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König Kong

10. März 2017

Es gibt immer wieder neue aufregende Universen zu entdecken… und nein, ich rede jetzt nicht von den sieben erdgleichen Planeten, die die NASA entdeckt hat. Das ist wortwörtlich viel zu hoch gegriffen. Mittlerweile leben wir ja in einer Zeit, da entdeckt man Universen im Kino. Das MCU war zuerst da, weswegen das DCU jetzt DCEU heißen muss, damit es irgendwie cooler klingt. Was ich bisher tatsächlich nicht wusste, ist die Existenz eines weiteren Universums: dem MonsterVerse. Und ja, es ist letztendlich genau das, was der Name verspricht. Gareth Edwards „Godzilla“ ist der „Iron Man“ oder der „Man of Steel“ des MonsterVerse – simpel ausgedrückt: damit fing alles an. In diesem Universum der Monster leben neben Godzilla noch zahlreiche andere Monster, die die Produktionsfirma Legendary von der japanischen Toho abgekauft hat (unter anderem auch Mothra und noch ein paar andere). Ein bekanntes Monster, das jetzt im gleichen „Universum“ lebt wie die Riesen-Echse aus Japan ist der riesige Affe Kong. Mit „Kong: Skull Island“ bestreitet der jetzt seinen ersten Auftritt im Monster-Universum.

Der Vietnam-Krieg neigt sich dem Ende entgegen, da wird der Kriegshungrige Colonel Packard (Samuel L. Jackson) mit seiner Hubschrauber-Staffel auf eine letzte Mission geschickt. Er soll eine Reihe von Forschern nach Skull Island bringen: Eine Insel umgeben von einem ewigen Sturm, der letzte unerforschte Fleck dieser Erde, der den Russen nicht zuerst in die Hände fallen darf. Doch Forscher Bill Randa (John Goodman) erwartet auf der Insel ganz andere Dinge als nur Rohstoffe. Und als er mit seinem Führer James Conrad (Tom Hiddleston), der Fotografin Mason Weaver (Brie Larson) und seinem Kollegen Brooks (Corey Hawkins) auf der Insel ankommt… erwartet ihn der König der Insel: Der Riesenaffe Kong. Und der ist nicht das einzige Monster auf diesem letzten unerforschten Fleck Erde.

Bei „Planet der Affen“ wollten sie ihn nicht.

2005 hüpfte King Kong das letzte Mal kreischend und wild auf der Brust trommelnd durch die Kinos. Ich mochte Peter Jacksons Version des Klassikers nie so wirklich, weswegen ich gegenüber „Kong: Skull Island“ sehr skeptisch war – und da wusste ich noch nicht einmal etwas von diesem MonsterVerse. Wenn ich ehrlich sein darf, hat mich letztendlich eher der Cast überzeugt, dem Film eine Chance zu geben. Nur wie das halt so mit einem Monster-Film ist: Der Cast ist eigentlich Nebensache.

Anders als in Edwards „Godzilla“, der seine Riesen-Echse ja fast schon im Film versteckte, weiß Regisseur Jordan Vogt-Roberts ganz genau, was er zu tun hat. Monster-Film heißt Monster-Film, weil Monster drin sind. Und genau das bekommen wir in „Kong“ auch geboten: Monster satt. Der Riesen-Affe lässt a) nicht lange auf sich warten und zeigt dann b) auch gleich, was er drauf hat. Dabei zelebriert Vogt-Roberts in herrlichen Zeitlupen die absolute Unterlegenheit der Menschen gegenüber diesem Urzeit-Wesen auf äußerst unterhaltsame Art und Weise. Es ist ein Fest, Kong beim Zerschlagen der Hubschrauber zu zusehen. Aber auch später, wenn Kong dann gegen andere Bewohner der Insel kämpft, geht es ordentlich zur Sache. Die CGI-Abteilung hat extrem gute Arbeit geleistet, die Viecher sehen toll aus und ihre Kämpfe noch sehr viel mehr. Allein der Aspekt macht schon verdammt viel Spaß.

Dazu kommt ein interessanter Story-Mix aus „Jurassic Park“, „Apocalypse Now“ und „Predator“. Hubschrauber, die laute Musik plärren, eine Bootsfahrt ins Ungewisse sprechen für „Apocalypse Now“ genau so sehr wie ein verrückt gewordener Colonel. Den „Jurassic Park“-Anteil muss man ja wohl nicht erwähnen – es gibt nur leider keine wirklichen Dinos (oder zum Glück, besser gesagt). Und „Predator“ wird auch in einigen Bildern und sogar Dialog-Zeilen zitiert. Vogt-Roberts hat seine Hausaufgaben gemacht und ehrt diese Filme auf gekonnte Art und Weise. Natürlich darf man jetzt auch keine zu extrem tiefgründige Story erwarten – wir reden ja immer noch von einem Film über Riesen-Affen und andere Viecher. „Kong: Skull Island“ ist in erster Linie ein Monster-Film und das weiß der Film auch.

Loki und Captain Marvel sind erstaunt…

Das wird dann noch gewürzt durch einen tollen Cast. Bei dem die beiden großen Stars Tom Hiddleston und Brie Larson allerdings etwas verspielt sind. Hiddleston hat eigentlich nicht wirklich viel zu tun als männliche Helden-Posen zu zeigen, während Brie Larsons Aufgabe, das Tragen eines engen Tank-Tops zu sein scheint. Wesentlich interessanter ist da der an Kapitän Ahab und Colonel Kurtz erinnernde Samuel L. Jackson mit seinem verrückten Anführer, der den Tod seiner Männer um jeden Preis rächen will. Als gutes Kontrast-Programm dazu gibt es einen bisher noch unerwähnt gebliebenen John C. Reilly, dessen Hank vor Ewigkeiten auf der Insel strandete und der deswegen ein wenig durchgeknallt ist. Reilly ist der perfekte Comic-Relief-Typ, der dem ganzen Film die nötige Prise Humor verleiht.

Alles in allem ist „Kong: Skull Island“ ein äußerst unterhaltsamer Monster-Film mit viel Krach und CGI-Viechern, die ihre menschlichen Co-Stars in den Schatten stellen (Wortwitz). Das MonsterVerse wird dann in einer Post-Credit-Scene ein bisschen erweitert… und man muss sich schon fragen, ob das alles wirklich sein muss? Ich weiß es nicht.

Wertung: 8 von 10 Punkten (das große Affen-Theater macht Laune)

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10 Kommentare leave one →
  1. 10. März 2017 07:50

    Juhu! Endlich eine positive Kritik zu dem Film 🙂

    • donpozuelo permalink*
      10. März 2017 08:35

      Ich weiß auch nicht so recht, warum der so schlecht aufgenommen wird. Ich mochte ihn. Ein Film, der Spaß macht – schön kurzweilig.

      • 10. März 2017 08:37

        Ach, ich mochte ja schon Jacksons King Kong sehr, da bin ich guter Dinge… 🙂

        • donpozuelo permalink*
          10. März 2017 08:40

          Den mochte ich ja überhaupt nicht. Dafür hat mich dieser Kong dann sehr viel mehr begeistert. Bin echt mal gespannt, was aus diesem MonsterVerse noch so wird.

  2. 12. März 2017 16:05

    King Kong und Godzilla sind ja schon früher aufeinander getroffen. Allerdings nicht mit soviel Wumm.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_R%C3%BCckkehr_des_King_Kong

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2017 21:55

      Ich weiß. Den habe ich sogar mal gesehen… aber das neue Treffen wird hoffentlich ein bisschen aufregender als das 😉

  3. 12. März 2017 19:09

    Mir hat er auch richtig gut gefallen und ja, man braucht das Mehr nachher. Ich will Mothra und überhaupt gehören die Riesen alle zusammen! 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2017 21:57

      Mothra!!! Sowieso die Beste 😀

      Ich bin echt gespannt, wie viele Monster sie in dem nächsten Godzilla-Film wirklich auspacken.

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