Skip to content

Der Rote Blitz

20. März 2017

Ich habe mein Glück mit „Arrow“ versucht und es ziemlich schnell aufgegeben. Irgendwann ab Folge, vier, fünf oder sechs dachte ich mir einfach nur, dass das nichts für mich sein wird. Und ich dachte, dass den DC-Serien ein ähnliches Schicksal blüht wie den DC-Filmen: Sie kommen einfach nicht an Marvel ran. Marvels Kinofilme sind buntes, unterhaltsames Popcorn-Kino, während die Marvel-Serien wie „Daredevil“ oder „Jessica Jones“ schon auch schwere Kost sein können, harte Thriller und Dramen verpackt als Superhelden. Doch dann legte mir ein Freund nahe, ich solle „The Flash“ doch zumindest mal eine Chance geben.

Nun fand ich die Bilder, die ich zu „The Flash“ gesehen hatte nie so aufregend und hielt es für albernen Kinder-Kram, aber ich muss auch gestehen, dass ich als kleiner Junge dieser komische 90er-Jahre-Serie sehr gerne gesehen habe. Und nun war dieser Freund, der mir „The Flash“ nahelegte, auch der gleiche, der hartnäckig ein Jahr lang nicht locker ließ, um mich wieder von „The Walking Dead“ zu überzeugen. Also war ich es ihm irgendwie auch schuldig, „The Flash“ zu gucken… und das schneller als es mit „The Walking Dead“ gedauert hat.

Und so fand ich mich dann an einem langweiligen Abend zuhause wieder und war froh, dass ich als amazon-Prime-Mensch, „The Flash“ sogar „kostenlos“ sehen kann und fing an. Da haben wir also die Geschichte des jungen Barry Allen (Grant Gustin), der als kleiner Junge seine Mutter verlor, als die in einem wirren Blitzwirbel ums Leben kam, in dem der kleine Barry einen Mann gesehen haben will. Doch keiner glaubt ihm, sein Vater geht für den angeblichen Mord an seiner Frau ins Gefängnis und Barry wächst bei Polizist Joe West (Jesse L. Martin) und dessen Tochter Iris (Candice Patton) auf, in die Barry heimlich verliebt ist, es ihr aber nicht gestehen kann. Dann wird Barry, jetzt schon ein junger Mann, der bei der Polizei als forensischer Ermittler arbeitet, eines Tages durch die Explosion eines Teilchenbeschleunigers zum schnellsten Mann der Welt, trifft auf das Genie Harrison Wells (Tom Cavanagh) und dessen Team aus dem nicht weniger cleveren Cisco (Carlos Valdes) und Dr. Caitlin Snow (Danielle Panabaker) und wird mit deren Hilfe zum Flash, um andere Meta-Humans, die durch die gleiche Explosion ebenfalls Kräfte bekommen haben, zu schnappen… und dabei kommt er dann auch noch dem Mörder seiner Mutter auf die Spur.

Da gucken sie ganz schön in die Röhre

Puh… viel Stoff, aber damit ist die Grundlage erst einmal gelegt. Eine gute Grundlage, die ich von Anfang an eigentlich mochte. Ich muss sogar sagen, dass ich von der ersten Folge an mehr als nur positiv überrascht war… ja, die weiteren Folgen hatten so dieses „Akte X“-Prinzip: jede Folge ein weiterer Meta-Human und ein weiteres abgeschlossenes Abenteuer für den Flash. Aber ganz so einfach kann man es dann doch nicht sagen, denn jede Folge offenbarte am Ende ein kleines Teil vom großen Puzzle. Ich muss sogar gestehen, dass ich mich mit jeder Folge der ersten Staffel mehr und mehr auf die letzten Minuten gefreut habe, weil hier halt wirklich die Rahmenhandlung clever angefüttert wurde. Man bekommt immer nur einen kleinen Teil zu sehen, aber je mehr man sieht, desto spannender und interessanter wird das Ganze.

Aber ich weiche ein wenig ab… denn ich mochte auch die Freaks of the Week… und überhaupt den ganzen Ton der Serie. Denn „The Flash“ ist halt mal nicht so bitter ernst und düster. Gerade mit Cisco haben wir jemanden, der den Pop-Kultur-Nerd spielt, der Sprüche reißt, jedem Meta-Human seinen Spitznamen verpasst, der cooles Zeug bastelt und einfach nur eine unheimlich sympathische und witzige Type ist. Aber auch Grant Gustin funktioniert perfekt als Barry Allen a.k.a. The Flash. Er passt gut in die Reihe der schüchternen Nerds, die ihr Superhelden-Dasein langsam begreifen und erlernen. Was das anbelangt, erfindet „The Flash“ wirklich nichts neu, sondern fährt sogar mehr oder weniger die klassische Schiene: Lerne deine Fähigkeiten kennen, lerne deine Grenzen kennen, schmolle ein bisschen wegen der Damen und verarbeite deine Vergangenheit. Aber hey… weil die Serie so locker-flockig daher kommt, sich nie zu ernst nimmt und die Charaktere allesamt mehr als sympathisch sind, kann ich das verschmerzen.

Was ich nicht so verschmerzen konnte, waren diese sehr gewollt wirkenden „Arrow“-Crossover-Folgen. Ja, ich weiß, Barry Allen war zuerst in der Serie, aber allein steht er viel besser da. Aber gut, immerhin wird im DC-Serien-Universum viel stärker damit gespielt. Wenn ich überlege, wie zaghaft und ängstlich die das bei den Marvel-Netflix-Serien machen… man darf nur nennen, aber Hauptcharaktere dürfen noch nicht auftauchen… pah!!!!

Tja… und dann hat „The Flash“ ja halt noch die angedeutete größere Geschichte, die nach der Hälfte der Serie immer intensiver in den Vordergrund gerückt wird und unglaublich spannend ist. Ich will nicht zu viel verraten (für die, die Serie noch nicht kennen), aber es ist schon verdammt cool. Zeitreisen, ein zweiter Flash, ein Verdacht, den wir als Zuschauer schon längst bestätigt wissen, aber unsere Freunde in der Serie noch nicht… die Macher der Serie spinnen ihre Geschichte um den Mord an Barrys Mutter gekonnt weiter… und liefern am Ende der ersten Staffel ein Finale ab, das es in sich hat. Und natürlich einen Cliffhanger, der mich gespannt auf Staffel 2 schielen lässt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (eine typische Superhelden-Serie, die es trotzdem bestens drauf hat, sehr gut zu unterhalten)

P.S.: Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber Tom Cavanagh wird für mich auf ewig J.D.s nerviger Bruder aus „Scrubs“ bleiben – egal, wie verdammt gut er in dieser ersten Staffel auch sein mag 😉

Advertisements
2 Kommentare leave one →
  1. 29. März 2017 21:40

    Da ging es mir scheinbar ähnlich wie dir. Arrow habe ich glaube ich sogar relativ lange geschaut – zwei Staffeln lang!? Oder sogar noch etwas mehr? Habe es aber schnell als Quark abgestempelt. Mir waren die Charaktere etwas zu pathetisch. Es ist die klassische Teenie-Serie, in der alle alle Charaktere alle 10 Minuten ihre Meinung ändern müssen, damit das Drehbuch noch Sinn macht. Nicht. Aber The Flash hat den Fehler einigermaßen vermieden und sehr sympathische Charaktere präsentiert. Und irgendwie kriegt mich die Geschichte des einfachen Typen, der Superheld werden darf und ewig der einen Frau nachjagd immer wieder … . Aber die Gegenspieler und die meisten Meta-Humans finde ich ziemlich öde ehrlich gesagt … so schlimm, dass ich nach Staffel 2 nur dank des (heeeeey) erneuten Cliffhangers weiterschauen werde … verdammte Cliffhanger die …

    • donpozuelo permalink*
      30. März 2017 08:59

      Wow, zwei oder mehr Staffeln von „Arrow“. Respekt. Ich konnte das nicht so lange aushalten – so diese schönen, reichen Menschen mit ihren ach so dramatischen Problemen haben mich überhaupt nicht angesprochen. Ich finde auch nach wie vor jede Cross-Over-Folge mit Arrow bei „The Flash“ eher öde, weil sie mir dann immer noch diese uninteressanten Charaktere aufzwingen.

      Die Gegenspieler mag ich eigentlich. Es gibt mal manche, die sind weniger aufregend (wie dieser Teer-Lava-Mann), manche, die viel zu schnell abgefrühstückt werden (King Shark), aber irgendwie finde ich gerade diese skurrile Mischung sehr amüsant. Ich bin gerade in der Mitte von Staffel 2 und habe nach wie vor sehr viel Spaß damit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: