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Alter Mann Logan

6. März 2017

Es wird Zeit „Lebe wohl“ zu sagen, „Lebe wohl“ zu dem Mann, der einfach immer ein perfekter Wolverine gewesen ist. Hugh Jackman wetzt jetzt angeblich ein letztes Mal die Klingen und verabschiedet sich dann von der Rolle, die ihn vor 17 Jahren zum Star gemacht hat. Natürlich frage ich mich schon, ob er nicht beim richtigen Angebot doch noch einmal zurückkehren würde, aber wollen wir ihm mal nichts unterstellen und gehen davon aus, dass ein Hugh Jackman zu seinem Wort steht (egal, wie erfolgreich sein letzter Auftritt sein wird). Sein letzter Film als Wolverine muss natürlich dann auch wirklich gut sein, immerhin hatten wir schon zwei Wolverine-Solo-Filme und weder „Origins“ noch „The Wolverine“ waren wirklich gut. Mit „Logan“ soll ja jetzt alles anders werden… was wir auch „Deadpool“ zu verdanken haben.

Wolverine (Jackman) ist mit den Jahren ein ziemlich graues Wölfchen geworden, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass seine Heilkräfte nicht mehr vollständig funktionieren. Gemeinsam mit einem alten, an Anfällen leidenden Charles Xavier (Patrick Stewart) versteckt er sich im Nirgendwo und versucht, unerkannt zu bleiben. Die Zeit der Mutanten scheint nämlich endgültig vorbei, die Abenteuer der X-Men sind nur noch Stoff für billige Comic-Hefte. Doch dann trifft Logan auf die kleine Laura (Dafne Keen), die die gleichen Fähigkeiten (und auch Krallen) wie er hat und von dem unbarmherzigen Donald Pierce (Boyd Holbrook) gejagt wird.

Der alte und der neue Wolf…

Ja, „Deadpool“ sei gelobt, gepriesen und auf ewig gedankt. Der Söldner mit der frechen Schnauze hat bewiesen, dass Comic-Filme auch mal brutal sein dürfen und trotzdem erfolgreich sein können. Seit Ryan Reynolds das rote Kostüm angezogen hat, ist die Altersfreigabe eine Sache, über die man mal reden kann… und gerade einem Berserker wie Wolverine tut das auch sehr gut. Ja, „Logan“ liefert uns im dritten Anlauf endlich mal die Art von Wolverine, die wir sehen wollen. Der Typ läuft halt mit den schärfsten und längsten Krallen durch die Gegend und metzelt sich durch seine Feinde. Und dank dem R-Rating bekommt man mit diesem Film endlich auch mal genau das geboten. Die Action-Sequenzen sind wirklich großartig, man spürt förmlich den Befreiungsschlag, zu dem „Deadpool“ angesetzt hat. Wolverine im Berserker-Modus ist endlich mal ein wirklich Furcht einflößendes Monster, dem man besser dringend aus dem Weg gehen sollte.

Aber in „Logan“ ist es nicht nur Wolverine, der ordentlich zu langt, sondern auch die kleine Laura, die Fans als „X-23“ besser bekannt sein dürfte. Auch Mini-Wolverine-Mädchen stehen ihrem großen Vorbild in Nichts nach und haben sogar teilweise die wesentlich cooleren Aktionen drauf. Aber gut, Wolverine ist ja auch ein bisschen eingerostet und Laura noch fit wie ein Turnschuh.

So… hätten wir das Wichtigste geklärt: „Logan“ gleich brutal gleich richtig geil! Naja, nicht so ganz. Zum Glück wird die Gewalt jetzt nicht bis auf die absolute Schmerzgrenze ausgekostet. Es geht schon auch noch um die Geschichte von Logan, der mit seinen alten und neuen Verantwortungen klar kommen muss. Er spielt Vater für Charles und Vater für Laura und kommt mit beiden nicht wirklich klar. Das ist der Logan / Wolverine, wie wir ihn sonst so kennen: Sobald Gefühle im Spiel sind, zieht er sich zurück. Jetzt ist er jedoch gezwungen, darauf zu reagieren… und somit bekommt Hugh Jackman endlich mal die Gelegenheit, der psychologischen Seite von Wolverine wirklich mal ein bisschen Tiefe zu verleihen. Ich mochte seinen Logan in diesem Film extrem…

… noch mehr mochte ich jedoch die junge Dafne Keen. Für den Großteil des Films spielt sie stumm und entwickelt doch eine ausgereifte Persönlichkeit. Keen stiehlt Jackman fast immer die Show… nur lässt der Film es nur selten wie ein wirkliches „Stehlen“ aussehen. Es passt gut ineinander, die beiden spielen großartig mit den Gefühlen der beiden zueinander. Zusammen mit einem nicht minder tollen Patrick Stewart werden sie eine nette, dysfunktionale kleine Familie auf einem Road-Trip, die von einem guten Boyd Holbrook gejagt werden, der ja dank „Narcos“ weiß, wie sowas geht.

Woran ich dennoch ein bisschen zu meckern habe, ist die Tatsache, dass sich der Film in der zweiten Hälfte extrem zieht… und die Story allgemein mit dem Auftauchen von Laura ein bisschen zum üblichen „Bring Person X zum Ort Y, weil es dort sicher für sie ist, aber Vorsicht, ihr werdet die ganze Zeit gejagt!“-Gedöhns wird. Die Story verliert stark an Fahrt und erzählt die eigentlich viel interessante Geschichte – nämlich all das, was vor den Ereignissen von „Logan“ passiert ist – nicht. Und das hätte mich viel eher interessiert, als die Handlung von „Logan“ an sich.

„Logan“ punktet durch die großartige Darsteller-Leistung und natürlich den wunderbaren Berserker-Modus, schwächelt aber ordentlich bei der Story. Ein würdiger Abschluss für Hugh Jackman, wenigsten am Ende den Ton fast perfekt trifft.

Wertung: 8 von 10 Punkten (das Katerchen hat endlich scharfe, scharfe Krallen)

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9 Kommentare leave one →
  1. 6. März 2017 07:57

    Das klingt ziemlich famos. Ich mochte ja bereits den Vorgänger „The Wolverine“ (zumindest im härteren Extended Cut) recht gerne, den ich erst am Wochenende nachgeholt habe. Nun habe ich noch mehr Lust auf „Logan“! 🙂

    • donpozuelo permalink*
      6. März 2017 08:00

      Es gibt einen härteren Extended Cut von „The Wolverine“? Wusste ich gar nicht.

      Aber ja, „Logan“ ist super. Endlich wirklich ein guter Wolverine-Film.

      • 6. März 2017 08:01

        Ja, schau dir ruhig einmal den Schnittbericht dazu an. Ist um einiges härter.

        • donpozuelo permalink*
          6. März 2017 08:02

          Gut zu wissen. Vielleicht sollte ich den dann noch einmal gucken.

  2. 6. März 2017 11:23

    Und ich habe gestern gleich noch den X-Men: Apocalypse angesehen, weil ich dachte mir fehlt was…Die nehmen Bezug auf Sachen, an die ich mich nicht erinnern konnte :))
    Da hätte man etwas mehr Story erzählen können. Nichtsdestotrotz hat er mir ausgesprochen gut gefallen.

    • donpozuelo permalink*
      6. März 2017 12:52

      Sag ich ja, ein bisschen mehr Story wäre schon sehr cool gewesen. Aber der Rest hat ja gut funktioniert. Halt genau wie bei „Deadpool“ 😉

  3. 14. März 2017 01:28

    Hm, interessant – wenn überhaupt, zieht sich die erste Hälfte ein bisschen, bis es wirklich losgeht; würde ich zumindest meinen. Ab dem Punkt eine Wucht von einem Film, und ein würdiger Abgesang. (Auch wenn die besten X-Men-Filme wohl weiterhin die ersten beiden bleiben.)

    • donpozuelo permalink*
      14. März 2017 09:26

      Bei den X-Men-Filmen bin ich vollkommen deiner Meinung. Die ersten beiden waren toll. Und ja, der Film ist eine Wucht und ein würdiger Abgesang, aber ich fand die erste Hälfte trotzdem sehr viel stärker als die zweite 😉 Nichtsdestotrotz ein Hammer-Film.

Trackbacks

  1. Kritik: Logan – filmexe

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