erwähnt… und das war’s dann auch. Hätte man theoretisch auch weglassen oder mehr draus machen können. Naomi Scott als Kimberly ist wie das süße rebellische Mädchen von nebenan und Ludi Lin ist halt da… wenn man auf keinen Fall unerwähnt lassen darf, ist Elizabeth Banks, die als Rita wirklich umwerfend fies ist (ich kenne die Original-Rita nicht, aber Banks ist wirklich verdammt gut).

Sie wollte auch mal Cosplay ausprobieren

Das Gemisch aus der zusammengeklauten Story und den neuen, frischen Gesichtern der Power Rangers funktioniert tatsächlich erstaunlich gut – auch wenn der „Power Rangers“-Breakfast Club sich ein bisschen zu lang zieht. Ansonsten macht es doch erstaunlich viel Spaß, dieser Gruppe dabei zu zusehen, wie sie erst sich selbst kennenlernen und dann ihre Kräfte. Wenn es dann mit den Rangers losgeht, macht selbst das Spaß – auch wenn es a) viel zu schnell wieder vorbei ist, weil der „Breakfast Club“-Teil halt doch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und b) auf Kosten der etwas „billig“ wirkenden Effekte nicht ganz sooo geil aussieht, wie es heutzutage hätte aussehen können (aber schieben wir das einfach mal auf die Hommage auf die alte Serie).

Ich wiederhole es noch einmal: Ich hatte erstaunlich viel Spaß mit diesem Film. „Power Rangers“ erfindet in keinster Weise das Rad neu, macht dabei aber nicht sonderlich viel falsch. Der Film setzt auf einen guten Charakter-Aufbau, hat eine gute Schurkin zu bieten und tatsächlich auch coole Action. Ich hatte sehr viel weniger erwartet…

Wertung: 8 von 10 Punkten (Go Go Power Rangers – ertönt nicht nur im Film, sondern danach auch immer wieder in meinem Kopf)

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5 Kommentare leave one →
  1. 27. März 2017 17:43

    Ich wundere mich ein bisschen, dass du dir den angetan hast. Da du ja kein Fan warst/bist. Umso schöner, dass er dir gefallen hat 🙂

    • donpozuelo permalink*
      27. März 2017 17:45

      Ich bin mit einem sehr großen Fan ins Kino gegangen 😉 außerdem ist es mal ganz interessant, einen Film zu gucken, von dem man so gar nichts weiß.

      • 27. März 2017 17:48

        Das macht Sinn. Ich werde am Wochende wohl auch rein gehen. Mit einem Grundschulfreund. Zeit zum Verwandeln! 😀 Go Go Power Rangers!

        • donpozuelo permalink*
          27. März 2017 17:48

          Ich bin gespannt, wie der Film dir gefallen wird.

Trackbacks

  1. Kritik: Power Rangers (2017) – filmexe

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