Skip to content

Horkrux-Jagd

15. Februar 2017

Harry Potter ist also Schuld. Schuld an dem Trend, den letzten Film einer Reihe mal eben zu zweiteilen. Warum? Ich meine vom ersten Teil bis jetzt waren die Filme ja schon immer ordentliche Mammut-Projekte mit einer irrsinnigen Laufzeit (ja, ich beschwere mich bis zum Schluss über die Laufzeit). Natürlich ist das für Fans der Bücher sicherlich toll, ist dadurch ja genug Platz im Film für viele Handlungsstränge der Bücher (und selbst dann werden die Leseratten sich beschweren, dass das ein oder andere Detail nicht genug Erwähnung findet). Aber trotzdem… bisher hat doch ein Film vollkommen ausgereicht. Aber hey, sie waren die ersten (waren sie das wirklich? Ich habe Google jetzt mal nicht bemüht, also verzeiht, falls ich was falsches sage), die es ausprobiert haben… und somit auch die ersten, die gezeigt haben, dass so eine Zweiteilung echt Quatsch ist. Wie bei so ziemlich jeder Trennung des Finales ist Teil 1 etwas „lahmer“, man spart sich die großen Dinge für den zweiten Teil auf. So ist es dann auch mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“.

Das Ende naht. Lord Voldemort (Ralph Fiennes) ist im Vormarsch und bedroht so ziemlich jeden, der auf Harrys (Daniel Radcliffes) Seite steht. Der wiederum betrauert immer noch den Tod von Dumbledore, schmiedet aber gleichzeitig auch Pläne, um gegen Voldemort vorzugehen. Denn wie wir in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ gelernt haben, kann Voldemort getötet werden – wenn man die sieben Horkruxe zerstört. Die enthalten nämlich Teile der Seele von Tim Riddle… und ein Horkrux hängt ausgerechnet um den Hals von Dolores Umbridge (Imelda Staunton).

Zum Finale gibt’s richtig viel Potter…

Wie schon gesagt, irgendwie merkt man dem ersten Teil der Heiligtümer schon ein wenig an, dass extrem an aufregenden Sachen gespart wurde. In der zweiten Hälfte hängen Harry und Hermine (Emma Watson) nur in irgendeinem Wald rum, zelten im wohl coolsten und geräumigsten Zauberzelt der Welt und grübeln. Nicht so berauschen, vor allem, wenn man bedenkt, dass die erste Hälfte sehr vielversprechend war. Von dem Versuch, Harry in Sicherheit zu bringen und dem Kampf gegen Voldemorts Schergen bis hin zur Infiltration des Ministeriums für Zauberei hatte „Die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ echt was zu bieten. Regisseur David Yates hat sich, was das angeht, eigentlich ziemlich gut eingegroovt und weiß, was die Potter-Fans brauchen. Die Effekte sind toll, die Kämpfe werden sehr viel spektakulärer und ja, das Zaubern an sich wirkt viel „natürlicher“.

Danach ebbt die Action ein wenig ab und macht Platz für viel, viel Hintergrund-Geschichte. Wir erfahren ein bisschen was zu Dumbledores Hintergrund, hören das erste Mal den Namen Gellert Grindelwald, der ein enger Freund von Dumbledore war und weiß, wo sich eines der Heiligtümer des Todes befindet. Oh ja, wir erfahren auch, was die Heiligtümer des Todes sind – als Zeichentrick. Eine interessante Geschichte… aber es ist nur ein kleiner Appetit-Happen von vielen. Auf Dumbledores Geschichte wird auch nicht groß weiter eingegangen. Ich habe mich ja bisher immer beschwert, dass ich zu wenig von den Hintergrundgeschichten mitbekommen habe, aber selbst dieser erste Teil des Finales kann das nicht wirklich ausgleichen. Man erfährt zwar endlich sehr viel mehr als sonst, aber so wirklich viel ist es dann leider auch wieder nicht (zumal man Voldemort jetzt ja seit dem ersten Teil als Big Bad aufgebaut hat)

Auch darstellerisch sticht in „Die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ jetzt niemand besonders hervor. Vielleicht noch Rupert Grint, der unter dem Einfluss des Horkrux zu einem grimmigen, eifersüchtigen Ron Weasley wird, aber das war’s dann auch schon. Daniel Radcliffe ist halt Daniel Radcliffe, bei Emma Watson ist es genau das Gleiche. Die Beziehung zwischen ihr und Harry wird noch einmal ein wenig weiter ausgebaut, aber auch nicht wirklich so stark, dass es irgendetwas ändern würde. Harry Potter ist in Hermines Friendzone gefangen. Aber hey, dafür hat er ja Ginny, die ihm hier sogar die Schuhe zubinden und ehrwürdig vor ihm auf die Knie geht. Wenn das keine gute potenzielle Hausfrau ist, dann weiß ich auch nicht 😉 (Sorry, aber die Szene war wirklich äußerst skurril und merkwürdig und komplett sinnfrei).

Naja, „Heiligtümer des Todes“ hat als Prototyp für die Zweiteilung eines Finales mehr oder weniger alle Fehler so einer Zweiteilung enthalten. Es kommt zu kaum wirklich erwähnenswerten Entwicklungen, es wird noch einmal versucht, mehr auf die Charaktere zu gehen, es wird noch einmal ein wenig mehr zu Hintergrund-Geschichte erwähnt… und es wird tunlichst darauf geachtet, nicht zu viel große Action zu bieten, damit man auch noch was für einen riesigen finalen Knall im zweiten Teil hat. Ich hoffe einfach nur, dass Teil 2 dann auch wirklich ein zufriedenstellendes Ende liefert. Da will ich dann wirklich ein episches Aufeinandertreffen zwischen Voldemort und Harry, den Kampf um Leben und Tod. Mal schauen, was kommen wird.

Wertung: 6,5 von 10 Punkten (der lange Prolog zum Finale)

Advertisements
9 Kommentare leave one →
  1. 28. Februar 2017 01:12

    Ich mag den Teil am zweitliebsten, eben weil er so ruhig ist. Es ist quasi der Coming-of-Age-Teil, wo man zu Nick Cave tanzen darf und die Gefühle der Mission mal im Weg stehen und die Herrschaften sich ihrer eigenen Sterblichkeit mal bewusst sind. Und Neville zeigt jetzt endlich, das er der Einzigwahre ist.

    • donpozuelo permalink*
      28. Februar 2017 10:20

      Neville ist tatsächlich der einzig Wahre! Der große Held!!! Bei ihm find ich die allgemeine Entwicklung tatsächlich auch am spannendsten.

      • 28. Februar 2017 12:45

        Und, machst du jetzt bei Pottermore den Test und sagst uns in welchem Haus du bist?

        • donpozuelo permalink*
          28. Februar 2017 15:49

          Kann ich gerne mal machen! Einfach nur „Pottermore“ bei Google suchen? Oder wie finde ich das?

        • 28. Februar 2017 15:51

          Jenau, da gibt es seit neuestem auch einen Test für den Zauberstab, den Patronus und für die nordamerikanische Schule.

  2. 1. März 2017 09:15

    Mensch, dabei hätte ich echt gedacht, dass dir diese Road-Movie-ähnliche Situation mehr zusagt. Beim ersten Sehen vor Jahren fand ich das alles so semi optimal. Aber im Nachhinein finde ich wie Friedl schon gesagt hat, dass der Teil das Erwachsen werden gut einfängt und sich Zeit nimmt die Krise und die Konflikte ganz gut darzustellen. Ich fands schon ziemlich krass wie sie ihr Zelt verstecken müssen, im Radio fürchten müssen von Verhaftungen zu hören etc.

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2017 11:29

      Den ganzen Anfang mochte ich sehr. So richtig Road-Movie fand ich es nicht, aber vielleicht muss ich das, wie du, auch noch mal sehen.

Trackbacks

  1. Advanced Potion-Making | Going To The Movies
  2. Der Junge, der lebte | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: