Skip to content

Der Urlaub der Zukunft

1. März 2017

Die Liste der Filme, die zu Serien werden, wird immer länger und länger. Und ich beäuge das alles nach wie vor sehr skeptisch. Es hat mich damals schon sehr viel Überwindung gekostet, die Serie „Fargo“ zu gucken, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, wie sie das umsetzen wollen. Irgendwann habe ich es mich dann doch getraut und war schon nach der ersten Staffel Fan. Aber es gibt ja noch so viel mehr… in die Serie zu „12 Monkeys“ wollte ich eigentlich irgendwann mal einen Blick werfen und von meinem Bruder steht noch die erste Staffel zu „From Dusk Till Dawn“ bei mir im Schrank. Aber nur weil’s bei „Fargo“ so gut funktioniert hat, kann ich meine Skepsis noch nicht so ganz ad acta legen.

Doch interessanterweise bin ich jetzt über einen Film „gestolpert“, zu dem es eine Serie gibt, die ja nicht nur gefeiert wird, sondern bei dem ich es mir ausnahmsweise sehr, sehr gut vorstellen kann, dass das als Serie funktioniert. Ich rede hier von HBO „Westworld“. Wie gesagt, was man so hört, klingt ja mehr als nur gut. Doch vor der Serie war der Film „Westworld“ einfach mal Pflicht…

Die meisten werden Michael Crichton sicherlich als den Mann kennen, der die Vorlage zu vielen tollen Filmen geschrieben hat (wie unter anderem „Jurassic Park“), aber Michael Crichton als Regisseur sagte mir selbst nicht all zu viel. Aber mit „Westworld“ gab der gute Mann sein Regie-Debüt und stellte uns den Urlaub der Zukunft vor: Irgendwann in der Zukunft existiert ein Freizeit-Park, der es seinen Besuchern mit Hilfe modernster Computer-Technik und perfekter Androiden ermöglicht, eine Art Zeitreise durchzuführen. In „Medieval World“ tummelt man sich unter Rittern und holden Prinzessinnen (Intrigen und Betrügereien inklusive), in „Roman World“ erfährt man den Luxus römischer Orgien und in „Westworld“ erlebt man den Wilden Westen… hier zieht es auch Peter (Richard Benjamin) und John (James Brolin) hin. Und was anfangs noch wirklich viel Spaß macht, wird ziemlich schnell zum Alptraum. Durch einen Virus oder was auch immer drehen die Roboter in den einzelnen Welten durch… und besonders Peter und John bekommen es mit dem gefährlichen Gunslinger (Yul Brynner) zu tun.

Lifting mal anders…

Ich hatte schon viel von „Westworld“ gelesen und gehört, ich kannte dieses berühmte Bild, wo man Brynner das Gesicht abnimmt und dahinter die ganzen Schaltkreise zieht. Was ich aber wirklich nicht wusste, war, dass „Westworld“ halt mehr als nur „Westworld“ zu bieten hatte. Statt nur Western gibt’s halt Mittelalter und Rom. Eine coole Kombination, die für sehr viel mehr Abwechslung im Film sorgt und in der Serie später sicherlich noch ordentlich ausgebaut werden wird.

Der Film „Westworld“, um erst einmal beim Thema zu bleiben, beeindruckt selbst heutzutage noch. Die Idee an sich ist schon einmal ziemlich clever und von Crichton auch gut umgesetzt. Und für das Alter des Films sind die Effekte extrem gut gealtert… gut, ein bisschen 8bit-Grafik ist mit dabei, aber das gehört zum Nostalgie-Faktor einfach mit dazu. So ein wenig hat mich das Ganze an „Cabin in the Woods“ erinnert oder eher noch an eine Art freiwillige „Truman Show“. Crichton verbindet gekonnt die Handlungen in den drei Welten mit der hinter den Kulissen. Und auch hier fand ich es ungemein erfrischend, dass sich „Westworld“ nicht immer nur auf „Westworld“ konzentriert. Es gibt auch eine kleine Story aus „Medieval World“, die gut zur Geltung kommt, sich aber nicht in den Vordergrund rückt, uns aber hier sehr gut verdeutlicht, was alles noch passieren wird.

Darstellerisch kann man an dem Film auch nichts meckern. Yul Brynner (übrigens ist das hier mein erster Film überhaupt mit Brynner) funktioniert perfekt als Cowboy-Terminator, während James Brolin als alter Hase in „Westworld“ auf sympathische Art und Weise dem etwas zögerlichen Richard Benjamin unter die Arme greift (und damit irgendwie auch uns als Zuschauer).

Was ich letztendlich ein bisschen schade fand, dass „Westworld“ nicht genauer auf diese ganze Sache mit den „durchgedrehten“ Robotern eingehen konnte. Dazu baut Crichton dann zu lange diese Welten erst auf, um sie dann im Chaos versinken zu lassen. Und gerade bei Brynners Gunslinger habe ich mir irgendeine Form von Hintergrundgeschichte schon fast gewünscht.

Womit wir dann bei den Sachen wären, die für eine Serie extrem gut funktionieren könnten. Erst einmal kann die Serie den kompletten Freizeit-Park mit seinen drei Welten besser abgrasen. Zweitens könnten sie der ganzen Roboter-Fehlfunktion einen tieferen Sinn geben und drittens könnte dadurch gut eine sehr vielschichtige Geschichte entstehen, die sowohl die Perspektive der Roboter einnimmt (wenn man da mehr auf die künstliche Intelligenz eingehen will) als auch die Menschen noch stärker in den Vordergrund rückt.

So oder so bin ich gespannt auf die Serie, denn der Film ist wirklich verdammt gut, spannend und clever erzählt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (schon eine coole Art von Urlaub… nur bitte dann ohne die durchgedrehten Massaker-Roboter)

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 1. März 2017 07:35

    Ein echter Klassiker! Bin gespannt, wie dir dann die Serie gefallen wird.

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2017 07:43

      Der Film gibt halt wirklich eine gute Vorlage für eine Serie ab. Von daher hoffe ich mal auf das Beste.

  2. 1. März 2017 17:49

    Ja, sehe ich ganz genauso. Habe den Film auch erst vor ein paar Monaten wieder gesehen und war extrem begeistert. Bin nun auch gespannt auf die Serie.

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2017 18:12

      Ja… man hört ja auch da nur Gutes. Und Anthony Hopkins mal wieder Aktion sehen, ist allein schon Grund genug.

Trackbacks

  1. Cowboys & Robots | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: